Nach längeren und kürzeren Anfahrtswegen trafen sich am Römerhügel in der hellen Morgensonne 12 Radler, um unter der Führung von Ingrid und Klaus Ollig die diesjährige Ausfahrt zu starten. Es ging übers "Lange Feld" vorbei an gelben Stoppelfeldern und Maisfeldern verschiedener Färbung. Wenn man "oben" im Auto an Schwieberdingen vorbeifährt, ahnt man nichts von den spürbaren Höhenunterschieden des Ortes, in dem man nicht alles schnell mal zu Fuß oder mit dem Rad erledigen kann. Eine Taufgesellschaft strebte der alten Kirche zu und für uns ging's wieder bergauf. Steigungen haben meist zur Belohnung einen schönen Ausblick, der auch uns öfter beschert war, besonders an der "Katharinenlinde". Hier hat man 1935 ein keltisches Frauengrab gefunden, ein weiteres Zeugnis der keltischen Besiedelung in unserer Region. Die Aussicht reichte bis über Markgröningen hinweg zum Hard-und-Schönbühlhof, zum Pulverdingerhof vor dem Hochwald bis zum Stromberg mit dem Weinort Hohenhaslach. Nach der Trinkpause fuhren wir weiter ständig auf und ab, in einem weiten Bogen um Hemmingen herum, dessen Kirchturm noch eher alsdie Hochhäuser unverwechselbar ist. Durch den Zeilwald ging es nach Schöckingen, wobei wir mal die Geleise des Strohgäubähnles überquerten, romantisches Pendant zur ICE-Schnellbahntrasse. Bei dem ständigen Auf und Ab wurde auch mal geschoben, und der Wind relativierte die Hitze. Reinhard, unser "Rennradler", fuhr manche Teilstrecke doppelt, um zu sehen wo die Letzten blieben und um seinen sportlichen Einsatz zu vermehren. Ich staunte über Klaus, der einen enormen Kartenspeicher auf seiner mentalen Festplatte haben muss, denn ich sah ihn nie in eine Karte schauen. Durch Gebersheim und Silberberg radelten wir zum Leonberger Ortsteil Eltingen, wo wir in NFH "Wanne" die Mittagspause einlegten und ein schattiges Plätzchen im Freien fanden. Das reichhaltige Speisenangebot bot für jeden das Passende und der Service klappte ausgezeichnet. Nachdem Reinhard meine schlappen Reifen richtig aufgepumpt hatte, hieß es wieder "satteln", und es folgte zur Belohnung für teilweise echte Anstrengung ein Stück des Glemstalmühlenweges, dem perfekt ausgewiesenen Radwanderweg von Leonberg nach Markgröningen-Unterriexingen. Das war ein wahrer Genuss, blieb aber nicht biszum Ende unser Weg. Wir verließen diese ebene Strecke voller Windungen und einigen der Mühlen wieder bei Ditzingen, begrüßt vom weithin sichtbaren "Grünen Heiner" und kamen durch das Geschäftsgebiet Kallenberg. Auf der Solitudeallee vorbei am Stammheimer Gefängnis erreichten wir das "Triangulationszentrum", wo uns Klaus am Ausgangspunkt des trigonometrischen Netzes die Vermessung von Baden-Württemberg erklärte. Stelen aus jeweils am Zielort befindlichen Steinmaterials zieren diesen Ort (der z.Zt. wegen Vernachlässigung nicht wirklich eine Zierde ist) und man sieht zwischen meist hellem Sandstein deutlich die einzige Vulkansteinsäule aus Neuffen. Pflugfelden grüßte von fern und auch schon wieder unser Wasserturm am Römerhügel. Hans brachte am offiziellen Ende dieser tollen Tagestour unsern Dank und unsere Begeisterung zum Ausdruck. Zu zehnt radelten wir aber noch über die Schwieberdinger Straße und das Gebiet Waldäcker zumNFH "Kleinaspergle", um bei Getränken, Vesper und guter Unterhaltung diesen schönen Tag zu beenden.
(Gisela Seltmann)
Rückblicke auf vergangene Fahrradwanderungen
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