| 
Sicher kann schneereicher und kalter Winter mit herrlichem Sonnenschein auch seinen besonderen Reiz haben und den Naturfreund zufrieden stellen. Doch nach langen, grauen und feuchtkalten Tagen hat man dann doch Sehnsucht nach Wärme und nach Frühling.
Bei der zweiten Kulturwanderung „Auf dem westlichen Teilstück des Panoramawegs rund um Baden-Baden“ zu Ende des Monats April konnte solch ein gewünschter sonniger Frühlingstag erlebt werden. Bundesbahn und Bustransfer brachten die zahlreichen Teilnehmer nach Baden-Baden. Von der Innenstadt gelangte die Wandergruppe zur im byzantinischen Stil erbauten Bernharduskirche. An Hausgärten, mit bereits reichhaltig blühenden Frühlingsblumen, Magnolienbäumchen und Kamelienbüschen vorbei, wurde lichtgrüner Wald erreicht und auf weichen Naturwegen dann die idyllisch gelegenen Weiher im Waldseetal. Herrlich das satte Grün der Wiesen in weiter Talöffnung. Platten gelbblühender Sumpfdotterblumen und Löwenzahn, das zarte violett des Wiesenschaumkrauts und tiefblaue Veilchen am Wegrand, wie die zerstreut an Hängen weißblühenden Kirschen- und Birnenbäume taten dem Auge gut. Eine Rast an diesem sonnigen Frühlingsausblick war schön.
Bald ging es im Wald aufwärts weiter bis hinauf zum Korbmattfelsen, einer hochgelegenen Felsenkanzel mit Schutzhütte. Während der Vesperpause war weiter Blick hinaus in´s Rheintal und zu den Vogesen möglich, wie hinüber nach Baden-Baden. Auf guten Waldwegen, immer mit schönen Ausblicken hinunter zur Stadt mit neuem Schloss und Stiftskirche, hinüber zum Hausberg dem Merkur, der seinen Namen durch die Auffindung eines Votivsteines für den römischen Gott Merkur zu verdanken hat. Hinüber auch zur umfangreichen Burganlage der Ruine Hohenbaden, das alte Schloss, welches auf den Porphyrfelsenausläufern des sogenannten Battert errichtet wurde. Weiter auf und ab ging es durch frisch grünen Wald und weichen Wegen dann zum Waldhaus Batschari und weiter dann zum auf hohem Felssporn, dem Louisfelsen, errichteten Aussichtshäuschen.Von dort aus war das Endziel des Wandertags, das Cisterzienserinnenkloster Lichtenthal gut zu sehen. Doch auf das musste nach lange und tief an der Schutzhütte Gelbe Eiche vorbei zu Tal gewandert werden. Das Kloster Lichtenthal welches 1245 gegründet wurde, seither immer besteht, ist geistiger Mittelpunkt der Nonnen im Oostal und war auch Ausgangspunkt für die Besiedelung des Tales.
Ein Teil der Wanderer nahm an einer Klosterführung teil, andere machten sich mit dem Stadtbus auf die lange Strecke durch Baden-Baden zum Bahnhof und zur Schlusseinkehrgaststätte. Ein Gang durch die Lichtenthaler Allee, eine weltberühmte Parkanlage mit 300 verschiedenen Baum- und Straucharten, mit schön angelegten Blumenrabatten entlang des Flüsschens Oos bis hinein in das Stadtzentrum hat für andere auch gelohnt und war Erlebnis. Zu gegebener Zeit fanden sich dann alle wieder zusammen zur Schlusseinkehr. Der wunderschöne Kulturwandertag ging zu Ende.
Den Wanderführern A. Ludl und G. Pfeiffer wurde herzlicher Dank zuteil. Weil bereits die erste gewanderte Teilstrecke rund um Baden-Baden im vergangenen Jahr und auch jetzt die zweite Wanderung besonderen Anklang gefunden hat, wurde bereits für das nächste Jahr eine dritte Panoramaweg-Wanderung rund um Baden-Baden festgelegt. Zufrieden erreichte man wieder Ludwigsburg.
(Wolfgang Staudenmayer)

|