2-tägige Hüttenwanderung
"Franz-Keller-Haus"
21. bis 22. Juni 2003
AUF DER SCHWÄBISCHE ALB
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Seit über hundert Jahren hat der "Schwäbische Albverein"
diesen Bereich in seinen besonderen Schutz genommen. -
Nachdem in den vergangenen Jahren u.a. das Rossberg- und Sternberghaus,
die Nusplinger Hütte, die Hütte zum Rauhen Stein, Ziel war,
wanderte man dieses Jahr auf's Kalte Feld zum FRANZ-KELLER- HAUS. Noch
heute erinnert man sich der Begebenheiten der verschiedenen Hüttenaufenthalte
und so wurde auch die beliebte 2-Tage Wanderung im Programm 2003 von 18
Wanderfreundinnen und Freunden der Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwäb.
Albvereins gerne angenommen.
ZWEI TAGE NATUR PUR Samstag, 21.Juni 2003
"Auch heute sonnenheißer Tag." "Fast
schon gewohnt. Bahn- und Busfahrt nach "Heubach", Albstädtchen
am Fuße des Rosenstein. Begrüßung durch Wanderführer
Werner Breckle. Erstes Ziel : Von "Heubach" -400m- hinauf auf
den "Scheuelberg mit Aussichtspunkt Beurerkreuz und Hoher Fels"
-703m-, zum "Himmelreich", "Bargauer Horn und Kreuz",
weiter hinauf zum "Bernhardus-Berg" -774m- hinab zum "Furtlepass",
hinauf zum Segelflugplatz "Hornberg," weiter bergan auf's "Kalte
Feld" zum "Franz-Keller Haus", mit 781m hächste
Erhebung der Ostalb..
So
weit so gut. Vorwarnung: Nicht vorgewanderte Wege, deshalb erste nötige
Beratung mit zweitem Wanderführer Klaus Ollig, wo's denn nun eigentlich
zum Städtle nausgeht. Doch bald schon war man am schwitzen und schnaufen
bergauf. Das hat die Schwäb.Alb nun mal so an sich: Auf und Ab! Grüner
Buchenwald spendet jedoch Schatten. Naturbelassene Wege tun den Beinen
gut. Einmal auf der Hochfläche angekommen, es geht entlang des Albtraufs,
ist, wie die Wandergruppe begeistert feststellt, vom Scheuelberg, beim
Beurer Kreuz, von sonniger Felskuppe herrlicher Blick hinab in's Tal nach
Heubach, dem Steinmassiv Rosenstein, Bargau und alles eingebettet in Wald,
Wiesen und Felder. Blick in weite Landschaft ist erholsame Unterbrechung
bei Rast und Trinkpause. Jemand hat einmal geschrieben: Nur ein Schwabe
ist verpflichtet zu wissen was der Albtrauf ist. Das Wort steht nicht
im Duden, nur der Rektor Erbe von einem Gymnasium in Ludwigsburg hat es
in sein Wörterbuch aufgenommen. Der Albtrauf also ist der Albrand,
der felsige Steilabfall der Alb im Norden und Osten.. Wie dem auch sei,
ganz oben wo wir jetzt gerade sind, dort wo der steile Trauf fast rechtwinklig
in die Hochfläche übergeht, dort ist die Alb am schönsten,
dort wo tief unter den Füßen das halbe Schwabenland sich ausbreitet.
Einfach schön, so wie wir es beim Waldende erleben, als wir eintauchen
in's sogenannte "Himmelreich". Duftend bunte Waldwiesenfläche
mit Margeriten, Glockenblume, Baldrian, Wiesenkerbel, Natternkopf und
vieles mehr. Unsere Pflanzenkenner wissen, kennen, sagen Bescheid und
sind gefragt. Die Wanderführer finden den Weg durch lichtgrünen
Wald, am beschaulichen Bargauer Kreuz vorbei und hinauf zum Bernhardusberg
mit Wallfahrtskapelle. Große Rast. Gut das Rucksackvesper und durststillendes
Getränk. Sogar zu einem Schläfchen reicht's. Haben uns die Fährtensucher
richtig geführt? Ja und aus dem Wald kommend geht jetzt der Blick
hinunter zum Furtlepass, Verbindung von Kaltem Feld mit der Albhochfläche
und hinein ins Degenfelder Tal mit viel Wald- Wiesen- und Wacholderflächen.
Eine wellige Hochebene beginnt. Hinab und hina uf
zur Segelflugschule Hornberg. Es ist nicht viel Betrieb dort und nur hin
und wieder ist ein kühner Flieger am azurblauen Himmel zu sehen,,
schwerelos gleitend, zusammen mit Bussard und Milan welche ihre Kreise
ziehen. Die Wanderschar tut allerdings erdnahe Wünsche nach kühlem
Eis kund. Freie weite sonnenbeschienene Landschaft jetzt, auch andere,
neue Sicht hinüber zu den drei Kaiserbergen, Staufen, Rechberg, Stuifen.
â»ber schattigen Wald und Wiesen geht es später vollends
aufwärts zum Ziel des Tages: Das auf weiter Hochfläche mit Wachholder,
Wiesen, Äckern, Wald und mit idealem Freizeitgelände, liegende
Franz-Keller-Haus. Geschafft! Gemütliche Ruhe und Runde bei frischen
Getränken tut gut. Alle sind zufrieden mit dem Ablauf des Tages,
derweil die ausgezogenen Wanderschuhe und Socken auf sonniger Wiese ausluften.
Es ist später Nachmittag geworden. Das Schlafquatier ist eingerichtet.
Man hat sich frisch gemacht. Anschließend gutes Abendbrot: Linsen
und Spätzle und eine knackige Wurst. Ein kühles "Blondes"
darf dabei nicht fehlen. Der schöne, warme Abend lädt danach
noch zu einem Bummel ein. Großes Aaaaa... bei kleiner Einkehr: Auf
Sahne, Eis und warmen Apfelstrudel richten sich begehrliche Augen. Der
immernoch blaue wolkenlose Himmel färbt sich langsam zum Abendrot.
Noch ist es hell und trotzdem Zeit für das Sonnwendfeuer. Es ist
ja heute der längste Tag im Jahr und viele junge Familien mit ihren
Kindern sind auf den Berg gekommen, haben ein riesiges Feuer vorbereitet
und entfacht. Hell lodern die Flammen.
Rundum Jung und Alt untereinander, miteinander. Wir wärmen uns am
Feuer, denn allmählich kommt Nachtkühle auf und auch der Schlaf
fordert langsam bei uns sein Recht. Doch, kommt da noch Gesang aus unserer
Hütte? Sicher aber schlafen schon fast alle, als Eltern und Kinder
im Fackelschein sich auf den Heimweg machen" "hinab in's Tal."
Sonntag, 22.Juni 2003
"Ein frischer Morgen, bereits wieder mit Sonne, weckt
uns. Ein reichliches Frühstück lädt ein. Der Rucksack ist
gepackt. Die Formalitäten erledigt" "und schon erklingt
das Abschiedslied.: Und wieder blühet die Linde, zum Abschied reich
ich die Hand.... Schon ist man auf weiter Hochfläche unterwegs, bevor
dann nach einer nicht vorgesehen Ehrenrunde im Waldbereich, der eigentliche
Pfad, nach nötigem Kartenstudium der fürsorglichen Wanderführer
Werner und Klaus, ausfindig und erreicht wird. Guten Morgen nochmals und
Werner beschreibt den neuen Wandertag mit allen seinen Möglichkeiten.
In "Geislingen" wollen wir am Nachmittag ankommen, das wir über
"Nenningen", den "Messelberg" -749m-, über weite
Hochfläche zur "Kuchalb" und weit abwärts dem "Langen
Tal" entlang, erreichen wollen. Ein langer Wandertag beginnt. Wieder
ist das Auge begeistert von Natur und Wegführung. Hat man doch hinab
nach Nenningen herrlichen Blick auf Wacholderheide, zurück von wo
wir kommen und Blick hinüber zum Christental, wo beim â»bergang
zum andern Tal die romantische Reiterleskapelle steht. Tief im Tal - bei
458m- steigt der Weg nun wieder langgestreckt hinauf zur Höhe, auf
729m. Der Messelberg wird erreicht. Puhhh... trotz aller Natur, wir sind
durstig und schwitznass. Auf steilabfallender Felsnase, beim Aussichtspunkt,
rasten wir ausgiebig. Haben nun Aussicht hinein in's Filstal, nach Donzdorf,
Salach, Süßen, weit im Hintergrund die Schornsteine vom Kraftwerk
Altbach, zu den Höhenzügen des Schurwalds. Nochmls Blick zu
Staufen -und Rechberg mit seinen an den Hang geschmiegten Ortschaften.
Aber auch alles stimmt bei diesem herrlichen Sommerwetter. Dann Aufbruch.
Wieder entlang des Albtrauf, auf schmalen Pfaden im Wald. Auf und Ab.
Es nimmt kein Ende. Nach dem Segelflugplatz Messelberg kommen wir dann
auf die endlose Strecke der sonnig heißen Hochfläche. Gut,
daß ein leichtes Lüftchen weht. Landwirtschaftliche Flächen
so weit das Auge reicht. Das waren lange 2, oder waren es 2x2, oder gar
3x2km. Eine Fata Morgana aus Kuchen, Kaffee, Wasser und Eis und köstliche
Mahlzeit flimmert am Horizont auf. Weit die Abstände zueinander.
Doch wir haben es geschafft! Die Kuchalb, neu errichtete gastliche Stätte,
ist erreicht und lädt zu wohlverdienter Rast bei kühlendem Nass
und guter Speise, ein. Ja, wo Bundeskanzler Schröder und Wirtschaftsboss
Hundt miteinander tafeln können, ist auch für die Wandergruppe
aus Ludwigsburg gut gewählter Rastplatz. Ausgeruht und gestärkt
macht man sich später wieder auf den Weg. Staunt über die sachkundigen
Fährtensucher. Liegt's im Blut oder ist es einfach Können? Versteckt,
am Waldrand, der Einstieg über eine steinig, schroffe, steile Wasserrinne.
Nochmals eine andere Art, Natur zu erleben. Wild verwachsen, Nesseln,
gestürtzte Bäume im tiefen Wasserbett, Naturschutzgebiet. Später,
dann auf besserem Weg, beginnt der lange Hatsch zum Ziel, dem Bahnhof
Geislingen. Hurra, wir sind da! Eisenbahnfahrt. Schnell sind wir wieder
in Ludwigsburg. Zwei wunderschöne Wandertage sind zu Ende. Ade miteinander.
Es war ein Erlebnis besonderer Art. Wir sind alle zufrieden und freuen
uns auf weitere Unternehmungen dieser Art. "
Ein herzliches Danke den Wanderführern Werner Breckle
und Klaus Ollig für gute Planung, fachgerechte und fürsorgliche
Führung. Sie haben viel dazu beigetragen und die Einsicht gestärkt,
daß wandern in der Natur ein unerschöpfliches Geschenk und
unentbehrliche Quelle für Gesundheit und Lebensfreude ist.
(Im Juni 2003 - Wolfgang Staudenmayer -)
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