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Rückblick auf die Wanderung
im Taubertal
am 06.03.2005

Leise rieselt der Schnee. Nein, nicht von dem Weihnachtslied ist die Rede, sondern von den Wetterverhältnissen bei der Wanderung am Sonntag, den 6. März, im Taubertal. Gustav König hatte die Führung übernommen und für den verhinderten Dieter Mosdzien sprang Josef Eger als zweiter Wanderführer ein. Etwa 20 Teilnehmer waren auf eine lange Zugfahrt gefasst, die man aber gerne in Kauf nahm, um mal eine entlegenere und weniger bekannte Ecke zu erkunden. Pünktlich um 07:18 Uhr bestieg man in Ludwigsburg einen fast leeren Zug, wir Wanderer hatten einen ganzen Eisenbahnwaggon für uns und in dem geräumigen, mollig warm beheizten Abteil fühlten wir uns fast wie im heimischen Wohnzimmer. Über Heilbronn - Osterburken erreichten wir Lauda, stiegen dort in den Zug nach Bad Mergentheim und konnten nach einer kurzen Begrüßungsansprache von Gustav König um halbzehn unsere Wanderung beginnen.

In den bezaubernden Straßen und Gassen von Bad Mergentheim mit Häusern im barocken Stil war gerade ein Krämermarkt aufgebaut. Auf majestätische Art wird das Stadtbild von dem Schloss mit dem Deutschordensmuseum geprägt. In den Schloss- und Kurparkanlagen, über die sich jetzt zwar eine winterlicher Ruhe ausgebreitet hatte, konnte man dennoch das Flair des Kurbetriebes erahnen. Diese schöne Stadt hätte zum längeren Verweilen eingeladen, doch weiter ging es durch immer noch bebautes Gebiet an Bahngleis und Tauber entlang bis in den Ort Igersheim.

Von dort begann der Aufstieg zum Tauberberg. Die Wanderstöcke kamen vorsorglich zum Einsatz, denn man wollte ja nicht auf dem frischen Schnee, unter dem sich oft Glatteis verbarg, ausrutschen. Bei einem kleinen Kapellchen, wo auch Holztische und -bänke aufgestellt waren, machten wir die erste Rast. Von hier aus bot sich ein herrlich weites, verschneites Panorama über das Taubertal. Der Horizont war allerdings von den vielen Schneeflocken verschleiert, sodass man nicht recht wusste, wo der Schnee aufhörte und der Himmel anfing, ergab aber dennoch ein stimmungsvolles Bild. Die kleine Stärkung war nötig gewesen, denn nachdem wir bis jetzt auf festgetretenen Wegen marschiert waren, trafen wir nun auf Tiefschnee. Im wahrsten Sinne des Wortes trat einer in die Fußstapfen des anderen, was so viel Aufmerksamkeit erforderte, dass manch einer vergaß, auf den Höhen des Tauberberges dem traumhaften Rundum-Weitblick Beachtung zu schenken. Später im Wald kam dann doch mal die Sonne hervor und ließ die Schneekristalle wie tausend kleine Diamanten funkeln. Kurz nach dem Waldaustritt trafen wir auf den mächtigen Wartturm. Von hier aus sahen wir bereits Weikersheim zu unseren Füßen liegen. Nur noch ein gemäßigter kurzer Abstieg und wir hatten unser Ziel erreicht.

Wir waren zeitig in Weikersheim eingetroffen und überbrückten die Spanne bis zum Einlass ins Restaurant mit einem Rundgang durch die Altstadt, warfen einen Blick in die Stadtkirche und schlenderten durch den Schlosspark. An der eigentlich geplanten Schlossbesichtigung waren nur vier Personen interessiert. Die anderen strebten in die Gaststätte, um sich nach der doch etwas anstrengenden Wanderung an Speis und Trank zu laben. Zwei Stunden früher als vorgesehen traten wir die Heimfahrt an, die genauso reibungslos verlief wie die Hinfahrt. Den beiden Wanderführern sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank gesagt für die Vorbereitung und Durchführung eines wieder mal wunderschönen Wandertages.

Während ich diese Zeilen schreibe, herrscht draußen ein ausgesprochenes Schmuddelwetter. Ich bin froh, die weiße Pracht noch einmal ausgekostet zu haben - in unseren Breitengraden vielleicht für lange Zeit ein letztes Mal.

(Dorothea Gähler)