| Wanderführer und Reiseleitung: Frau Aßfalg, Herr Sturm, Herr Schuster
Fahrer: Herr Mayer mit Rexer-/Jäger-Bus
Fahrgäste: 46
Sonntag, 18. Juni 2006
Nacheinander, pünktlich zur Abfahrt um 7.30 Uhr, trafen wir Senioren mit Taxi oder anderen Fahrern ein. Die Plätze wurden verteilt. Wer vor Reisefieber nicht gut geschlafen hatte, konnte sich jetzt entspannt zurücklehnen, die Augen schließen und die Verantwortung an Reiseleitung und Fahrer abgeben.
Am Allgäuer Tor, unserem 1. Halt um 9.30 Uhr, waren die Berge schon in Sicht.
Unterhalb dem Fernpaß hielten wir gegen 11.30 Uhr im Rastland Nassereith.
Nach der Mittagspause Weiterfahrt über den Brenner-Paß (1375 m). Frau Aßfalg informierte uns immer wieder, wie auf früheren Busreisen auch, über Geologisches, Kulturelles, Geschichtliches und Wissenswertes.
Der Güterverkehr über den Brennerpaß hat sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt. Um die Umwelt zu schonen, wird es einen Brennerbasistunnel geben, der bis 2015 fertig sein soll.
Jetzt war wegen einer Baustelle am Brenner ein Stau. Zeit für Friedlindes Eierlikör für alle im Bus. Es war so reichlich davon da, daß es für die Rückfahrt noch reichte.
Noch ein letzter Halt in Sterzing mit einem Spaziergang durch die mittelalterliche Straße mit dem Zwölferturm. Wir hatten Zeit für einen Kaffe o. ä.
Dann kamen wir nach 1 1/2 Stunden Fahrt durchs Pustertal in Toblach an. Wir waren am Ziel: Im 4-Sterne-Parkhotel Bellevue. Wir warteten im Bus auf die Zimmerverteilung.
Fahrer Mayer hat uns super chauffiert.
Montag, 19. Juni 2006
In unserem Urlaubsort Toblach befinden wir uns im Hochpustertal, das sich von Bruneck aus in Richtung Osten hinzieht. Wie wir gehört haben, ist der breite Sattel bei Toblach eine Wasserscheide. Die Drau fließt Richtung Schwarzes Meer, die Rienz in Richtung Adria.
Um 9 Uhr fuhren wir ab in den Nachbarort Innichen. Wir besuchten zuerst die Stiftskirche, den schönsten Kirchenbau romanischen Stils im Ostalpenraum mit der bedeutenden Kreuzigungsgruppe. Danach die barocke Pfarrkirche zum Hl. Michael. Gerne betrachtet haben wir hier und auch später z. B. in Toblach beim Durchgehen der Friedhöfe bei den Kirchen die schmiedeeisernen Kreuze.
Nach einer halben Stunde Aufenthalt in Innichen fuhren wir durch Sexten, über den Kreuzberg-Paß (1636 m), nach Padola, Aurenzo, über Passo San Antonio zum Misurinasee. Jeder konnte ganz nach Lust entweder den See in einer Dreiviertelstunde umrunden, spazierengehen, mit einer kleinen Bahn dem See entlangfahren, dann essen oder Kaffee trinken.
Die Krönung des Tages war die Fahrt zu den Drei Zinnen (2998 m) hinauf auf der Maut-Straße zur Auronzo-Hütte auf 2333 m. Das war ein grandioser Blick zu den Bergen und Tälern und auch zu Bergen und Seen in der Ferne im Dunst. Um uns herum das gleißende Licht, das von dem hellen Dolomitengestein reflektiert wurde. Unsere Reisenden haben sich sehr gefreut, viele haben Erinnerungen an frühere Reisen hierher. Und ich habe sagen hören: "Das ist zum Heulen schön".
Mit dem Heimat-Lied dieser Region: Wohl ist die Welt so groß und weit ..., begleitet von Herrn Krauss mit der Mundharmonika, fuhren wir zurück nach Toblach.
Dienstag, 20. Juni 2006
Auch heute, wie bisher, tolles Wetter. Nach Regen und Gewitter in der Nacht war es tagsüber klar, sonnig und warm.
Die Dolomitenrundfahrt begann durch das Gadertal. Unsere muntere Reisegruppe mußte eine kleine Weile verstummen, damit wir von Frau Aßfalg Wissenswertes übers Gadertal erfahren konnten. Südtirol hat eine Bevölkerung, die drei Sprachen spricht: deutsch, italienisch und ladinisch, eine rätoromanische Sprache. Das Gadertal ist das ladinische Herz. Oft sind die Ortsschilder dreisprachig beschriftet. Wir fuhren auf der Gadertalstraße. Sie wurde während des Ersten Weltkrieges von russischen Kriegsgefangenen erbaut. Weil die Straße nicht bequem befahrbar ist, wird sie z. Zt. neu gebaut mit neuen Tunnels. Leider wird dadurch der Gaderbach neben der Straße nicht mehr gut zu sehen sein.
Wir kamen durch Corvara, fuhren ganz nach oben und hatten bei einem Fotostopp einen großartigen Blick hinab auf Corvara und ringsum auf die Berge. Herr Mayer mußte zur Weiterfahrt hupen, wir waren mit dem überwältigenden Blick beschäftigt.
Über den Campolongopaß (1875 m) kamen wir nach Arabba tief unten. Das Sella-Massiv hatten wir erreicht. Wir umkreisten es und kurvten wieder hoch, hoch hinauf zum Passo Pordoi (2239 m). Eine Leistung des Fahrers! Für 1/2 Stunde genossen wir die herrliche Aussicht.
Weiterfahrt zum Sellapaß (2240 m). Langkofel und Sellagruppe waren schon zuvor zu sehen. Aber nun konnten wir sie ganz nahegerückt sehen, zudem hatten wir ringsherum eine fantastische Aussicht in die Bergwelt, im Hintergrund gut sichtbar die schneebedeckte Marmolada.
Nach der Pause mußte Fahrer Mayer seine Reisenden wieder herbeihupen, sie konnten sich von diesem Anblick kaum trennen.
Bei der Fahrt durchs Grödnertal passierten wir Wolkenstein und machten in St. Ulrich 1 1/2 Stunden Pause. Nach der Sommerfrische oben in den Bergen erschien es uns hier ziemlich warm. St. Ulrich ist Luis Trenkers Heimat. Auf dem Weg zurück zum Bus kamen wir wieder an der Bergbahn zur Seiser Alm vorbei.
Unsere große Ausflugsrunde schloß sich vollends mit der Fahrt über Brixen, durchs Pustertal, Bruneck, ins Hotel in Toblach.
Wir waren begeistert über diesen herrlichen Tag in der Bergwelt der Dolomiten.
Mittwoch, 21. Juni 2006
Frau Aßfalg: "Gestern und vorgestern waren die Tage der Berge, heute und morgen die Tage der Seen."
Also heute fuhren wir durchs Antholzer Tal zum Antholzer See, einem sehr schönen Bergsee auf 1418 m Meereshöhe gelegen. Wir umwanderten ihn, vorbei an blühenden Waldreben, und fuhren zurück nach Mittertal zum Mittagessen. Auf der Fahrt durch dieses Tal sahen wir das sich im Bau befindliche Stadion für die Biathlon-Weltmeisterschaft, die im Februar 2007 stattfindet.
Auf der anderen Seite der Pustertalstraße geht es zum Pragser Wildsee. Wir umrundeten ihn in ca. 1 1/2 Stunden. Die verschiedenen Grünschattierungen, die helle Felswand des Seekofels (2810 m) - einfach Klasse.
Der Himmel war heute bedeckt, es regnete nicht, es war warm.
Donnerstag, 22. Juni 2006
Toblacher See, unser letzter Tag.
Entweder zu Fuß oder per Bus kamen wir zum Toblacher See. Gestern abend waren einige unserer Wanderer bei der Eröffnungsveranstaltung des International Choir Festivals, das jeden Sommer im Hochpustertal stattfindet, im Kulturzentrum Toblach dabei. Ca. 80 Chöre führen Opernlieder, Volks- und Bergsteigerlieder, Spirituals und Gospels an verschiedenen Orten drinnen und draußen auf. So hat uns der slowenische Chor mit 2 Liedern hier direkt am See bei unserer Ankunft empfangen. Die wunderbaren Stimmen haben uns sehr erfreut.
Wir umrundeten den See, wir sahen einen alten Schmelzofen. Einige Wanderer machten einen längeren Weg zu einem Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkireg.
Nach dem Mittagessen am See - es regnete etwas - gings zurück nach Toblach wie wir gekommen waren: zu Fuß oder per Bus.
Der Nachmittag war zur freien Verfügung.
Wir wurden schon seither bestens versorgt. Das Gala-Abschluß-Menü stellte noch eine Steigerung dar.
Freitag, 23. Juni 2006
Der Bus startete überpünktlich zur Heimreise. Noch vor der Pause - wieder im Rastland Nassereith, vor dem Fernpaß - teilte Herr Kohlweiss, wie gewohnt, das Quiz aus. Bei 15 Gewinnern wurden die Preise knapp.
Zur Mittagspause hielten wir wieder an der Raststätte Allgäuer Tor.
Mit Informationen und mit netten Anekdoten usw. paßten Frau Aßfalg, Herr Sturm, Herr Schuhmacher, Herr Krauss, Herr Kohlweiss und auch Fahrer Mayer auf, daß die Fahrt nicht eintönig wurde; und auch Friedlinde: es gab nämlich nun den Rest Eierlikör. Ehepaar Klink spendete aus dem Flachmann noch etwas Korn zum Verdünnen dazu (sozusagen als Einstand). Die große Sorge, es könnte nicht durch den ganzen Bus reichen, war unbegründet. Im Chor bedankten wir uns bei Friedlinde mit: "Dem Spender sei ein Trullala ...".
Noch ein kurzer Halt an der Raststätte Aichen.
Außer einem kleinen Stau durch Ulm kamen wir glattweg heim.
Wir sind alle dankbar, daß die Reiseleiter für uns die Reise so super geplant haben, daß der Aufenthalt im schönen Hotel und die Ausflüge harmonisch verliefen.
Herr Mayer ist 1500 km gefahren, er hat uns gesund und munter um ca. 17.15 Uhr in Ludwigsburg abgesetzt.
Gustav Mahler verbrachte seine Sommerferien von 1908 bis 1910 in Toblach. Dort hat er u. a. "Das Lied von der Erde" geschrieben. Den Text von Hans Bethge kann man auf einem Leuchtband entlang dem Weg zum Kulturhaus Toblach Schritt für Schritt weiterlesen.
Hier nun ein paar Zeilen daraus, ohne Zusammenhang: |