| An einem der letzten Novembertage hatte die Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwäb. Albvereins einen Teilabschnitt des Stuttgarter Rösslewegs auf ihr Programm gesetzt.
Eine sehr zahlreiche Wandergruppe hatte sich zusammengefunden um mit der Bahn zum Ausgangspunkt Obertürkheim zu kommen. Wanderführer Peter Mugele begrüßte, erläuterte den Tagesverlauf, dann ging es über die Otto-Hirsch-Brücken - Erinnerungsbau an Dr.Otto Hirsch der 1941 im KZ Mauthausen starb - und welche den Neckar, das weite Industrie-und Hafengelände und die B 10 überqueren nach Hedelfingen hinein. Auf gutem Weg ging es jetzt weiter an gepflegten Freizeitgärten vorbei stetig aufwärts. Herbstlaub, frisches Grün, noch Blühendes in den Gärten tat nach trister Industrielandschaft sichtlich gut. Hoch oben beim Ausblick "Schützenhäusle" dann weiten Ausblick in den Schurwald, Schwäb.Wald und an den Rand der Filderebene. In weitem Bogen durch Weingärten und das Gewann "Oberes Rot" weiter hinauf zu einem Höhenrücken auf dem einst die Hedelfinger Burg stand. Der Weg auf diesem Höhenrücken auch besser bekannt als "Wangener Höhe" führt dann durch typische Schrebergärten bis hin zur Schillerlinde mit herrlichem Ausblick in die Nähe und Weite. Der Wanderweg setzt sich im Wald fort, vorbei am "Raichberg" - einst Sitz der Herren von Rechberg - und dem "Frauenkopf" mit seinem 1972 erstellten Fernmeldeturm. Dann wird die "Geroksruhe" erreicht.Die Geroksruhe - auf 417 m Höhe - ist nach dem Dichter, Oberhofprediger und Ehrenbürger Prälat Karl von Gerok zum Gedenken benannt. Straßengewirr und Autoverkehr läßt man rasch hinter sich um auf dem sogenannten "Rich.Büchler Weg" - ehemaliges Mitglied des Verschönerungsvereins Stgt. - wieder durch laubraschelnde Waldwege über den "Olgaweg" - Erinnerung an Königin Olga - und zur "Bopserhütte" einer, auch am Wandertag selbst, sonnenbeschienen Lichtung mit Waldspiel- und Grillplatz zu kommen. Später muss man die Straße der Neuen Weinsteige und die Gleise der Zahnradbahn überquren, herrlich gelegene Wohnviertel passieren, um so in das Waldgebiet "Dornhalde" - einst durch Waldweide stark beschädigter und mit Dornengebüsch bewachsener Hang - zu kommen. In weitem Bogen wird der dort angelegte "Dornhaldenfriedhof" umgangen - Ruhestätte von Mitgliedern der Bader-Meinhoff-Gruppe - und erreicht dann einen der drei größten Friedhöfe Stuttgarts den "Waldfriedhof" mit den Ruhestätten bekannter Persönlichkeiten wie Bundespräsident Theodor Heuss, OB Klett, Robert Bosch, auch Dichter August Lämmle, ein ehemaligen Ludwigsburger Bürger. Das A.Lämmle Gedicht: Steig nauf dr Berg, guck nab ens Land was mir für a schöne Hoimat hand... passt direkt zum Wandertag, der jetzt zu Ende ging. Obwohl die Wandergruppe unterwegs Pausen eingelegt hatte, ist jetzt eine größere Ruhepause gewünscht. Deshalb schnell hinab zu Tal mit der Waldfriedhofbahn. Großstadtbetrieb umgibt uns wieder. In einer Gaststätte läßt man sich das bestellte Essen gut schmecken. Voll des Lobes über den so schön und abwechslungsreich verbrachten sonnigen Wandertag wird dann auch herzlicher Dank an die Wanderführer gesagt und kehrt allseits zufrieden nach Ludwigsburg zurück.
(Wolfgang Staudenmayer) |