Herrliche Berge, leuchten
in der Sonne......
Viertägige Bergwanderung "Kleines Walsertal"
11. bis 14. August 2003
(zum Vergrößern der Bilder einfach
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Wir
sind im Standquatier, dem Mahdtalhaus im Kleinen Walsertal bei Riezlern,
angekommen. Wir, das sind vier Frauen und neun Männer, also 13 Bergfreunde,
welche mit der Ortgruppe Ludwigsburg des Schwäb.Albvereins die seit
Jahren traditionelle Bergwanderfahrt mitmachen wollen. Doch blicken wir
zurück.
Die Sonn erwacht mit ihrer Pracht.... Früh schon hat man sich
in Ludwigsburg am Bahnhof zusammen gefunden. Per Bahn das erste Ziel:
Oberstdorf im Allgäu. Einfach schön der Blick, wenn beim "Grünten",
dem Tor zum Oberstdorfer Tal, die Ebene übergeht in grüne Wiesenmatten,
Wald, sanfte Hügel, vorbei an weit zerstreuten Ortschaften und sich
die Landschaft dann immer mächtiger, bis hin zu steil aufragenden
Felswänden, aufbaut. Untereinander bereits bekannt, konnte auch der
erste Wanderführer Klaus Ollig bei seiner Begrüßung in
Oberstdorf von sich aus sagen: Man kennt mich, wenn nicht, wird man mich
in den nächsten Tagen eventuell noch "kennen lernen"! Lacht
hier jemand? Er stellt die kommenden Wandertage mit den vorgesehenen Zielen
kurz vor, wie auch seine Helfer: Seine Frau Ingrid Ollig, zuständig
für die Feinmotorig der Wanderorganisation und Peter Mugele als zweiten
helfenden Wanderführer. Dann die Rucksäcke geschultert, wobei
die Frage aufkam: Was in den teilweise wahren Ungetümen von Lastsäcken
alles mitgetragen wird. Der
aussergewöhnlichen Hitze wegen sicher auch viel Flüssiges. Doch
raus aus der Stadt! Mit leichtem Anstieg hinauf nach Reute, hinab nach
Tiefenbach und hin zum Eingang der Breitachklamm. Natürlich begleitet
uns Sonne pur. Schattige Wiesen-und Waldwege tun gut. Vesper und nötige
Durstpause ist angesagt, bevor wir dann in die wildromantische Breitachklamm
einsteigen. Eine der schönsten Felsschluchten Mitteleuropas. Ein
einmaliges Naturerlebnis, mit tiefen Schluchten, ausgeschliffenen Wassermulden,
glattpoliertem Gestein, tosendem Wasser. Enger Felssteig führt uns
hinauf und weiter hinein in's Walsertal, der "Breitach" entlang.
Sonnenheiße Stellen aber auch schattige Strecken wechseln. Auf und
ab, später dann am Schwarzwasserbach, kommen wir hinaus zu Wiesenhängen,
zu holzüberdachter Brücke. Der Blick ist frei nach oben: Unser
Standquatier, "das Mahdtalhaus", grüßt herab. Beschwingter
Schritt vollends bergan. Wir sind da und unser Quatier hat uns sofort
gut gefallen., fühlen uns dort gleich heimisch und wohl. Schöne
Zimmer erwarten uns. Nach gutem Abendessen in naher Gaststätte, Kaiserschmaren
war der Hit der Tage, Spaziergang und geselliger Runde, wird der kommende
Wandertag vorgestellt. Inzwischen ist die Nacht von den Bergen gestiegen
und die Lichter im Tal löschen aus.... Wir gehen schlafen und träumen
von kühler Höhenluft.
Erstes
Morgenrot über den hohen Bergen.... Die Wanderung zum "Widderstein",
2533m hoch, beginnt. Der Bus bringt uns an's Talende nach Bödmen.
Von hier, dem Gemsteltal aufwärts, wollen wir zunächst von 1150m
hinauf zur "Widderstein-Hütte" mit 2010m kommen. Immer
mit Sonnenbegleitung gelangen wir hinein ins weite grüne Tal und
höher dem Berghang entlang hinauf in felsige Zonen. Gewaltig die
vorgelagerten Steinberge am Widderstein. Oft sind Trinkpausen angesagt.
Bei der "Oberen Gemsteltalhütte" wird aufgetankt. Es ist
einfach heiss, obwohl auch manch schattige Wegstrecke mit leichter Windkühlung
das Wandern am Berg etwas erleichtert. Auf Höhe gekommen zeichnen
sich voraus bald die umliegenden Bergketten in der Nähe und am Horizont
ab. Ein Blick zurück erstreckt sich weit hinein in's Walsertal. In
der Ferne zeichnet sich der breitgelagerte "Hohe Ifen" und das
"Gottesackerplateau", Ziel eines weiteren Wandertages, am blauen
Himmel ab. Noch schwitzen und schnaufen wir aber hinauf zur "Widdersteinhütte".
Letzte Mulde, letztes Kar, drüben weht eine Fahne, wir sind da. Große
Pause. Erholung. Rundblick hinein in die Allgäuer Alpenwelt und Erinnerung
an vergangene Bergfahrten. Bald ist man etwas ausgeruht, lebt wieder auf.
Dann: Wer möchte noch den "Widdersteingipfel" besteigen?
Hört man da jemand Ja sagen? Stille. Schweigen. Dann der einsame,
erleichternde Beschluß: Do ganget mr nemme nauf! Der Gipfel, ein
Opfer an die Sonne. Die Entscheidung war der Hitze wegen richtig und gut.
Wir brechen auf. Auf langem Höhenweg entlang und unterhalb des mächtigen
Widdersteinmassivs mit steilen Felswänden, tiefen Einschnitten und
Schutthalden ist erholsames Wandern. Bergnatur pur. Bergheimat du in dir
find ich Ruh....klingt an. Noch sparsam blühende Alpenblumen freuen.
dann sind wir am Abstieg hinunter in's Bärgunttal. Langer, durch
Regen, Erusion und Begehung geschundener Almwiesenabhang. Weiter auf steinigem
Weg zur Bärguntalm und immer tiefer in's Tal dem Bärgundbach
entlang nach Baad, dem letzten Ort vom Walsertal. Ein schöner, erlebnisreicher,
aber heisser anstrengender, Wandertag geht zu Ende. Busheimfahrt, Esseneinkehr,
Mahdtalhaus, Ausklang in gemütlicher Runde, Wanderentscheidung für
den nächsten Tag und wieder steigt die Nacht von den Bergen....
Zusammen mit der Wanderführung haben wir uns am dritten Wandertag
für ein anderes Vorhaben entschieden. Wieder ist ein heisser Sonnentag
zu erwarten. Ursprünglich wollte man zur Ifenhütte mit 1586
m kommen, dort zum Hahnenköpfle mit 2143 m steigen, dann das Gottesackerplateau
queren, die Oberen Gottesackerwände begehen um dann über das
lange Mahdtal wieder zum Quatier zu kommen. Eine lange ca. 7 stündige
Wanderung und das ohne Baum und Schatten. Ein Vorhaben, welches man bei
diesen heissen Sonnentagen nicht unternehmen sollte. So sind wir mit dem
Bus wieder nach Baad gefahren und haben von dort aus eine Halbhöhenwanderung
unternommen. Unterhalb des Walmendinger Horn führte der Weg relativ
auf und ab, hinüber zur Bühlalpe, oberhalb Mittelberg und Hirscheg
vorbei und dann abwärts zur Auenhütte. Schönes aussichtsreiches
Wandern. Der Blick geht über das Tal hinweg hinüber zu Widderstein,
Walser Geisshorn, Zwölferkopf, Fidererpass, Mindelheimer Klettersteig,
Hammerspitze, Kanzelwand und weiter zu Fellhorn, Schlappoldkopf, Söllereck.
Der Blick geht aber auch immerwieder sehnsuchtsvoll hinüber in's
Gebiet des "Hohen Ifen" das wir einfach für eine eventuell
spätere Wanderfahrt zurückstellen müssen. Wenn es nur nicht
so heiss wäre! Von der Auenhütte gehen wir dann in viel Schatten
spendenden Wald talwärts weiter dem Schwarzwasserbach entlang. Das
tief eingeschnittene Tal mit Wasserfällen, engen Schluchten und viel
Geröllsteinen ist allerdings total ausgetrocknet. Beim Anblick der
zerfurchten rissigen Bachsole ist zu ermessen wie gewaltig auch hier das
Wasser zu Tal stürzt. Erst in Nähe unseres Quatiers führt
der Bach wieder Wasser und lockt tatsächlich einen jungen Wanderfreund
zum erquickenden Bad. Nochmals den Berg hinauf. Der Wandertag, wenn auch
geändert, war schön und wir sind zufrieden. Es ist spät
geworden in geselliger Runde. Sei uns gegrüßt oh Nacht...Wir
schlafen einem neuen Tag entgegen. Am kühlenden Morgen wenn alles
noch ruht, erscheint sie am Himmel wie goldige Flut.... Ein neuer Sonnentag
ist angebrochen. Für uns bereits letzter Wandertag und Heimreise.
Zimmerreinigung, Packen, Frühstück, Abschied von gastlicher
Stätte. Heute fahren wir mit der Gondelbahn hinauf zur Bergstation
"Kanzelwand" welche auf 1968m liegt. Lang erstreckt sich der
mit dem Auge weit einsichtige Kammweg Richtung Oberstdorf hin. Zunächst
Abstieg, dann Aufstieg zum Fellhorn. Man befindet sich jetzt auf 2038
m. Weit geht heute der Blick auf die nächste Bergkette und darüber
hinaus. Biberkopf, Hohes Licht, Mädelegabel und Heilbronner Weg,
Höffats, Nebelhornmassiv und weit hinten im Sonnenlicht der Hochvogel
sind zu sehen. Schön auch der Blick hinunter in's Walsertal. Weiter
kommen wir auf jetzt schmalen Wandersteig, ausgesetzt und windig, über
teilweis felsigen schwierigen Abstieg weiter zum "Schlappoltkopf".
Unterhalb leuchtet das Auge des Schlappoldsees zu uns herauf. Wie vom
Wetterdienst vorhergesagt zieht in der Ferne dunkles Gewölk auf.
Kommt Regen? Der Weg zieht weiter zum "Söllereck". Hier
ist der Weg dann gesperrt. Wildpflanzen-Naturschutzgebiet ist angezeigt.
Jetzt noch herrlich anzusehende Bestände des Schwalbenwurz-Enzians
in tiefem blau und sicher noch andere Wildpflanzenarten müssen geschützt
werden. Geschützt werden von uneinsichtigen ausserhalb des Wegs gehenden
Bergkraxlern. In weitem Bogen müssen wir deshalb über ausgewaschenen
vielbegangenen Weg hinab zur Söller-Alm gehen. Der Himmel macht sich
immer mehr zu. Die Berge verschwinden immer mehr in schwarzen Regenwolken.
Später erreicht man noch rechtzeitig die Söllereckbahn. Bei
der Abfahrt beginnt es nun auch bei uns heftig zu regnen. Lang erwartetes
kühlendes Nass. Man beschliesst mit dem Bus nach Oberstdorf zu kommen,
ist so einiges vor der Zeit, man wollte ja die Stadt zu Fuss erreichen,
wieder am Ausgangspunkt der viertägigen Wanderfahrt. Ein letzter
schöner Wandertag ist vorbei. Einkehr und Heimreise beschliessen
den Tag.
Zum Schluß ist den Verantwortlichen, Klaus und Ingrid Ollig, wie
Peter Mugele, herzlicher Dank und großes Lob zu sagen. Die erstklassige
Vorbereitung der Wanderfahrt, die gut bedachte, verantwortliche geführte
Wegewahl hat die Teilnehmer höchst zufrieden gestellt. Es waren schöne
erlebnisreiche Tage mit einer tollen und gut hamonisierenden Wandergruppe.
Danke und Berge wir kommen wieder!
(Im August 2003, Wolfgang Staudenmayer)
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