Rückblick: Tages-Wanderung
der Seniorengruppe
im Schwarzwald
am 21.5.03
Wanderführer:
Frau Günther, Herr Günther, Frau Stoll, Herr Vogel
Um 8 Uhr sind wir mit einem Jäger-Bus in Richtung Schwarzwald gestartet.
Wir konnten uns zurücklehnen, dem Fahrer die Verantwortung überlassen
und zuhören, was Frau Aßfalg uns über unser Ziel berichtete.
Unsere Fahrt ging über Horb, Glatt, Glatten, Freudenstadt, Baiersbronn
zum Ruhestein.
Etwa eine halbe Stunde zu Fuß vom Ruhestein entfernt liegt das älteste
Bannwaldgebiet Baden-Württembergs, rings um den Wildsee. Bereits
seit 1911 unterbleibt hier auf 84 Hektar jegliche Waldnutzung.
Beim Aussichtspunkt Wildsee-Blick, direkt beim Euting-Grab, hatten wir
einen eindrucksvollen Blick auf den tief unten liegenden Wildsee und die
umliegenden Wälder.
Dr. Julius Euting, der auch "Ruhesteinvater" genannt wird, lebte
von 1839 bis 1913. Er hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die höchsten
Erhebungen im Nordschwarzwald um Zuflucht, Ruhestein und Hornisgrinde
touristisch zu erschließen.
1911 wurde dieses Gebiet zum Bannwald erklärt. Erst als die Stürme
des Jahres 1990 im gesamten Nordschwarzwald in Verbindung mit nachfolgenden
Hitze- und Trockenperioden ideale Vermehrungsbedingungen für Borkenkäfer
schufen, kam es auch im Bannwald zu einer Massenvermehrung des Buchdruckers.
Er befällt vornehmlich über 80jährige Fichten. Im Wirtschaftswald
werden befallene Bäume gefällt und die Brut vernichtet. Im Bannwald
blieben die befallenen Bäume stehen, und wir konnten das Ausmaß
der Borkenkäfer-Aktivität sehen. Dieses besorgniserregende Waldbild
abgestorbener Fichten wird sich in einigen Jahren - gemäß der
Forstdirektion Karlsruhe - zum Bild eines artenreichen Jungwaldes gewandelt
haben.
Dann gings vorbei an der Darmstädter Hütte.
Aber mitten auf unserer zweistündigen Wanderung erwischte uns ein
Guß etwa beim Geißkopf. Rechts und links des Weges sahen wir
die verheerenden Schäden des Sturmes Lothar. Es ist ein solch riesiges
Schadensgebiet, daß hier ein großer Gedenkstein aufgestellt
wurde zur Erinnerung an den 26.12.99. Zu diesem Anblick paßte eigentlich
der Regen recht gut.
Bald hörte es auf zu regnen, die Wolken verschwanden, wir hatten
wieder Ausblick ins Tal. Die Luft war herrlich frisch, und wir hatten
sehr gute Wanderwege.
Links konnten wir den Mummelsee erahnen. Dort spazierte die zweite Gruppe,
machte Pause im Hotel Mummelsee oder kaufte im Schwarzwaldladen ein.
Am Seibelseckle wartete unser Bus und brachte uns über Schliffkopf,
Alexanderschanze zum Kniebis ins Hotel Schwarzwald. Das Mittagessen -
schon im Bus ausgewählt - schmeckte uns gut.
Weiter ging es nach Freudenstadt.
Die frühere Heimat von Herrn und Frau Günther ist Baiersbronn.
Da hatten wir natürlich ganz kompetente Wanderführer. Herr Günther
stellte fest, daß wir gut in der Zeit sind. Er macht uns eine Freude
und hält noch für eine halbe Stunde in Freudenstadt zur Besichtigung
des Marktplatzes. Während der Fahrt berichtete Herr Günther
anschaulich über die letzten Kriegstage 1945: Freudenstadt wurde
von feindlicher Artillerie beschossen. Die Stadt brannte lichterloh, so
daß weithin die Nacht taghell war. Die Innenstadt wurde vollkommen
zerstört. Herr Günther zeigte uns noch die alten Schindel-bedeckten
Häuser an den Randgebieten, die erhalten geblieben sind. 1949 bis
1954 wurde Freudenstadt in Anlehnung an die alten Pläne wieder aufgebaut.
Der Wiederaufbau von Freudenstadt gilt auch heute noch als beispielhaft
für die Nachkriegszeit in Deutschland.
Wir besichtigten kurz den Marktplatz und die Ev. Stadtkirche.
Herzog Friedrich I. von Württemberg läßt ab dem Jahr 1599
die Stadt Freudenstadt durch den schwäbischen Baumeister Heinrich
Schickhardt planen und bauen, damit auch die Stadtkirche als ein großes
Eckgebäude des Marktplatzes, sie besitzt dadurch zwei Kirchenschiffe.
Wir starteten Richtung Baiersbronn.
Baiersbronn hat 8 Teilgemeinden und ist größte Tourismusgemeinde
Baden-Württembergs. Wir starteten zur Teilgemeinde Friedrichstal.
Dort begann eine einstündige Wanderung entlang dem Forbach, eine
Gruppe auf halber Höhe, die andere im Tal. Im Sonnenschein wanderten
wir bis Baiersbronn und kamen zur Kaffee-Zeit im Hotel Rose an.
Um ca. 18.40 Uhr sind wir nach einem erlebnisreichen Ausflugstag zur Heimfahrt
aufgebrochen. Wir fuhren über Klosterreichenbach, Besenfelder Steige,
Besenfeld, Calmbach, Höfen, Pforzheim, Illingen zurück. Unser
Fahrer setzte nach und nach seine Fahrgäste ab. Nach ca. 2 Stunden
waren wir wieder zu Hause.
Herzlichen Dank an Frau Aßfalg, unsere Wanderführer Frau Stoll,
Herrn Vogel, Herrn und Frau Günther und an den Fahrer.
Es war ein harmonischer, gelungener Wandertag.
(Melitta Labbé) |