Dem „hügeligen Unterland“ bei Heilbronn hat der Umstand das besondere Gepräge gegeben, dass die Regenfälle und späteren Wasserläufe in Richtung Rhein ein größeres Gefälle haben als die zur Donau hin und somit schneller fließen. Das hat seit Jahrmillionen zur Folge, dass erstere in weicheren Gesteinsschichten die bemerkenswerteren Auswaschungen verursachten, was auf dieser herrlichen Wanderung im goldenen Oktober deutlich zu sehen war.
Fünfzig Mitglieder und Gäste verließen Ludwigsburg mit der S-Bahn und stiegen in Marbach in einen Bus um, der bis Beilstein denselben Weg nahm wie bei der Wanderung am 18.September. Wir fuhren diesmal aber weiter bis Schozach. Dort hielt Wanderführer Norbert Tauscher seine Begrüßungsansprache mit lehrreichen Erläuterungen zur Tour. Wir wanderten zur Staatsdomäne Hohrain, auf der u.a. Freigänger der JVA Heilbronn beschäftigt werden. Flein, das ich bisher nur „aus der Flasche“ kannte, ließen wir abwärts gehend links liegen und stiegen wieder aufwärts zum Staufenberg durch abgeerntete Weinhänge von unbeschreiblicher Farbenpracht. Hier und da war eine Traube hängen geblieben oder nachgereift, was uns nicht entging und vorzüglich schmeckte. An dem Pavillon und dem Kreuz in 301m Höhe, mit einer fantastischen Aussicht, machten wir eine längere Vesperpause. Weiter ging es dann talwärts unter dem AB-Zubringer hindurch und ein Stück auf dem alten Zubringer wieder ansteigend den Höhenrandweg entlang, immer Heilbronn zur Linken, bis zum Gaffenberg mit Lokal und Waldparkplatz. Da dieser schon im Schatten lag, verschob unser umsichtiger Wanderführer die nächste Rast bis zum ganz neuen Rückhaltebecken Klöpfertal, wo wir wie die Hühner auf der Stange am hochgelegenen Rand herrlich in der Sonne sitzen konnten. Zum Glück sind wir kein Geflügel, das ja der Vogelgrippehisterie wegen bis auf Weiteres weggesperrt bleiben muss. Wunderschön waren die Naturwege hinunter ins Naturschutzgebiet Klöpfertal mit seinen zahlreichen Wasserläufen und Teichen. Laub raschelnder weise kamen wir so bis ganz nah an unser Einkehrlokal Trappensee. Wir hatten des schönen Wetters wegen ganz saubere Stiefel, sodass wir ohne Hemmungen an weißgedeckten Tischen im „Blauen Salon“ und einige in einer Nische des „Roten Salon“ Platz nehmen konnten. Die Logistik klappte nicht so ganz. Trotz telefonisch durchgegebener Speisenwunschliste dauerte es recht lange, aber nicht zu lange, um nach Klaus Olligs begeisterten Dankesworten den Bus gleich vor der Tür zu erreichen. Dieser bescherte uns trotz der Enge wie in einer Besteckschublade eine wahre Sightseingtour durch Heilbronn. Im Doppelstockzug nach Ludwigsburg hatten wir dann wieder Platz zum Ausbreiten. Es war der 1. Tag der herbstlichen Zeitumstellung, und überraschend schnell wurde es dunkel. Am Ziel war kaum Zeit zum Verabschieden, da heimführende Busse z.T. schon warteten. Wir werden sicher die Eindrücke dieses strahlenden Oktobertages noch weit in den unausweichlichen November mit hinein nehmen.
(Gisela Seltmann) |





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