Zu dieser besonderen Morgenwanderung fand sich eine grosse Teilnehmerrunde am Bus nach Waiblingen ein, der wohl noch selten am Sonntagmorgen so voll war. Bei der Ankunft in Hegnach hielt Wanderführer Kurt Krautt seine Begrüssungsrede, und Klaus Ollig erinnerte an Erich Glock, ein langjähriges treues Albvereinsmitglied, in dessen Scheune in Pleidelsheim wir so manches schöne "Feschtle" erlebt haben. Klaus hob nochmals Erichs Vorliebe für Barfusslaufen auf naturbelassenen Wegen hervor. Einen solchen naturbelassenen Weg fanden wir dann gleich im Hartwald. Auf dem Schlossberg von Neckarrems erzählte der zweite Wanderführer Heinz Hess uns Informatives über Schloss und Gartenanlagen. Erste Erwähnung einer Burg war bereits 1260, diese wechselte mehrmals den Besitzer, verfiel, wurde geschliffen und Ende des 19.Jh. im Historismusstil wieder aufgebaut. Eine Familie Knyphausen bewohnte dieses Schloss bis 1997, als es durch Verkauf in die Hände von Herrn Stihl kam. Dieser hat zum Glück Sinn für Kulturerhalt und das nötige Geld dazu. Gerade lässt er die Parkanlagen wunderschön herrichten. Über Stäffeleswege und Hinterhöfe ging es runter an den Neckar und am Rathaus vorbei zu den am Remszufluss gelegenen beiden originellen hölzernen Spannbrücken, wo ein bronzenes Knäblein sich einer Wespe zu erwehren hat. Diese Plastik ist wirklich ein hübsches Kunstwerk. Vorbei an der Endhaltestelle der 14 sahen wir schon von weitem das farbenfrohe Aldinger Jugendhaus. Der Weg war gesäumt von reichlich fruchttragenden Eichen und Haselnusssträuchern. Die Sonnenblumen leuchteten und Rüben und Getreide standen in sommerlicher Üppigkeit. Die Ludwigsburger "Skyline" vor Augen erreichten wir nach diversen Abbiegungen das "Stückle" von Kurt Krautt und seiner Familie. Ein Häuschen mit Terrasse steht auf einem gepflegten Baumgrundstück. Fleissige Helfer hatten schon alles vorbereitet: den Pavillon und die Tische und Bänke, sowie Leberkäs', Landjäger, Brot, Weckle und vielerlei Getränke. Dort konnten wir noch weitere Mitglieder begrüssen, sodass die Bucheintragungen mindestens die 70 erreichten. Wir gedachten auch des kürzlich verstorbenen Freundes Ewald Stehlin und freuten uns, dass Helene unter uns war. Bisher hatte das Wetter es gut mit uns gemeint. Die Wolken wechselten sich ab mit blauem Himmel und gaben der Sonne eine Chance. Jetzt aber zog es bedrohlich schwarz heran und entlud sich auch über uns. Rasch bekam der Pavillon Seitenwände, und die Stimmung wurde in keiner Weise beeinträchtigt. Man rückte bei Kaffee und Hefezopf noch näher zusammen. Heinz holte seine bewährte Gitarre hervor und nach alter Albvereinssitte wurde fröhlich gesungen. Es war kein plötzlicher Aufbruch, sondern die bunte Schar bröckelte nach und nach. Auch ich blieb nicht bis zum Schluss, bin aber überzeugt, dass es für alle ein wunderschöner Tag war.
(Gisela Seltmann) |




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