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Rückblick auf die Wanderung:
"Vom Kloster Hirsau nach Zavelstein und Calw"
am 04.04.2004

CalwAm Sonntag den 4.April 2004 brachen 35 Wandererinnen und Wanderer des SCHWÄBISCHEN ALBVEREINS Ortsgruppe Ludwigsburg auf, um nicht nur die gute Luft des Schwarzwalds zu geniessen, sondern auch etwas die Kultur der näheren Heimat kennen zu lernen. Die Wanderung : "Rund um den Zavelstein" führte vom Kloster Hirsau über Zavelstein nach Calw. Die Anfahrt in den Nordschwarzwald wurde mit öffentlichen Verkehrsmitteln überwunden, wobei in Bietigheim und Pforzheim der Zug gewechselt werden musste. Erwähnenswert waren jedoch die Fahrten mit der Stadtbahn des KVV von Bietigheim nach Pforzheim und mit den DB-Triebwagenzug von Pforzheim nach Hirsau durchs Nagoldtal. Nach fast 1,5h war der Bahnhof Hirsau erreicht und die Wanderung konnte beginnen, nachdem der Wanderführer alle Gäste und Mitglieder des SAV begrüsst und einen guten Verlauf der Wanderung gewünscht hatte. Doch erst war noch eine Besichtigung des Klosters vorgesehen. Die Ruinen des Klosters Hirsau sind eine der ausgedehntesten und schönsten Klosteranlagen Süddeutschlands. Bereits um 830 wurden aus Mailand Reliquien des heiligen Aurelius, eines Bischofs des frühen Christentums nach Hirsau überführt, die zur Gründung eines Benediktinerklosters führten, welches allerdings um 1000 wieder verfiel. Ziele der Benediktiner waren : Gehorsam, Keuschheit, Eigentumsverzicht und Askese. Auf Anregung des Papstes Leo IX wurde das Kloster im 11.Jahrhundert unter dem Abt Wilhelm wieder aufgebaut und erlangte grosse kirchen- und geistesgeschichtliche Bedeutung. Von dem 1071 neu belebten Kloster St.Aurelius sind noch die eindrucksvollen Reste der dreischiffigen Säulenbasilika erhalten. 150 Mönche zählte das 1092 geweihte grösste Kloster Europas St. Peter und Paul. Die Klosteranlage weist auch heute noch auf die grossen Baustilepochen der Vergangenheit hin. Hierzu zählen neben der über 900 Jahre alten Aureliuskirche die Klosterruinen von St .Peter und Paul ( 1082 - 1091 ) mit ihrem romanischen Eulenturm, dem gotischen Kreuzgang ( 1482 - 1485 ) und der unversehrt erhaltenen gotischen Marienkapelle ( 1508 - 1516 ). Die grösste Blütezeit des Klosters war von der Mitte des 15.Jahrhunderts bis zum Anfang des 16.Jahrhunderts. Zum Klosterbezirk zählten damals 350 Orte und 5000 Hektar Land.Kloster Hirsau

1534 führte Herzog Ulrich die Reformation ein und liess eine evangelische Klosterschule einrichten, Ende des 16.Jahrhunderts wurde das Kloster endgültig aufgegeben. An der Stelle des Abthauses liessen die Herzöge von Württemberg ein Renaissance- Jagdschloss ( 1588-1592 ) durch Georg Beer und Heinrich Schickhardt errichten. Berühmt war das Schloss durch seinen hängenden Saal, der beim Tanzen mitfederte. Weiterhin befand sich hier der "Bonaventura Willkomm", ein grosser vergoldeter Pokal, den die Besucher des trinkfesten Herzogs Ludwig leeren mussten. 1692 wurde das Schloss durch einen Brand bis auf die Umfassungsmauern zerstört. Innerhalb dieser Mauern stand 250 Jahre lang, die von LudwigZavelstein Uhland besungene Ulme zu Hirsau. Sie musste 1989 gefällt werden. Schön wäre, wenn hier die Gemeinde Hirsau an der gleichen Stelle wieder eine junge Ulme pflanzen würde. Trotz vielen interessanten Daten über die Geschichte und die Baustile der Klosteranlage wollten jetzt jedoch alle Albvereinler und Gäste die Wanderung in den Schwarzwald beginnen. Nach kurzer Wanderung durchs Bärental begann der Aufstieg nach Altburg, wobei auf 3km ca. 300 Höhenmeter überwunden werden mussten. Dies gelang ohne Probleme, denn auf der langen Zugfahrt war genug Energie gesammelt und Kondition war selbstverständlich! In Altburg sahen wir erstmals die blaue Raute des Schwarzwaldvereins, die uns bis nach Zavelstein führte. Kurz vor 14Uhr erreichte die Wandergruppe die Stadt und Burg Zavelstein.

Leider konnten wir das schöne Panorama nicht geniessen, denn der schon lange angesagte Regen zwang zum Einsatz von Regenkleidung und Schirmen. In der St. Georgskirche legten wir eine kurze Rast ein, wobei das Gedicht von Viktor von Scheffel: "Zavelstein" uns nicht nur etwas über die Burg Zavelstein, sondern auch über die Wildkrokusse und "Diana Abnoba"(Schutzgöttin des Schwarzwaldes) erzählte.

Nach einer Kurzbesichtung der ehemals kleinsten Stadt Württembergs und der Burgruine begann der Abstieg nach Calw, der Geburtsstadt von Herman Hesse. Hier gab es noch ein kulturelles Bonbon, ein Rundgang über den Marktplatz mit den schönen Fachwerkhäusern, sowie dem Geburtshaus von Herman Hesse und dem Rathaus, aus dem unser neuer Oberbürgermeister Spec den Weg nach Ludwigsburg fand.

Die Schlusseinkehr fand im Gasthaus "Rössle" am Herman- Hesse-Platz bei schön gedeckten Tischen und schwäbischen Speisen und Getränken in angenehmer Atmosphäre statt. Viel Zeit zum Tafeln blieb jedoch nicht, denn bereits um 17:34 Uhr erwartete uns der Zug zur Heimreise nach Ludwigsburg. Auf dem Bahnhof Bietigheim blieb noch etwas Zeit für eine Verabschiedung aller Teilnehmer der Kulturwanderung in den Schwarzwald, wobei sich alle eine Wiederholung einer Schwarzwaldwanderung mit kulturellen Informationen wünschten.

(A.Ludl-5.04.2004)