Rulamanweg
am 29. August 2004
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Am Sonntag, den 29. August, machte der Verein seinem Namen in diesem Jahr bereits zum viertenmal Ehre und erwanderte Ziele auf der Schwäbischen Alb. Diesmal sollte es der Rulamanweg und die Burgruine Hohenwittlingen sein. Um ½ elf Uhr konnte der Wanderführer Willi Vöhringer in Bad Urach, dem Ausgangspunkt, 39 wanderfreudige Personen willkommen heißen, darunter etliche Gäste, aber ganz besonders begrüßte er die Brüder Matthias und Michael und den kleinen Jonathan. Alle drei zusammen waren weniger als 30 Jahre alt und senkten somit das Durchschnittsalter aller Teilnehmer auf erfreuliche Weise.
Zuversichtlich machte sich die Wanderschar auf den Weg, denn die Wetterprognosen waren alles andere als rosig, aber noch war es von oben trocken. Doch kaum war man gestartet, musste man die Schirme zücken, denn ein zunächst leichter Nieselregen weitete sich zu einem Landregen aus. Das minderte aber keineswegs die Laune der Wanderer und schon bald erreichte man den Rulamanweg. Dieser Lehrpfad erhielt seinen Namen in Anlehnung an eine Romanfigur von David Friedrich Weinland. Er ist mit Schautafeln und Skulpturen ausgestattet und beschreibt in anschaulicher Weise eine Zeitreise von der Gegenwart zurück zu den Anfängen der Menschheit, wobei jeder Schritt einem Jahrtausend gleichkommt. Leider fehlte die Zeit und bei dem Regen die Muße, sich gründlicher in die Ausführungen zu vertiefen.
Um zur Burgruine Hohenwittlingen zu gelangen, mussten wir dann einen beachtlichen Höhenunterschied überwinden, und der steile Weg erforderte unsere ganze Aufmerksamkeit, da er durch die Regenfälle der vergangenen Tage recht rutschig war. Auf halber Höhe trafen wir zunächst auf die Schillerhöhle, im o.g. Roman Tulkahöhle genannt und erreichten dann keuchend die Burg. Aber wie wurden wir für unsere Mühen belohnt! Ein traumhafter Ausblick bot sich uns über das Ermstal hinüber nach Sirchingen und zur tief unten gelegenen Spinnerei und just in diesem Augenblick rissen ein paar Wolken auf, gaben ein Stück tiefblauen Himmel frei und ein paar Sonnenstrahlen erhellten unsere Gemüter. Das alles lud zu einer Rast ein, ca. 20 Minuten waren uns vergönnt, bevor der nächste Regen losprasselte.
Mit der Burg hatten wir unsere höchste Höhe erreicht und wir konnten unseren Weg nun gemächlich auf ebenen, meist weichen Wegen fortsetzen. Im Ort Wittlingen geschah dann etwas, was wir später scherzhaft als „die Meuterei in Wittlingen“ bezeichneten. Unser Wanderführer Willi war plötzlich mit ein paar Gefolgsleuten über alle Berge, noch während sich der zweite Führer Josef Eger – er war für den erkrankten Peter Mugele eingesprungen und die Strecke nicht vorgewandert – anhand der Karte Orientierung verschaffte. Aber gewandt und mit sicherem Schritt führte der Sepp die Schar seiner Getreuen bzw. der „Abtrünnigen“ von Willi auf den rechten Weg und nach ca. einer Stunde trafen wir auf die Vorhut, die ermattet eine Pause eingelegt hatte. Über diese Posse und der glücklichen Wiedervereinigung lachte selbst die Sonne und sie wurde fortan unsere Begleiterin. Auf bequemen weichen Waldwegen wanderten wir weiter, immer mal wieder vom Weg abweichend, um von einem Felsvorsprung aus, wie u.a. dem Kunstmühlefels, unsere Augen über die reizvolle Landschaft schweifen zu lassen. Beim Michelskäppele genossen wir ein letztes Mal die herrliche Aussicht, denn von nun an ging’s bergab. In der Gaststätte Krone, am historischen Marktplatz von Bad Urach gelegen, vervollkommnete eine ausgezeichnete Einkehr einen schönen, gelungenen Wandertag. (Hatte ich was von Regen gesagt? – längst vergessen!)
Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Fast wäre der Wanderführer Willi der Gruppe ein zweites Mal abhanden gekommen. Denn in der spätgotischen Stiftskirche St. Amandus, zu deren Besichtigung man vor der Abfahrt noch Zeit gefunden hatte, stand er plötzlich vor verschlossenen Türen. Gottseidank wurden er und zwei Begleiterinnen noch rechtzeitig von der Mesnerin entdeckt. Die Heimfahrt verlief dann reibungslos, so dass alle zum Schluss sagen konnten: Ende gut – alles gut!
(Dorothea Göhler)
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