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Rückblick auf die Albwanderung zu den Höllenlöchern am 16.05.2004

Bild 1"In Ludwigsburg ist Pferdemarkt, da muss ein Mann doch hin........." Aber doch nicht, wenn eine Wanderung auf die Alb unter der Führung von Ingrid und Klaus Ollig auf dem Plan steht! Und deshalb gaben 28 Wanderer statt dem Festumzug der Superlative einer Wanderung der Superlative den Vorzug.

Bis Metzingen fuhren wir mit der Bahn und machten uns dann zu Fuß auf den Weg, den Berg vor Augen, den wir erklimmen wollten. Zunächst flößte er uns ganz schönen Respekt ein, aber der zwar langgezogene, aber wenig steile Aufstieg war leicht zu bewältigen. Nachdem wir den Ort Metzingen verlassen hatten, ging es zunächst durch den Wald, aber bald schon umgab uns die für die Alb typische herrliche Wiesen- und Auenlandschaft mit immer wieder weiten Ausblicken über Täler und Höhen. Die Wiesen sind um diese Jahreszeit besonders schön - saftig grün und von Wiesenblumen bunt, überwiegend gelb übersät. Und wo die Wiesen bereits abgemäht waren, atmeten wir tief den Duft des Heues ein. Kurzum - Wonnemonat Mai eben, oder um es mit einem allseits bekannten Wort aus Ludwigsburg auszudrücken: "Ein Festival der Sinne".

Kurz nachdem wir den Ort Eningen durchquert hatten, setzte Herr Ollig zu den ersten Erklärungen an. Vor uns lag die Achalm und in weiterer Entfernung auf einem bewaldeten Berg konnte man die sogenannte "Unterhose" erkennen. Diesen Spitznamen erhielt der Schönberg-Aussichtsturm, weil er eben an eine solche erinnert, wenn man von unten an dem Turm emporsieht.Bild 2

Nach einem weiteren Aufstieg erreichten wir die Eninger Weide. Unterwegs konnten wir dabei einen Blick auf das untere Glemser Speicherbecken werfen und schon bald sollten wir auch das obere Speicherbecken erreichen. Hier erläuterte uns Klaus Ollig die Funktionsweise und den Zweck dieser gemeinsamen Anlagen, die der Stromgewinnung dienen und von wo zu Stoßzeiten zusätzlicher Strom ins Netz eingespeist wird.
In der Nähe des oberen Beckens war dann auch das hübsche Wanderheim "Eninger Weide", das zu einer Mittagseinkehr einlud und wo wir eine Stunde verweilten.

Als wir nach der Einkehr unsere Wanderung fortsetzten, hielt endlich auch das Wetter, was uns die Vorhersage versprochen hatte: nämlich überwiegend Sonnenschein und steigende Temperaturen. Vormittags war der Himmel noch von schweren Wolken verhangen gewesen und ein kräftiger Schauer schien jederzeit möglich.
Nach der Pflicht - nämlich dem Aufstieg - durfte man ab jetzt die Kür antreten, so sinngemäß die Worte von Herrn Ollig. Durch den Wald ging es jetzt fast eben, bis wir den steilen felsigen Rand des Berges, den Albtrauf, erreichten. Vom "Grünen Fels" aus konnten wir zum erstenmal unseren Blick weit, weit über das Albvorland schweifen lassen wie es am ganzen Albtrauf entlang immer wieder möglich ist.
Und da war noch etwas: hier oben auf diesem Gelände wurde jenen Wanderern die Erinnerung an den unheilvollen 2. Weihnachtstag 1999 wach, als sie bei einer Vorwanderung vom Jahrhundertsturm "Lothar" überrascht worden waren und gegen ihn ankämpfen mussten. Noch einmal verarbeitete man in Erzählungen die gefährlichen, lebensbedrohlichen Erlebnisse und konnte fast schon wieder darüber lachen. Ja, ja, die Zeit heilt alle Wunden.

Bild 3Wie auf vielen solcher Hochebenen üblich, ist auch auf dem Rossberg, den wir mittlerweile erreicht hatten, ein Segelflugplatz angelegt. Es herrschte reger Segelflugbetrieb an diesem herrlichen Maitag, und so hatten wir Wanderer Gelegenheit, zuzusehen, wie eine Seilwinde den Fliegern zu rasantem Tempo verhalf, damit sie den nötigen Auftrieb bekamen.

Weiter ging's und schon gab es den nächsten interessanten Punkt: Hätten Sie, lieber Leser dieser Zeilen, die Bedeutung eines trigonometrischen Steines gekannt? Gehen Sie wandern mit dem Albverein! Da erfahren Sie so etwas! Bald darauf war die Wandergruppe am Sonnenfels angelangt und sie genoss noch ein letztes Mal den weiten Ausblick über das Land.

Bild 4Unsere Wanderung neigte sich dem Ende zu, da musste die Ingrid den Klaus doch noch zum Teufel jagen - Quatsch, durch das Höllenloch, eine Felsschlucht. Sie wurden von einigen Mutigen begleitet, andere trauten sich nicht und warteten lieber oben, bis alle wieder unversehrt beieinander waren.. Dann ging es über den Calverbühl bergab. Beim Abstieg auf unzähligen Serpentinen begleitete uns der betörend süße Duft des Silberblattes, das hier recht verbreitet ist.

Da Dettingen direkt am Fuße des Berges liegt, hatte man es nicht weit bis zur Gaststätte "Linde". Hier fand man zur Schlusseinkehr zusammen, bis es Zeit war für die Heimfahrt mit der Bahn.

Ein interessanter, lehrreicher, rundum harmonischer Wandertag war zu Ende gegangen. Ein Tag, wie aus dem Bilderbuch: blauer Himmel, Sonnenschein, klare Luft, bezaubernde Landschaft, gute Gespräche mit netten Leuten, interessante Erlebnisse!!!
Herz, was willst du mehr?