| Zusammen mit dem Co-Wanderführer Peter Rosenow erarbeitete Anton Ludl - Schwarzwaldspezialist und Garant für Wanderungen in zauberhaften Gegenden - erneut eine Wanderung imNordschwarzwald und entsprechend groß war der Zulauf mit 44 Teilnehmern. Wegen Gleisarbeiten waren wir ab Pforzheim auf den Schienen-Ersatz-Verkehr angewiesen, was vielleicht sogar von Vorteil war, denn mit dem Bus fuhren wir durch hübsch gelegene Orte und Gebiete und hatten zuweilen eine schöne Aussicht. Er entließ uns an dem Freizeit- und Schulungszentrum der Liebenzeller Mission und damit waren wir auch schon im Monbachtal angekommen.
Unsere Erwartungen bezüglich Landschaft wurden erfüllt. Das wildromantische Monbachtal mit dem klaren Bach, der fröhlich über grünbemooste Steine und Felsbrocken sprudelte - mitunter auch als kleine Wasserfälle - erweckte alle unsere Sinne. Die frische Kühle des Morgens umspielte unsere Haut, das satte Grün der Flora beruhigte unsere Augen und die klare Luft ließ uns frei und tief atmen. Da das Tal immer enger wurde und sich zu einer Schlucht entwickelte, die kaum noch Platz für einen Weg freiließ, mussten wir mehrmals den Bach über die darin liegenden Steine überqueren. Das forderte vor allem unseren Gleichgewichtssinn. An der Hammannhütte war dann aber doch Raum und Gelegenheit für eine erste Vesperpause.
Nebenbei sei bemerkt: zum wiederholten Male in diesem Jahr hatten wir Glück mit dem Wetter. Aus einem feuchtnebligen Tagesbeginn entwickelte sich ein warmer sonniger Sommertag.
Nach dem Passieren der hölzernen Monbachbrücke verließen wir die Schlucht und erreichten auf Waldwegen den Ort Neuhausen. Das sich anschließende offene Gelände und die Heidelandschaft auf dem Büchelberg bildeten einen reizvollen Kontrast zum Vorangegangenen. Am Ende des Büchelberges ließen wir uns zu einer Mittagspause nieder und genossen dabei die herrliche weitreichende Aussicht. Und weiter ging's durch anmutige Landstriche - ein Stück weit die Würm entlang - über Merklingen, wo wir Gefallen an einem Brunnen mit Bronzeskulpturen spielender Kinder fanden, bis zur Ortsmitte von Weil der Stadt. Hier wurden vom Marktplatz mit seinem Keplerdenkmal und dem Brunnen mit Kaiser Karl V. ein paar Fotos geschossen, bevor wir unsere Wanderung mit einer Einkehr im Gasthaus Krone ausklingen ließen.
Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dassdieser schöne Wandertag von einigen kleinen Pannen überschattet war. Ausgerechnet unser Wanderführer Anton, der uns bei der Begrüßung noch ermahnt hatte, vorsichtig beim Steinehopping zu sein, stürzte ins Wasser und wurde klatschnass. Doch aus manchem Rucksack wurde dieses oder jenes nützliche Utensil zu Tage gefördert, sodass er schließlich die Wanderung in trockenen Tüchern fortsetzen konnte. Auch bei der Wegeführung war man sich mal nicht ganz einig, aber richtigen Ärger - der bis zur Androhung, einen Rechtsanwalt einzuschalten, eskalierte - gab es erst dadurch, dass von dreizehn Personen, die sich für die Teilnahme an einer Stadtführung gemeldet hatten, plötzlich nur noch drei oder vier übrig blieben. Nach einigem Hin und Her wurde aber auch dieses Problem gelöst, sodass letztendlich jeder zu seinem Recht kam.
Ich könnte mirvorstellen, dass die Wanderführer nicht ganz glücklich mit dem Verlauf des Tages waren. Doch ihnen sei zum Trost gesagt: Solche Wanderungen behält man nicht trotz, sondern gerade wegen der Pannen in liebevoller Erinnerung - einerseits der "action" wegen, aber vielleicht auch deshalb, weil sie die eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten weniger gewichtig erscheinen lassen !?
(Dorothea Göhler)
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