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Rückblick auf
„Rund um Tübingen“
am 10. September 2006

klicken zum VergrößernUnsere beiden Wanderführer Anton Ludl und Hans Stoehr müssen einen besonders guten Draht zum Wettergott haben, denn wieder einmal erwischten sie einen Tag für ihre Wanderung - diesmal rund um Tübingen – dessen Witterung die Bezeichnung Kaiserwetter verdient. Schon um 9 Uhr kamen wir auf dem Bahnhof in Tübingen an, sodass wir kurz nach neun unsere Wanderung starten konnten. Kleine Bemerkung am Rande: während sicherlich einige von den 34 Mitwanderern froh waren, dem Remmidemmi im Blüba (SWR4-Fest – schlappe 75 000 Besucher) entfliehen zu können, trafen wir in Tübingen auf eine Trachtengruppe, die just dorthin unterwegs war.

Unser erstes Ziel war das Kloster Bebenhausen. Dazu mussten wir die Stadt in nördlicher Richtung verlassen. Was ich jedoch sonst als Plage empfinde, nämlich durch endlose Straßen und Häuserschluchten zu gehen, war in Tübingen mit seinen prachtvollen Bauten und hübschen Villen ein kurzweiliges Vergnügen.

klicken zum VergrößernNacheiner mäßigen Steigung erreichten wir das Waldgebiet Geißhalde, das zum Schönbuch gehört. Wir durchwanderten dieses ca. eine Stunde lang, bis es sich öffnete und den Blick auf Bebenhausen freigab. Da lag er vor uns, der Ort mit seinem Kloster - anmutig in eine sanfte Talmulde eingebettet strahlte er im Sonnenglanz! Die Besichtigung des Klosters beschränkten wir aus Zeitgründen auf seine Außenanlagen, deren romantische Ecken und Winkel wie auch die putzigen Fachwerkhäusle unzählige Fotomotive boten, und mit dieser Kulisse im Hintergrund wurden auch gleich ein paar Gruppenfotos geschossen.

Doch weiter zog es uns – nun zur Königlichen Jagdhütte. Dazu gingen wir eine Weile am Goldbach entlang bis zum Schwefelbrunnen. Unterwegs erfreuten wir uns an den Dingen am Wegesrand: am fröhlichen Geplätscher des Baches, an dem leuchtenden Rot eines Aaronstabes und einem entzückenden Seerosenteich. Schade! Er lag noch im kühlen Schatten und seine Blüten hatten klicken zum Vergrößernsich noch nicht entfaltet. Am Schwefelbrunnen mussten wir uns links halten, um zum Postbotenweg zu gelangen, der uns mit einem steilen Aufstieg auf die Anhöhe zur Jagdhütte führte. An einem rustikalen Tisch auf der Veranda breiteten wir unser wohlverdientes Vesper aus, während wir gleichzeitig mit Blicken die vor uns liegenden Höhenzüge abtasteten, um nach der Wurmlinger Kapelle zu suchen. Zwischen Baumwipfeln entdeckten wir sie – gleichsam im Grün schwebend, wie es Nikolaus Lenau in seinem Gedicht beschrieben hat.

Auf der nächsten Etappe, die uns auf ebenen Wegen ausschließlich durch Wald führte, erreichten wir nach ca. einer Stunde das einstmals überaus kinderreiche Schloss Hohenentringen. In einer gemütlichen Gaststube wurde hier kurz der berühmte Most probiert, bevor es hinunter zum Bahnhof nach Entringen ging, wo uns um 16 Uhr ein Zug zurück nach Tübingen brachte.

klicken zum VergrößernTübingen war zu dieser späten Nachmittagsstunde zauberhaft und von einer heiteren Gelassenheit, die ansteckend wirkte. Auf dem Neckar tummelten sich die Menschen in Stocherkähnen und anderen Booten, junge Leute genossen die Sonnenstrahlen auf Kaimauern hockend und die Terrassencafés und Biergärten waren gut besetzt. Auch unsere Wandergruppe ließ es sich beim „Neckarmüller“ bei frischem Kellerbier und den vorbestellten Speisen noch einmal richtig gut gehen, bevor die Heimfahrt angetreten werden musste. Da fast alle im gleichen Waggon saßen, nahm Ingrid Ollig die Gelegenheit wahr, für diesen gelungenen herrlichen Tag zu danken.

(Dorothea Göhler)