Rückblick auf die
Jahresfahrt
der Seniorengruppe in den Harz
vom 19. bis 24. Juni 2005
unsere Wanderführer:
Frau Aßfalg, Frau Günther, Herr Günther, Herr Schuster
Sonntag, 19. Juni 2005
Wir sind aufgebrochen in den Harz mit Fahrer Stefan Kälberer in einem Rexer-Bus. Frau Aßfalg stimmte uns ein mit Wissenswertem über unser Ziel. Der Name Harz geht sprachgeschichtlich auf "Hard" oder "Hart" zurück, das war die frühmittelalterliche Bezeichnung von Wald. Der Harz ist das nördlichste deutsche Mittelgebirge. Er gliedert sich in Ober- und Unterharz. Das Brockenmassiv und die umliegende Hochfläche bilden den Mittelharz.
Wegen des Bergbaus, hier fand man Silber, Blei, Zink und Kupfer, sind durch Aufforstungen große Fichten- und Mischwälder entstanden.
Die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung heute ist der Fremdenverkehr, der bereits schon um die Jahrhundertwende langsam begann.
Also um 7.45 Uhr fuhren wir los. Irgendwann nach dem ersten "technischen Halt" hat Kurt Krautt Friedlinde's Eierlikör erschnüffelt. In essbaren Likörbechern fand er guten Absatz.
Noch ein zweiter Halt. Danach hat Frau Ley uns beim Vorbeifahren an Kassel über ihre Heimatstadt berichtet.
Herr Günther sorgte vor. Er hat jedem die vervielfältigten Liedtexte verteilt. Mit Gesang und Mundharmonikabegleitung durch Herrn Krauss sind wir um 13.45 Uhr zur Mittagspause in Goslar angekommen.
Um 15 Uhr trafen wir uns zur Stadtführung. Goslar hat eine malerische mittelalterliche Altstadt mit Kirchen, sehr schönen Schiefer- und Fachwerkhäusern und die Kaiserpfalz. Die Stadtführer haben uns über die Entstehung und Entwicklung der Stadt unter dem Rammelsberg und den Silber- und Erzvorkommen berichtet. Und sie haben uns das alte schöne Haus der Familie Siemens mit angebauter Brauerei gezeigt.
Um 17 Uhr fuhren wir ins Maritim-Hotel, schön auf dem Berg gelegen, am Rande von Braunlage.
Es war ein guter Reisetag, sonnig und warm.
Montag, 20. Juni 2005
Ein Super-Tag! Sonnig und warm.
Er begann für manche mit Schwimmen in großen Becken in der Halle oder im Freien.
Danach konnten wir das reichhaltige Frühstück vom Büffet so richtig genießen. Es gab alles vom Sekt bis zum Lachs, was das Herz begehrte.
Um 9.30 Uhr starteten wir zum Wurmberg (mit 971 m vierthöchster Berg des Harzes). Auf ihm befindet sich eine Gaststätte und eine Sprungschanze. Es ist der Hausberg von Braunlage. Entweder konnte man mit der Kabinenbahn ganz nach oben fahren, oder einen Teil hochwandern und auf der Mittelstation zusteigen, oder ganz nach oben wandern (ca. 2 Std.).
Manchmal haben die Wanderführer ihre rechte Not mit uns Wanderern. Dann nämlich, wenn sie nicht den mühsam ausgesuchten und vorgewanderten Weg gehen möchten. Herr Günther hat uns kurz den Marsch geblasen, dann lief es wieder harmonisch und reibungslos.
Wir hatten oben einen herrlichen Ausblick zum Brocken und auf Schierke.
Nach einer Stärkung im Restaurant - wer wollte - kamen wir am frühen Nachmittag mit der Bahn oder zu Fuß wieder nach unten. Wir hatten den Nachmittag zur freien Verfügung. Es war ein Tag zum Erholen.
Dienstag, 21. Juni 2005
Sommeranfang mit Sekt zum Frühstück!
Um 9.30 Uhr Start zur Okertalsperre. Von dort sind wir zwei Stunden gewandert bis zum kleinen Restaurant an der Okertalsperre oder mit dem Schiff oder Bus dorthin gekommen. Nach der Mittagspause haben wir die Stabkirche in nordischer Bauweise (Norwegen) besichtigt. Die Holzkirche wurde in den Jahren 1907/1908 fertiggestellt. Die Holz-Innenkonstruktion der Kirche hat weder Nägel noch Schrauben.
Wir sind nach Clausthal-Zellerfeld weitergefahren. In einer 1 1/2stündigen Führung im Bergwerks-Museum bekamen wir in den düsteren Stollen einen Eindruck von der Mühsal der Arbeit unter Tage. Mit dem Lied "Glück auf" verabschiedete sich unsere Gruppe.
Zum Glück wartete der Regen, bis wir beim Abendessen saßen.
Mittwoch, 22. Juni 2005
17 Grad C, bewölkt, aber das Wetter wurde im Laufe des Tages gut.
Abfahrt um 9 Uhr nach Wernigerode. Durch die Straßenbaustelle konnten wir nicht pünktlich sein zu unserer Stadtführung. Gleich am Anfang wurde deutlich, daß Wernigerode eine Fachwerkstadt ist, für die der Dichter Hermann Löns den Beinamen die "Bunte Stadt am Harz" fand, den sie heute noch führt. Mit unserem Stadtführer sind wir die Breite Straße hinaufgewandert. Er erklärte verschiedene Bauwerke, bis wir zur "guten Stube", dem Marktplatz kamen mit dem imposanten Bau des spätgotischen Rathauses.
Nach 1 Stunde teilte sich unsere Gruppe. Die einen blieben in Wernigerode, besichtigten noch weiter oder machten einen Bummel durch die schönen Geschäfte. Vielleicht war auch jemand im Cafe Wien, das unser Stadtführer sehr empfahl.
Die anderen fuhren nach Drei-Annen-Hohne zur Brockenbahn. Der historische Dampfzug, wir hatten einen reservierten Wagen für uns, schnaufte im 25 km/h-Tempo auf den 1142 m hohen Brocken. Natürlich bekamen wir Fahrkarten wie zu früheren Zeiten, natürlich kam der Schaffner mit: "Die Fahrkarten bitte" durchs Abteil, und kontrolliert wurden die Fahrkarten auch noch. Wir fuhren durch Kiefernwälder und Hochmoore hinauf, bis wir Aussicht auf die Täler hatten und den Wurmberg mit Sprungschanze, den wir am ersten Tag schon besuchten.
Im Volksmund heißt der Brocken "Blocksberg". Die Überlieferungen von den Zusammentreffen der Hexen und dem Teufel in der Walpurgisnacht haben Goethe zu seiner klassischen Darstellung im "Faust" geführt.
Der Brocken besitzt ein extrem raues Klima, hat ca. 200/300 Nebeltage im Jahr und eine Durchschnittstemperatur von 2,6 Grad C.
Und wir hatten das Glück, bei Sonnenschein und warmer Temperatur die Aussicht zu genießen!
Nach einem gemütlichen Rundgang bestiegen wir gegen 16 Uhr wieder unser Zügle. Der Bus erwartete uns in Drei-Annen-Hohne zur Fahrt ins Hotel.
Ein reichhaltiges Büffet stand für uns bereit.
Donnerstag, 23. Juni 2005
Auch an diesem Tag wieder ein strahlend blauer Himmel!
Unser letzter Tag sollte gemütlich sein. Die Fahrt ging in das kleine Bergdorf Hohegeiß, einem Kleinod an Ruhe und Ursprünglichkeit. Wir sind ca. 1 ½ Stunden um Hohegeiß herumgewandert, teilweise auf dem Grenzweg. Hohegeiß war zu DDR-Zeiten eine Grenzgemeinde, gerade nicht mehr zur DDR gehörend.
Von Hohegeiß war der Brocken im Norden und Ravensberg und Stöberhai im Süden gut zu sehen.
Nach dem Mittagessen im Schatten auf einer Restaurant-Terrasse fuhren wir über Zorge, Walkenried, Bad Sachsa, Bad Lauterberg nach St. Andreasberg. Diese ehemalige Bergbau- und Hüttensiedlung hat sich zu einem heilklimatischen Urlaubsort entwickelt. 1 Std. lang haben wir einen Bummel durch die Straßen oder den Kurpark gemacht.
St. Andreasberg ist auch die Heimat des Harzer Rollers. Das sind Kanarienvögel, von denen häufig mehrere in den Lampenstuben der Bergwerke stationiert waren. Sie kündigten zum Schutz der Bergleute die unter Tage herannahenden lebensbedrohlichen schlagenden Wetter durch ihr Verhalten an.
Freitag, 24. Juni 2005
Heute mussten wir Abschied nehmen von unserem Maritim-Hotel. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Dazu beigetragen hat das 24 m lange Schwimmbecken innen und der große Außenpool. Vor Begeisterung gingen wir manchmal morgens und abends zum Schwimmen.
Dieses Pay-TV! Es verzögerte unsere Abfahrt, weil es für manche unbemerkt Kosten verursacht hat. Schon im Bus sitzend wurden manche zur Kasse zurückgerufen.
Abgefahren sind wir um 9.15 Uhr.
Das Kyffhäusergebirge durften wir auf der Heimfahrt nicht auslassen. Es hat seit Jahrhunderten einen besonderen Anziehungspunkt. Da sind die imposanten Reste einer einst mächtigen Burganlage. Die Reichsburg Kyffhausen war eine der größten mittelalterlichen Burgen Deutschlands; dann das weithin sichtbare geschichtsträchtige und sagenumwobene Denkmal. Im unteren Teil sahen wir die in Stein gehauene Barbarossafigur. Darüber erhebt sich auf einem Sockel das monumentale Reiterstandbild Wilhelm I.
Nach einer Mittagspause fuhren wir weiter Richtung Heimat über die Autobahn Erfurt.
Jetzt war Zeit für das gewohnte Quiz nach einer Reise. Willy Vöhringer hat es vorbereitet. Sieger waren Ingrid Ollig, Friedlinde, Ehepaar Zornow und Marianne Rox.
Die Wartburg tauchte auf der linken Seite auf.
Je weiter wir nach Süden kamen - wir merkten es beim Halten - wurde es immer wärmer und dämpfiger.
Die Fahrt wurde kurzweiliger mit Willy Vöhringer's Lied (nach "Horch was kommt von draußen rein ..."):
Wandern, das verschönt die Welt, holahi - holaho,
Wandern uns gesund erhält, holahiaho.
Wandern lässt uns fröhlich sein, holahi - holaho,
Wandern wie beim Albverein, holahiaho.
Wandern macht das Leben schön,
Wandern lässt uns jung aussehen,
Wandern lässt uns glücklich sein,
Wandernd bleibt man nicht allein.
Wandern, das macht froh und frei,
Wandern macht die Seele neu,
Wandern, das ist Therapie,
Wandern, das bereut man nie!
Es hat uns sehr gefallen.
Ohne Stau sind wir nach Hause gefahren. Herr Krauss bedankte sich in unserem Namen bei den Wanderführern für die gelungene Reise. Für uns haben sie die Vorfahrt gemacht und sich viele Stunden mit der Organisation befasst.
Bedankt haben wir uns auch bei unserem Fahrer Stefan, der uns auf insgesamt 1400 km sehr gut gefahren hat.
Um 20 Uhr kamen wir in Ludwigsburg an, voller neuer Eindrücke, gesund und munter.
(Melitta Labbé - Gabi Bade) |