Logo - Schwäbischer Albverein - Ortsgruppe Ludwigsburg
Schwäbischer Albverein - Ortsgruppe Ludwigsburg
 
../whatsnew.htm
 

Rückblick:
Im Mainhardter Wald rund um Wüstenrot
am 14.04.2007

klicken zum VergrößernAls ich als Kind im Alter von ca. neun Jahren zum erstenmal in der Gegend um Wüstenrot war, dachte ich, ich sei im Paradies. Eigentlich habe ich diese Meinung weitestgehend beibehalten. Kein Wunder, dass hier die Idee zum Bausparen geboren wurde – wer möchte sich nicht im Paradies niederlassen! Näheres vom Gründer der Bausparkasse Wüstenrot, Georg Kropp, sowie anderes Wissenswerte vom Ort Wüstenrot erfuhren wir von unseren Wanderführern Heinz und Irene Hess, die sich als sehr kompetent erwiesen, da Irene einige Jahre ihres Lebens in Wüstenrot verbracht hat. So ließen beide zur Auflockerung ihrer Erläuterungen immer wieder Ereignisse aus ihrem eigenen Leben einfließen, und fanden somit aufmerksame Zuhörer. Unser Weg führte uns zunächst an das Bausparmuseum und weiter zu einem Brunnen, der mit Plastiken an dessen Rand verweilender Kinder recht lebensecht und fröhlich gestaltet ist. Dann ging es in Richtung Friedhof, wobei wir am Alten Rathaus vorbeikamen. Hier wunderten wir uns, dass das Fachwerk weiß übertüncht war. Angeblich soll so der Originalzustand gewesen sein und das Gebäude wurde deshalb auf diese Weise restauriert. Auf dem Friedhof warfen wir noch kurz einen Blick auf das Grabmal von Georg Kropp, bevor wir in südliche Richtung den Ort verließen und schon bald in das wildromantische Dentelbachtal gelangten, dem sich die Tobelschlucht anschloss. Es war herrlich, hier zu wandern. Der weiche Waldboden federte bei jedem Schritt, der Weg war manchmal so schmal, dass beide Füße nicht nebeneinander passten und wir kletterten über Stock und Stein. Hier war es sinnvoll, die empfohlenen Stöcke zum Einsatz zu bringen.

klicken zum Vergrößern Am Hohlen Stein, einem Erosions-Denkmal, erzählte uns Heinz, wie damals schon die Leute verschaukelt wurden. Im Glauben, einen Anteil an einer Silbermine zu erwerben, gaben manche ohnehin schon armen Leute ihr letztes Hemd in der Hoffnung auf ein kleines bisschen Wohlstand. Nur leider fand sich nirgends Silber! Aber Quarz zur Glasherstellung konnte man gewinnen und so blühte in dieser Gegend über mehrere Jahrhunderte die Glasindustrie.

Nach Verlassen der Schlucht fanden wir eine andere Landschaft vor. Bezaubernd liebliche Wiesenhänge und Auen erfreuten unsere Herzen, unsere Blicke schweiften immer wieder über die anmutige Landschaft, Obstbäume standen in voller Blüte und der Frühlingstag erstrahlte im Sonnenlicht und entwickelte sich im Lauf des Tages zu einem meteorologischen Sommertag. Wir streiften den Ort Neufürstenhütte, kamen durch den Weiler Hals und passierten Finsterrot. Gelegentlich hatten wir das Steinknickle mit seinem Aussichtsturm im Blickfeld und zur anderen Seite die Erlacher Höhe und den weithin sichtbaren Sendeturm Hohe Brache. Hin und wieder wurde Rast gemacht, mal an einem hübsch gelegenen Grillplatz, mal an einer alten Mühle - mittlerweile zu einer Ziegelbrennerei konvertiert, und später dann an einem bäuerlichen Lagerplatz für Gerätschaften und Holzmieten.

Noch einmal ging es durch den Wald und bei dem Altenheim der Georg-Kropp-Stiftung hatten wir wieder den Ort Wüstenrot erreicht. Den Panoramaweg verlassend machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Silberstollen, bevor wir in der Gaststätte „Schönblick“ unsere Schlusseinkehr hielten.

Gelegenheit für ein paar Worte des Dankes an unser Wanderführer-Ehepaar für einen wunderschönen unvergesslichen Tag fand Hans Stöhr erst, als wir alle an der Bushaltestelle versammelt waren. Der Bus brachte uns nach Sulzbach und im Gegensatz zu morgens, als wir über Heilbronn-Willsbach-Löwenstein anreisten, ging unsere Heimfahrt nun über Backnang-Stuttgart nach Ludwigsburg. Wir hatten nicht nur per pedes einen Bogen um Wüstenrot geschlagen, auch mit Öffentlichen Verkehrsmitteln haben wir eine ausgedehnte Rundfahrt gemacht!

(Dorothea Göhler)