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Rückblick auf die Wochenendwanderung
zum Nägelehaus
vom 21. bis 22.07.2007

klicken zum VergrößernDas "Fähnlein der 7 Aufrechten" traf sich am Samstagmorgen am Bahnhof in Ludwigsburg und erreichte nach Umsteigen in Stuttgart und Balingen das Albstädtchen Bisingen. Dort erweiterte sich das Grüppchen um die beiden Oberndorfer Hanne und Horst, für mich eine besondere Freude, weil ich sie lange nicht gesehen hatte. Nach Wanderführer Werner Brekles offizieller Begrüßung war die Gruppe noch einmal gewachsen, und es fand erst mal eine "Entführung" statt. Voriges Jahr bei der Faschingswanderung nach Dürrwangen hatten uns Albvereinler der Bisinger Ortsgruppe in Eis und Schnee mit Schnaps aufgewärmt und waren weiter mit gewandert. Heute wurden wir nach kurzem Weg vom Vorsitzenden Rainer der Ortsgruppe Bisingen und seiner Partnerin Maria nach Hause eingeladen, wo in einer bildschönen Laube ein Brezelfrühstück wartete. Dort konnten wir auch Erwin begrüßen, den 80jährigen Wegewart der Bisinger Ortsgruppe. Als wir losgingen, war mit Ilse und Joachim die Gruppe endgültig auf 14 angewachsen. Maria nahm 2 Wanderinnen und ein paar Rucksäcke im Auto mit, um weiter oben wieder zu uns zu stoßen.

klicken zum VergrößernDer größte Steilanstieg war gleich zu Anfang und führte in Höhen von über 900 Metern. Der Albtrauf ist bekannt für seine herrlichen Ausblicke, die uns aber diesmal durch einen hartnäckigen Hochnebel versagt blieben. Schemenhaft sah man den Hohenzollernkegel, aber eine Burg darauf war nicht auszumachen. Dafür war die kürzlich erst durch Erwin erneuerte weißblau leuchtende Wegemarkierung nicht zu übersehen und unser Wegewart Henning musste sich diesbezüglich einige Neckereien gefallen lassen, was er aber souverän wegsteckte. Dafür versorgte er uns mit Hilfe seines neuesten Spielzeuges, einem GPS-Gerät, jederzeit mit den aktuellsten Zahlen über Höhenmeter und gewanderte Kilometer. Vom 931 m hohen Hundsrücken weiter führte ein beeindruckender Gratweg, der rechts und links abrupt steil abfiel, eine wirklich interessante Topografie.

klicken zum VergrößernWir kamen an den Irrenberg, ein ausgedehntes Naturschutzgebiet, wo eine große Pflegeaktion im Gange war. Der Schwäbische Heimatbund, der diese Flächen erworben hat, führt hier regelmäßig die notwendigen Pflegeaktionen durch. Wir sahen von oben, über stehen gelassene Graslilien hinweg, gemähte Steilhänge und Leute, die auf großen Planen das Heu zusammentrugen, damit es von Spezialfahrzeugen aufgesammelt und abtransportiert werden konnte. Unter Bäumen versammelten sich die zahlreichen Helfer mit Kind und Kegel offensichtlich zum Vesper, denn man war inzwischen fast fertig geworden.

Auf dem Parkplatz Zitterhof, wohin Maria das Auto gefahren hatte, luden Bänke zur Vesperpause ein. Der Name schien Programm zu sein, denn ohne Jacken hätten wir hier tatsächlich gezittert. klicken zum VergrößernWir konnten aber noch von Glück sagen, denn von oben her blieb es die ganze Zeit trocken und ein Bisinger Schnaps wärmte uns wohlig von innen her. Über weite Hochflächen mit Trockenrasen, Weiden und reifen Getreidefeldern führte unser Weg, und ein einzelner Tailfinger Wanderer ließ uns an seinen botanischen Kenntnissen teilhaben. Gegen 17.00 Uhr erreichten wir den 960 m hoch gelegenen Raichberg mit dem Aussichtsturm, dem Sendemast und dem schön gelegenen Wanderheim Nägelehaus, wo ein geschmücktes Auto die Anwesenheit einer Hochzeitsgesellschaft verriet. Beim frisch gezapften Bierchen hatten wir Gelegenheit, der Braut zu gratulieren, die in ihrer dunkelroten Duchesse-Robe - dem "ersten Kleid überhaupt", wie sie sagte - sehr hübsch aussah. Der Bräutigam kam dazu und die Gesellschaft war im Aufbruch. Der Wirt überraschte uns mit der Auskunft, dass die 1. Runde für uns alle ein Geschenk des Brautpaares war. Es sind solche kleinen netten Gesten, die immer wieder Freude machen. Die Zimmerverteilung ging bei der übersichtlichen Teilnehmerzahl schnell vonstatten; 3 Doppelzimmer, 1 halbes Vierbettzimmer und für mich der Luxus eines hübschen Einzelzimmers mit Dusch-WC und einer zu erahnenden schönen Aussicht.

klicken zum Vergrößern"Runderneuert" trafen wir uns zum Nachtessen à-la-carte, und das Nebenzimmer füllte sich zusätzlich mit 12 munteren "Damen von der Matte", einer Gymnastikgruppe aus Salem. Erwin, unser Senior, trug sichtlich genussvoll eine "Renovierungsstory" vor, die darüber aufklärte, was die Firma "Oldie Renovi" an fortgeschrittenen Semestern noch für Wunder bewirken konnte. Auch unsere Wanderwartin Ingrid hatte amüsante Texte und ein gar nicht ganz leichtes Blumenquiz dabei, so dass die Zeit viel zu schnell verging. Dass es inzwischen heftig regnete, störte weiter nicht, und die Bisinger Freunde, die sich hier verabschiedeten, hatten ein Auto draußen stehen. Wir waren bester Hoffnung für den nächsten Tag.

Der begrüßte uns zwar noch nicht ganz trocken, aber mit besserer Sicht und einem guten Frühstück. Als wir klarschiff gemacht und bezahlt hatten, hörte pünktlich zum Abschiedslied der Regen auf. Vorbei am Raichberger Turm - den ich vor dem Frühstück schon allein bestiegen und dabei gesehen hatte, das die Zollernburg doch noch auf ihrem Kegel stand -ging es zum Backofenfelsen, von wo aus man den "Kalenderblick" auf den Hohenzollern und den Dreifürstenstein, ja bis zum entfernten Rossberg genießen kann. Zwar dampften die Wälder noch, aber die Sonne hatte gesiegt und es wurde ein strahlender Tag, der den gestrigen haushoch wettmachte. Hans beschrieb uns als gerade frisch geprüfter klicken zum VergrößernWanderführer, was man unter einer Reliefumkehr versteht. Der Höhenrücken, auf dem wir standen, war früher das Tal eines tektonischen Grabens mit widerstandsfähigen Gesteinsschichten. Die umgebenden Höhen hatten diese Gesteinsschichten nicht mehr und wurden deshalb schneller abgetragen und liegen heute tiefer. Danach kamen wir zum "Hangenden Stein", einem wahren Naturwunder mit überhängenden Felsen aufgrund der großflächigen Erosion, die möglicherweise eines Tages wegen der fortschreitenden Verwitterung zu Tale stürzen. Von einer kleinen Stegbrücke aus schaut man in eine beeindruckend tiefe Felsspalte und kann kaum fassen, dass am Rand derselben einige Buchen so groß werden konnten.

Was auf der Alb nach oben geht, muss auch wieder runter. Wir stiegen durch das Bärentäle abwärts, vorbei am gewaltigen Emmafelsen. Es war ein abenteuerlicher Abstieg durch ein Felsenmeer, über umgestürzte Bäume und steinige feuchtglatte Engstellen, für die man am besten zum Vierfüßler wurde. Mitten auf dem Weg fanden wir einen Felsbrocken in der Erde mit einem tollen versteinerten Ammoniten-Negativabdruck auf der Oberseite.

In Hechingen-Boll mit seinem unverwechselbaren Kirchturm haben wir "kaiserlich" gespeist. Die Bisinger hatten am Vortag im Gasthof "Kaiser" Plätze für uns bestellt. klicken zum VergrößernDort gibt es eine schier endlose Maultaschenkarte bis hin zum Dessert, das unsere Wanderwartin Ingrid versuchte: Apfelmaultaschen mit Vanilleeis und Früchten, aufs Schönste dekoriert, fast zu schade zum Verspeisen. Nach dem Essen war herzlicher Abschied von Hanne und Horst, die zurück zum Auto in Bisingen mussten. Für uns - nun wieder 7 - ging es durch das Hochtal der sich windenden Starzel - immer den Hohenzollern im Blick - über Stetten nach Hechingen, wo man erst nach einem Stadtspaziergang den Bahnhof erreicht. Hier fand Hans die gebührenden Dankesworte für unsere Wanderführer Werner und Klaus. Mit der Zollernalbbahn ging es nach Tübingen, von dort mit der Bundesbahn nach Stuttgart und schließlich mit der S-Bahn wieder nach Ludwigsburg.

Ich kann allen "Nichtmitgefahrenen" nur versichern, dass sie wirklich etwas Wunderschönes versäumt haben und wir nicht zulassen dürfen, dass diese Hüttenwanderungen wegen zu geringer Beteiligung eines Tages ganz wegfallen.

Im nächsten Februar ist die nächste Chance!!

Gisela Seltmann

Rückblicke auf die Hüttenwanderungen der vergangenen Jahre