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Rückblick auf die 4-Tage-Wanderung in der Osteifel 2004
vom 10. bis 13. Juni 2004

(Zum Vergrößern der Bilder einfach draufklicken)

Bild01In unseren schönen deutschen Landen ist die Eifel ein vernachlässigtes Gebiet, das dem Otto Normalverbraucher als ein nur wenig begehrenswertes Reiseziel erscheint, zum einen, weil es bis dato touristisch wenig erschlossen, zum anderen nicht exotisch genug ist. "Das muss anders werden" dachte sich einst das aus der Eifel stammende Wanderführer-Ehepaar Ingrid und Klaus Ollig und bot in diesem Jahr zum vierten Mal Wandertage in der Eifel an. Olligs riefen und viele folgten - mit anderen Worten: kaum war der Termin für die Anmeldung gekommen, war die Kurzreise auch schon ausgebucht.

Am frühen Morgen des Fronleichnamtages begab sich also eine 44köpfige Wanderschar auf den Weg, willens, die Eifel auf Schusters Rappen wenigstens in kleinen Teilen zu erkunden. Zunächst freilich musste uns Günter König - Günter ohne h wohlgemerkt - mit seinem Bus in dieses Mittelgebirge chauffieren. Unterwegs machte das satte Grün des Hunsrück bereits Appetit auf mehr und ließ den Drang nach Bewegung in freier Natur wach werden. Nebenbei sei angemerkt, dass wir die einst höchste Brücke Europas passierten, mittlerweile hat die Kochertalbrücke ihr diesen Rang abgelaufen - interessant vielleicht für die Wanderer, die erst zwei Wochen zuvor unter letztgenannter durchgewandert waren.
Kurz nach halbelf Uhr erreichten wir den Ort Monreal, den Ausgangspunkt und das Ziel unserer ersten Wanderung. Mit einem prüfenden Blick gen Himmel stellte man die ewig aktuelle Fragen: Was ziehe ich an? Was muss ich mitnehmen? Was kann ich im Bus lassen? Noch war das Wetter trocken und frohen Mutes begann man den Aufstieg durch das Karbachtal zu dem Ort Reudelsterz. Hier angekommen, fielen gleich die schiefergedeckten Dächer ins Auge - bei uns eher selten zu sehen, in der Eifel durch die reichen Schiefervorkommen jedoch sehr häufig. Leerstehende Häuser waren ein Zeichen dafür, dass auch hier wie vielerorts in der Eifel die Menschen abgewandert waren aus Mangel an Arbeitsplätzen. Auf einem Platz vor einer stillgelegten Schule legten wir eine Mittagspause ein - der Bus hatte inzwischen diesen Platz angefahren - und Günter verwöhnte uns mit heißem Kaffee. Bild02Bevor man die Wanderung fortsetzte, belehrte uns Klaus Ollig vorsichtshalber über Verhaltensmaßnahmen bei Gewitter, denn mittlerweile waren schwere, dunkle Wolken aufgezogen. Und dann platzte er los, der Regen, und wir mussten in unseren Bus flüchten und abwarten, bis das Schlimmste vorüber war. Nichtsdestotrotz wurde die Wanderung fortgesetzt und man erreichte bei Regen, der erneut eingesetzt hatte, Monreal. Eine gastfreundliche einheimische Frau öffnete für uns ihr Garagentor, damit wir einen Unterstand hatten, während wir auf den Ortsführer warteten. Die Führung fand dann überwiegend im Trockenen in der Pfarrkirche statt, die ihrerseits auch recht sehenswert und mit einem prächtigen Altar ausgestattet war. Einen Rundgang durch den idyllisch im Elztal gelegenen romantischen Ort mit seinen putzigen Fachwerkhäusern und alten Brücken ließen wir uns aber trotz Regen nicht entgehen. Während sich anschließend die einen in einem urig gemütlichen Café an Eis oder Kuchen labten, bestiegen ein paar Unentwegte doch noch die Löwenburg, die man witterungsbedingt rechts liegengelassen hatte. Gegen 17 Uhr begab man sich zum Bus, der dann Kurs auf das Städtchen Kaisersesch nahm. Hier waren Ingrid und Klaus geboren und hier bezogen wir auch Quartier in dem hübschen, freundlich gestalteten Waldhotel "Kurfürst" am Rande des Ortes.

Bild03Die Wanderung des 2. Tages führte uns von der Quelle bis zur Mündung des Pommerbaches. Zunächst zeigte uns Klaus Ollig jedoch seine Heimatstadt, von der mir hauptsächlich der schiefe und zudem verdrehte Kirchturm der St.-Pankratius-Kirche und der freundliche "alte Postplatz" in Erinnerung geblieben sind. Auf diesem traf man auch wieder mit Ingrid und Gefolge zusammen, denn die Gruppe hatte sich wegen verschiedener Besorgungen getrennt. Nun brauchten wir nur noch der Wandermarkierung "P" wie Pommerbach zu folgen immer dem Bach entlang abwärts durchs das ganze Tal, bis wir in dem Ort Pommern Zeuge sein durften, wie dort der Pommerbach in die Mosel fließt. Aber bis dahin war es noch ein weiter Weg - nämlich stattliche 25 km - und der führte uns erst mal durch einen langen dunklen Tunnel. Danach aber streiften wir durch wilde Wiesen mit üppig hochstehendem Gras, durch Feld und Wald. Wir machten Rast an einem Steinbruch nicht weit entfernt von der Villa Margaretha, erreichten bald darauf das Kloster Rosental, von dem allerdings nur noch ein paar pflanzenüberwucherte Mauerreste überdauert haben, und ließen uns - da ein einladend hübsches Plätzchen - auch dort noch für ein Weilchen nieder. Über unzählige Holzstege überquerten wir dann immer wieder den Bach. Irgendwann, ich glaube es war beim "Olligs-Heiligenhäuschen" (!nein, nicht dem begnadeten Wanderführer geweiht, sondern vom Wort Ollig wie Öl abgeleitet!), setzte dann auch an diesem Tag Regen ein und machte den Rest der Wanderung durch die aufgeweichten matschigen Wege etwasBild04 beschwerlich. Aber glücklich und froh, dass wir etwas geleistet hatten, ließen wir uns von dem in Pommern bereitstehenden Bus heim ins Hotel bringen.

Am dritten Tag waren die Dauner Maare angesagt, drei an der Zahl. Der Bus lud uns an einer Stelle aus, von der man gleich einen Blick auf zwei von ihnen werfen konnte. Da lagen sie unter uns, fast kreisrund und still. Irgendjemand hat sie mal die "Augen der Eifel" genannt. Eigentlich liegen alle drei nicht weit entfernt voneinander, aber Klaus machte solch einen großen Bogen drum rum, dass es für eine 5 ½ stündige Wanderung reichte. Zunächst schlug man den Weg zum Schalkenmehrener Maar ein, an dem auch das Örtchen gleichen Namens liegt. Hier konnte man sich noch rasch mit Proviant eindecken, bevor es höher hinauf ging und wir oben eine offene Landschaft antrafen, die einen Blick weit über Täler und Höhen freigab. Ich selbst liebe solche Weiten, aber auch hier wurde die Freude getrübt durch immer wieder einsetzende Regenschauer. Unser Weg führte etwas entfernt an der Eifelsternwarte vorbei, der zweitgrößten Sternwarte der Bundesrepublik, und durch den Ort Brockscheid, der durch seine Glockengießerei bekannt ist. Auf der Burgruine Geißenburg erwischten wir doch tatsächlich mal ein regenfreies knappes Stündchen, sodass wir uns auf Baumstümpfen niederlassen und eine Mittagspause einlegen konnten. Ich weiß nicht mehr, wie und wo wir an den Bus kamen, wir liefen wohl noch eine Weile. Aber von da an begann das dritte Teilstück der Wanderung dieses Tages, bei der es der Wettergott ausnahmsweise mal gut mit uns meinte. Ich habe bis jetzt vergessen zu erwähnen, dass die Wanderungen in Etappen eingeteilt waren, an den Schnittpunkten stand jeweils der Bus bereit, sodass die Teilnehmer die Wahl hatten, welche Strecke sie zu Fuß und welche sie mit dem Bus zurücklegen wollten. Für das dritte Teilstück hatte uns Klaus Ollig eine steile Steigung Bild05prophezeit. Aber zunächst ging es mäßig ansteigend, bis wir das Gemündener Maar erreichten. Ein bezauberndes Fleckchen Erde trafen wir hier an - so schön, dass sich einst Graf Moltke veranlasst sah, hier seinen Geburtstag zu feiern. Und weiter ging's, jetzt wirklich steil, hinauf auf den Mäuseberg. Und etliche wollten noch höher hinauf und bestiegen den dort erbauten Dronketurm. Fantastisch, die Aussicht, die sich hier in alle Himmelsrichtungen bot!! Das Eifelgebirge lag uns zu Füßen!! Das war - im doppelten Sinne - der Höhepunkt des Tages. Auf dem Weg zum Bus warfen wir noch mal einen Blick auf das Weinfelder Maar (auch Totenmaar genannt) und in die Friedhofskapelle. Kaum hatten wir den Bus erreicht, da setzte mal wieder strömender Regen ein.

Vierter Tag: Heimreisetag! Nach dem Frühstück wurden die Gepäckstücke verladen, man nahm Abschied von den Wirtsleuten und auf der Freitreppe wurde schnell noch ein Gruppenfoto geschossen, denn so jung sieht man sich nie wieder. Aber bis zum Abend war es noch lang und Zeit genug für eine Kurzwanderung. Die Anfahrt zum Ausgangspunkt Mayschoß dauerte eine ganze Stunde und bot somit Gelegenheit, die Landschaft mal vom Bus aus zu betrachten. Immer wieder wurde das saftige Grün der Wiesen und Wälder von einem leuchtenden Gelb unterbrochen, nämlich von üppig blühenden Ginsterbüschen, dem sogenannten Eifelgold. Am Nürburgring herrschte ungewohntes lebhaftes Treiben und einem Bummel durch den schmucken Ort Adenau wäre ich nicht abgeneigt gewesen. In Mayschoß wurde dann der Bus abgestellt, denn da diesmal alle die ganze Strecke bewältigen wollten, durfte auch unser Günter mitwandern. Zunächst ging es aufwärts zur Sassenburg, die aber wegen Restaurierungsarbeiten eingerüstet und deswegen nicht zugänglich war. Man setzte den Weg fort und kam wieder unten im Tal der Ahr an. Nun verlief die Wanderung immer entlang der Ahr über den Ort Rech bis nach Dernau. Bild06Da der Fluss in diesem Streckenabschnitt sehr viele Windungen macht und beidseitig von steil aufragenden Bergen gesäumt wird, wurde man von immer neuen reizvollen Blickwinkeln überrascht. In Dernau wechselten wir die Seite. Nun ging es auf dem Rotweinwanderweg auf halber Höhe des Berges die gleiche Strecke zurück nach Mayschoß. Herrlich die Ausblicke von der Höhe! (Nebenbei sei erwähnt, das sich im Inneren dieser Weinberge der ehemalige Atomschutzbunker der Bundesregierung befindet). In Mayschoß war dann der Kreis geschlossen, sowohl für diesen Tag als auch für das gesamte Wanderangebot Osteifel 2004. In einer Straußenwirtschaft - gleichbedeutend mit unseren Besenwirtschaften - fand man bei deftigem Schweinebraten mit Kraut und einem guten Ahrwein zu einem feuchtfröhlichen Ausklang zusammen. In kompetenter Weise, da selbst Wanderführerin, hielt Irmi Tauscher eine Laudatio auf das Wanderführerpaar Ingrid und Klaus Ollig und sprach ihnen - und "im Namen aller" war in diesem Fall keine leere Floskel - ein ganz großes Dankeschön aus.

Ein paar Tage sind seitdem vergangen und merkwürdig - als hätte es Regen nie gegeben, sind mir nur helle freundliche Tage in Erinnerung geblieben. Nichts wirkt so befreiend auf Körper und Geist wie die Bewegung in frischer Luft und der hautnahe Kontakt mit der Natur (selbst Regen ist manchmal schön!). Wenn Sie diese Erfahrung auch machen möchten, lieber Leser, probieren Sie's aus, wandern Sie beim nächsten Mal einfach mit!!

(Dorothea Göhler)