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Rückblick auf die Wanderung
Von Esslingen zum Uhlbacher Weinbaumuseum am
23. September 2007

klicken zum VergrößernRecht großzügig bemessen war die Zeit für die 14 km lange Strecke von Esslingen nach Uhlbach. Deshalb konnten wir uns ausgiebig den zahlreichen Sehenswürdigkeiten widmen, die auf diesem Weg lagen, einige davon bereits in der vom Krieg verschonten 1200-jährigen Stadt Esslingen, unserem Ausgangspunkt. Die meisten waren sicherlich schon mal in Esslingen gewesen, jedoch ist diese Stadt immer wieder einen Bummel wert.

Am Eingang zur Altstadt steht gleich der mächtige Schelztor-Turm und ein paar Schritte weiter erblicken wir die ebenso mächtige Stadtkirche St. Dionys aus dem 13./14. Jahrhundert. Hier fallen die ungleichen Türme auf, die aus verschiedenen Bauzeiten stammen und die um der Statik willen mit einer Brücke verbunden sind. Im Innern der Kirche werfen wir einen Blick auf die aus Ludwigsburg stammende Walcker-Orgel. Bemerkenswert sind der Lettner und die spätromanischen Pfeiler sowie die Glasfenster. Nachdem wir später den Marktplatz und die Altstadt mit ihren hübschen Häuserzeilen bewundert haben - eine davon ist die älteste bekannte Fachwerkhäuserzeile Deutschlands - streifen wir beim Aufstieg zum Esslinger Höhenweg noch die frühgotische Frauenkirche. klicken zum VergrößernHier ist gerade Gottesdienst und so müssen wir uns auf die Außenansicht beschränken, aber allein schon die zwei südlichen Prachtportale sind sehenswert.

Weiter geht's nun oberhalb des Neckars auf dem Esslinger Höhenweg an dem Ort Neckarhalde vorbei. In diesem offenen Gelände - meist kleinere Gärten und Streuobstwiesen - kann man gut Sonne tanken, denn um diese Jahreszeit ist man dafür bereits wieder empfänglich. Später schwenken wir nach rechts, kommen durch den Ort Rüdern. Von hier sehen wir bereits den Aussichtsturm der Katharinenlinde. Wir durchqueren einige Obstgärten und steigen leicht an zum Aussichtspunkt Katharinenlinde, wobei wir eine Höhe von 469 m erreicht haben. Entsprechend weit reicht die Aussicht in Richtung Stuttgart. Auf diesem hübschen Platz wird Mittagsrast gemacht. Den Turm des Schwäbischen Albvereins, der eine Höhe von 17 m hat und 1957 eingeweiht wurde, können wir wegen Pächterwechsel der Gaststätte leider nicht besteigen.

Von der Hochfläche der Katharinenlinde geht es nun steil bergab zum Villenort Rotenberg, und weiter zum Württemberg mit der Grabkapelle mit den Grabmälern von Königin Katharina(1819) und König Wilhelm(1864). Geschlossen besichtigen wir die Kapelle mit der weißen rosettengeschmückten Kuppel, den Säulen und den goldverzierten Bilderwand. Einige investieren noch 1,70 Euro und bekommen dafür in der Gruft zwei marmorne Sarkophage und einige Gipsbüsten zu sehen. klicken zum VergrößernDoch die meisten streben rasch wieder nach draußen, der Sonne entgegen. Auf den Treppenstufen oder auf Bänken verweilend wird von den Sonnenstrahlen aufgenommen soviel wie möglich ist. Die Kapelle gleicht in dem gleißenden Licht einem griechisch/römischen Tempel und mit ein bisschen Fantasie wähnt man sich in einem mediterranen Land. Oder man genießt den Ausblick auf Stuttgart und ins Neckartal und rätselt - obwohl schon x-mal dagewesen - was für ein Gebäude eigentlich dieses oder jenes ist. Vor dem Neckartal liegt noch der Mönchsberg, eine hervorragende Lage für einen guten Wein, dem Mönchsberg-Riesling. Die Weingärten sind im Besitz des Herzogs von Württemberg.

Von der Grabkapelle geht es nun zurück nach Rotenberg und in Serpentinen nach Uhlbach. Ziel ist das Weinbaumuseum, einer alten Kelter, wobei auf einer Fläche von 850 m² Weinbaukultur von der Römerzeit bis heute dargestellt ist. Ein freundlicher Herr informiert uns über die Vorzüge des Weingenusses. Neben alten Kelterbäumen kann man sich auch über die früheren Trinkgefäße informieren. Ein besonders schönes Stück ist der Prunkrömer von 1880 mit dem Trinkspruch: "Ein guter Trunk macht Alter jung". Kostproben der Stuttgarter Weine werden auch ausgeschenkt, denn Probieren geht über Studieren. klicken zum Vergrößern

Nach der ausführlichen Besichtigung des Weinbaumuseums ist es noch lohnenswert die benachbarte Andreaskirche mit der schönen hölzernen Innenraumausgestaltung zu besichtigen. Anschließend geht es zur wohlverdienten Schlusseinkehr in die historische Gaststätte "Ochsen".

(Dorothea Göhler/Anton Ludl)