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Rückblick
"Auf stillen Wegen vom Zabergäu zum Heuchelberg"
am 19. März 2005

(Zum Vergrößern der Bilder einfach draufklicken)

Bild1Im Programm des Schwäb. Albvereins der Ortsgruppe Ludwigsburg wurde u.a. im März 2005 eine Wanderung "Auf stillen Wegen vom Zabergäu zum Heuchelberg" angeboten. Eine Samstags-Wanderung, da an Sonntagen diese Gegend nicht so gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Mit Bahn und Bus erreichte man den Ort Weiler an der Zaber. Ein kleiner Ort und Ortsteil von Pfaffenhofen, den die Wanderführer Irmi und Norbert Tauscher als Ausgangspunkt der Tagenwanderung gewählt haben. Sie vermelden in was für einem breiten landwirtschaftlich und mit Weinanbau genutzten Tal der Ort liegt.

Erstaunlich wie das jetzt verhältnismäßig kleine Flüsschen Zaber, welches bei Lauffen in den Neckar mündet, in Millionen von Jahren sich in die Landschaft eingebettet hat. Dann ist man unterwegs, in Weinbergen aufwärts und weiter zum Ort Michelbach. Wenn die Wanderer innehalten, ihr Gespräch bisweilen zur Ruhe kommt, ist tatsächlich die Weite und Stille der Landschaft zu spüren. Weiter führt der Weg hinauf zur "Ebene" wo am aufgelassenem ehemaligen "Pfitzerhof", eine restaurierte Hütte erinnert noch daran, Rast eingelegt wird. Es ist zu vermerken, dass dem interessierten Wanderer nicht nur Landschaft in ihrer Vielfalt, sondern auch immer wieder wissenswertes aus der Zeitgeschichte der jeweiligen Gegend vermittelt wird. So auch auf dem Weiterweg durch Wald, wobei ein Teil der sogenannten "Eppinger Linie" eingesehen werden kann. Quer durch den Wald läuft sichtbar ein damals 2,5 m tiefer Graben und ebenso hoher Erdwall.

Bild2Der Wanderführer geht auf die Geschichte der Verteidigungslinie ein: Im Pfälzer Erbfolgekrieg fielen von 1688 an mehrmals französische Truppen plündernd und brandschatzend im Südwesten Deutschlands ein. Um die Einfälle mit wenig Truppen abwehren zu können, ließ Margraf Ludwig Wilhelm von Baden, der "Türkenlouis", vom Frühjahr 1695 an eine 86 km lange Verteidigungslinie von Neckargmünd bis Pforzheim in Fronarbeit bauen. Von der allgemein hügeligen Geländeform her schon gut zu verteidigen, wurden noch undurchdringliche breite Holzverhaue vor und hinter dem eigentlichen Verteidingswall angelegt und so den Einfällen Einhalt geboten. Weiter auf dem Waldweg entlang sind fleißige Waldbauern dabei gefälltes Holz in Scheiter zu spalten und zum Abholen bereit zu legen. Die Stille des Waldes wird für kurze Zeit unterbrochen.

Aus dem Wald kommend, das Wetter ist zusehends sonniger geworden, liegt dann Kleingartach im Tal vor uns. Auf und ab, nun dem Waldrand entlang, wird die ehemalige Leinburg erreicht. Das Ziel der Wanderung Niederhofen, ein Stadtteil von Schwaigern, ist bald erreicht. Einst war der Ort durch Mauern und Tore geschützt, war zunächst badisch und kam 1380 zu Württemberg. Die Herren von der Leinburg hatten hier auch einen Herrschaftshof, den "Niederen Hof", vom dem der heutige Ortsname stammt. Eine gute Einkehr und der besondere Dank an die Verantwortlichen für die geführten "stillen Wege im Zabergäu und Heuchelberg" beschließen den Wandertag. Zufrieden kehrte man nach Ludwigsburg zurück.

(Wolfgang Staudenmayer)