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Albvereinler wanderten auf Mallorca
13. bis 20. Februar 2000
Eine Wanderreise zwischen Meer und Bergen.
Bei strahlendem Frühlingswetter erlebte die Reisegruppe des Albvereins Ludwigsburg eindrucksvolle Wandertage abseits des
Massentourismus.
Die Reise wurde organisiert von den Wanderführern Alfred Kern sowie Horst und Hanne Ade. Gleich am ersten Tag bringt uns der Bus in die südwestliche Bergregion. Die Mandelblüte ist auf dem Höhepunkt; ein weiß-rosafarbener Schleier überzieht die Ebene. Von Andraxt wandern wir auf einsamen Pfaden zur Klosterruine Sa Trappa. Der Weg führt durch eine karge Karstlandschaft mit Rosmarinsträuchern, Baumerika, Stechginster und Zwergpalmen. Von der Steilküste haben wir einen wunderbaren Blick auf die Insel
Dragomera.
Am zweiten Tag beginnt die Wanderung im Bergstädtchen Valdemossa. Geschützt von steil aufragenden Bergzügen gedeihen hier Orangen- und Zitronenbäume, deren Früchte uns überall farbenprächtig entgegenleuchten. Steil und steinig windet sich der Weg hinauf zum Aussichtspunkt Mirador Ses Puntes. Erzherzog Ludwig Salvator ließ hier am Ende des 19. Jahrhunderts einen Reitweg anlegen. Tief unter uns das Künstlerstädtchen Deja und der Hafen von Valdemossa. Türkisfarbenes Meer, tiefblauer Himmel. Wir besuchen das Kartäuserkloster, in dem Frederic Chopin einen Winter verbrachte und wo das endlose Regenwetter ihn zu seinem "Regentropfenprelude"
inspirierte.
Das Castell d'Alaro, eine langgestreckte Burganlage aus der Maurenzeit, ist unser nächstes Ziel. Scheinbar uneinnehmbar thront es hoch über dem Städtchen Alaro. Es hat eine bewegte blutrünstige Geschichte aus Kämpfen und Eroberungen. Vom Berggrat geht der Blick ins Tal von Orient und zu den höchsten Gipfeln der Serra Tramunta, dem Puig Major und dem Massanella, die beide fast 1400 m hoch
sind.
Als Abwechslung zu den Wanderungen unternehmen wir eine Busfahrt an die Ostküste zur Drachenhöhle, einer riesigen Tropfsteinhöhle. Bizarre mächtige Säulen türmen sich auf und filigrane Kalknadeln hängen von der Decke. Eine mediterrane Pflanzenwelt beeindruckt uns im "Botanicactus", einer botanischen Parkanlage mit Palmenhainen, Pefferbäumen und Kakteen aus allen Teilen der
Erde.
Neuer Tag. Vom Bergstädtchen Soller geht es durch terrassierte Olivenhaine hinauf zum Aussichtspunkt Ses Barques und nach einem Steilaufstieg haben wir den Küstenwanderweg erreicht. Uber uns ragen steile Bergriesen, neben uns stürzen die Felsen hinunter zum Meer. Wuchtige Felsnasen, kleine grünschimmernde Buchten mit weißschäumenden Wellen, Wachtürme aus der Piratenzeit. Die Wanderung endet in der Bucht von Cala Tuent mit glasklarem Wasser und
Kieselstrand.
Vom Cuber-Stausee steigen wir hinauf auf den Gipfel des Cornador. Eisig pfeifender Wind trotz des Sonnenscheins. Auf einem jahrhundertealten Pilgerweg wandern wir durch die Schlucht von Biniaraix hinab nach Soller. Die südliche Vegetation des Ortes wird geschützt von den umliegenden Berggipfeln. Mandeln, Zitrusfrüchte, Oliven und Feigen können so
gedeihen.
Am letzten Tag noch Eindrücke von der Inselhauptstadt Palma. Die alles überragende Kathedrale dominiert das Stadtbild. Alte Bauwerke, schmale Gassen, Grünanlagen mit Palmen. Ein völlig.anderes Mallorca-Bild als wir es in den Bergen erlebt haben. Wir haben in dieser Wanderwoche die Insel mit ihren völlig unterschiedlichen Landschaften lieben gelernt.
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