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Rückblick auf die Wanderung
"Von Hirsau nach Bad Liebenzell"
am 16. Juli 2006

klicken zum VergrößernAlle sprechen vom Wetter - ich auch. Wenn für die Bezeichnung "Kaiserwetter" noch eine Steigerung möglich ist, dann gebührt sie dem 16.07. anno 2006, einem Sonntag, an dem sich die Ortsgruppe Ludwigsburg zu einer Wanderung von Hirsau nach Bad Liebenzell aufmachte. Es versprach, ein heißer Hochsommertag zu werden, aber nach einer angenehm kühlen Nacht war es immer noch ein frischer Morgen, als man um 07:31 Uhr in Ludwigsburg mit dem Regionalexpress nach Pforzheim startete. Während der 40 Minuten Aufenthalt in Pforzheim konnte ich den Bahnhofsvorplatz in Augenschein nehmen und das Bild, das sich mir bot, erinnerte mich stark an das Heilbronn der frühen Nachkriegsjahre: beide Städte im Krieg zerbombt und beide Städte mit Häusern aufgebaut, die zwar damals ihren Zweck erfüllten, aber deren Baustil uns heute potthässlich anmutet (die Pforzheimer mögen mir's verzeihen!).

Unter der Führung von Anton Ludl und Hans Stoehr, die sich beide gründlich vorbereitet hatten, konnte dann um ½ 10 Uhr in Hirsau die Wanderung beginnen. Einer ausführlichen Vorankündigung von Anton Ludl in der LKZ ist es wohl zu verdanken, dass zahlreiche neue Gesichter begrüßt werden konnten.

Vom Bahnhof aus sieht man bereits auf einer leichten Anhöhe die Ruinen des ehemaligen Benediktinerklosters Hirsau Dieses hat eine wechselvolle Geschichte, die Anton kurz erläuterte. Das Kloster war zwei Jahre zuvor schon Gegenstand unseres Bildungshungers gewesen, deshalb vertieften wir uns diesmal die Besichtigung nicht.

Wenig später durchwanderten wir dann das schöne Schweinbachtal, wo allerdings der Verkehr der Bundesstrasse etwas störte. Aber der Waldweg war gut zu gehen und im Schatten des Waldes hatten wir immer noch erfrischende Temperaturen. Nach der Überquerung der Straße begann dann ein Aufstieg und zwar - wenn mir die Worte von Hans richtig in Erinnerung sind - durch das "Felsenmeer". Nachdem wir uns also "freigeschwommen" hatten, hatten wir den höchsten Punkt, nämlich das Eberspiel, erreicht und eine kleine Ruhe- und Vesperpause war redlich verdient. Am Waldrand, in der Nähe eines Holzstosses ließen wir uns nieder, um unser Rucksackvesper auszupacken. Zusammen mit einem Schluck aus der Flasche erhielten wir wieder Kraft für den weiteren Weg.

Der Weg führte uns nun über eine landschaftlich reizvolle Hochebene, die sich durch eine herrliche Weitsicht über Wiesen, Felder, bewaldete Höhenzüge auszeichnete. Hier fühlte und atmete man Sommer pur, die allmählich aufkommende Hitze wurde immer wieder von Windböen gemildert. Wir passierten die Ortschaften Ober- und Unterkollbach, Zainen und zuletzt Maisenbach, wo wir am Ortseingang unter der schattenspendenden Krone der 120 Jahre alten Luther-Eiche einige Minuten Erholung fanden

Zwei Drittel unserer Wanderroute hatten wir nun zurückgelegt, das letzte Drittel sollte uns wieder durch den Wald führen. Dankbar für seinen Schatten gingen wir beschwingten Schrittes den leicht abschüssigen Waldweg an der Maisenbacher Sägmühle vorbei zur

Sommerhalde und zum Schlossberg, und erreichten so die Burg Liebenzell. An diesem wunderschönen gepflegten Ort ließ es sich gut verweilen. Während die einen das Burgrestaurant aufsuchten, begaben sich andere in das urige Kellergewölbe der Burg, um ein wenig auszuruhen, bevor sie dann über unzählige Stufen den Turm emporkletterten. Dort oben konnte man sich einen ausgezeichneten Überblick über den Ort Bad Liebenzell und das Nagoldtal verschaffen. Nach einem steilen Abstieg von der Burg erreichten alleden Ort Bad Liebenzell und die Gaststätte "Adler" ,wo zügig die vorbestellten Speisen serviert wurden. Ingrid Ollig brachte unser aller Dank für die gelungene Wanderung zum Ausdruck, bei der sogar wettermäßig die Planung stimmte, denn: "wo es heiß war, wehte ein Wind" so ihre Worte. In der Tat - eine brütende Hitze lastete mittlerweile auf den Bahnhof, als wir auf unseren Zug warteten. Müde und erschöpft, aber um ein herrliches Wandererlebnis reicher, gelangten wir nach Ludwigsburg.

(Dorothea Göhler)