| AlbvereinlerInnen, mit Gästen 26 an der Zahl, starteten per Regiobahn am Sonntagmorgen in den Tag, genossen die Aussicht aus dem Obergeschoss des Zuges und erreichten nach Umsteigen in Neckarelz schließlich Eberbach. Dort begrüßte uns offiziell Gustav König, der für heute zusammen mit Dieter Mosdzien die Führung übernahm. Es begann mit einem vielstufigen Treppenaufstieg und ging dann auf schönen Waldwegen immer weiter bergan. Es waren über 400 Höhenmeter zu überwinden. Glockengeläute und Vogelgezwitscher begleiteten uns. Auch ein Kuckuck ließ sich vernehmen. An derEberburg angekommen hatten wir die erste Rast verdient. Die noch erhaltenen romanischen Reste der 3teiligen ausgedehnten Anlage zeugen heute noch von einstiger Pracht und Macht. Von der Ersterwähnung im Jahr 1011 über die Vergrößerungszeit 1200 bis zur Vollendung 1240 durch Heinrich VII, Stadtgründer von Eberbach, wechselten die Besitzer von Wormser Geistlichkeit über Herren der Kaiserpfalz Wimpfen bis zu reichen Edelleuten, von denen einer aus Neid die Burg 1403 schleifen ließ.Die Überreste schlummerten fast 500 Jahre unter ständig zunehmendem Bewuchs, bis sie Anfang des 19. Jh. wieder hervorgeholt wurden, wovon eine Informationstafel berichtet. Weiter ging’s unter Schirmen und Kapuzen an der Freya-Hütte vorbei, die Waldkatzenbacher 1968 aufgestellt hatten, auf den 626 m hohen Katzenbuckel. Dort klärte uns eine Tafel über vulkanische Vorgänge und Abkühlung der Eruptionsmassen auf, welche die Landschaft geformt haben. Der Turm war gut zu besteigen, und die Mühe wurde oben mit einem herrlichen Rundumblick belohnt, nach Norden hin endlose hügelige Wälder von verschiedenstem Grün, nach Südwesten zu Ortschaften und bewirtschaftete Felder, auf denen besonders der Raps weithin leuchtete. Aufkommender Wind verkürzte den Aufenthalt. Überhaupt waren überall Spuren des Vortagssturmes zu sehen. Astwerk lag auf den Wegen und viel eben erst aufgegangenes Grün- und Blütenzeug. Eine schöne Schutzhütte hatte der OWK – Odenwaldklub – zur Erinnerung an Curd Brand errichtet, der fast 60 Jahre lang bis 1984 Mitglied desselben war. Der höchste Punkt unserer Wanderung lag hinter uns. Wir sahen an den Wegrändern untrügliche Spuren von Wildschweinen. Nun wollten wir auch ein solches sehen. Dieter wusste von einem Gehege, das wir auch fanden, nicht aber auf Anhieb den direkten Zugang. Wir sahen zwar Damwild auf einem Hang, und ein „Umweg“ bescherte uns einen wunderschönen Weg an einem über Vulkangestein sprudelnden Bach entlang, wir fanden eine Brücke, aber von Wildschweinen keine Spur.Ein Schild „Zur Stadt“ zeigte uns weiter den Weg abwärts, und im Vertrauen darauf, dass es sich dabei nur um Eberbach handeln konnte, erreichten wir tatsächlich das hübsche Odenwaldstädtchen mit der 2türmigen Georgskirche, 2 eintürmige Kirchen, dem Haspelturm, der hübschen Fußgängerzone mit Plätzen und Brunnen und vor allem den „Grünen Baum“. Dank der vorab per Handy durchgegebenen Speisenliste klappte dort alles vorzüglich. Ingrid Ollig bedankte sich für uns bei den Wanderführern für diesen – trotz kurzen Regenschauern – wunderschönen Tag, der nach etwa 1 1/2stündiger Bahnfahrt für uns alle glücklich wieder in Ludwigsburg endete.
(Gisela Seltmann)  |