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Rückblick Wanderung
"Burgen, Reben und Altweibersommer"
am 18. September 2005

Klicken zum VergrößernAm Sonntag, 18.09.2005, begrüßte Anton Ludl am Bahnhof 33 Wanderer, die - nachdem sie am Wahltag ihre Bürgerpflicht schon erfüllt hatten - vergnügt die S-Bahn nach Marbach bestiegen. Dort erwartete uns der Linienbus nach Beilstein, dessen Fahrt durch die Bottwartalorte fast eine Sightseeingtour war. Dieter Mosdzien, der zweite Wanderführer, notierte inzwischen die Essenwünsche für die Schlusseinkehr. Beim Abmarsch in Beilstein war die Temperatur schon um einige Grade gestiegen. Auch wir stiegen-, und zwar bergan zum 27 Meter hohen Langhans, dem weithin sichtbaren fünfeckigen Bergfried von Hohenbeilstein. Auf dieser 1236 erstmals erwähnten Burg ist heute eine Falknerei untergebracht, die beeindruckende Vorführungen präsentiert und in seinen Zoo mit gefiederten Flugkünstlern einlädt. Wir wanderten aber diesmal daran vorbei und weiter durch Weinberge zur Wartbergkanzel. Dort befindet sich neben einem Spielplatz und einer Grillstelle eine Panoramaplatte mit Nennung der näheren und weiteren Aussichtspunkte. Während der Wunnenstein ganz nah und der Hohenasperg auch noch nicht weit liegen, erlaubte das Wetter den Blick bis zum Stuttgarter Fernsehturm und den Strom- und Heuchelbergen. Sogar die Schwäbische Alb war im Dunst zu erkennen. Klicken zum VergrößernBei Gagernberg umrundeten wir den St. Annasee, wo sich die Sonne im schilfumrandeten Wasser spiegelte und die Libellen tanzten. Am gut besuchten Naturfreundehaus legten wir im warmen Sonnenschein eine Rast ein, bei der wir mit anderen Wanderern in nette Gespräche kamen. Auf dem Weg durch die ausgedehnten Weinhänge konnten wir die Fülle der üppigen blauen und weißen Trauben bewundern, deren Lese in Kürze beginnen wird. Wir kamen zur Burg Wildeck, deren Anfang durch die Herren von Heinriet bis ins 12.Jahrhundert zurück reicht. Lange Zeit in badischem Besitz ging die Anlage 1933 an das Land Württemberg und beherbergt heute das Versuchsgut der Weinbauschule Weinsberg.

Nicht weit davon liegt die imposante Ruine des Wohnturmes von Helfenberg, erstmals erwähnt 1250, unter Anderen auch im Besitz der Herren von Gaisberg, deren Wappen am Osttor zu sehen ist. Von dort bot sich uns wieder eine herrliche Aussicht. Nach der Zerstörung während der Bauernkriege im 17. Jahrhundert zogen es die Besitzer vor, im gleichnamigen Ort unterhalb zu wohnen. Von Helfenberg aus ging es wieder durch Weinberge und an Garten- und Wochenendanlagen vorbei zurück nach Beilstein, wo wir beim Weingut Krohmer mit seiner bekannten Besenwirtschaft angemeldet waren. Klicken zum VergrößernÜber eine steile Metalltreppe erreichten wir den großen neuen Raum und amüsierten uns über die Toilettenanlagen, wo man sich - wie bei den alten Römern - mal zu zweit, mal zu dritt zu kommunikativem Palaver hätte niederlassen können. Nun, ich denke, die Anlage war einfach noch nicht fertig. Dank der Vorausbestellung klappte die Bewirtung zügig, und der Wein schmeckte köstlich. Einhellig war die Begeisterung über diesen wunderschönen Tag in jeder Hinsicht. Warum in die Ferne schweifen, wo doch unser Ländle so schön ist! Das brachte Ingrid Ollig mit Dankesworten an die Wanderführer zum Ausdruck, ehe uns Bus und S-Bahn wohlbehalten wieder nach Ludwigsburg brachten.

                                                                                                                                          Gisela Seltmann