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Herbstausfahrt 2007
Bayerischer Wald
vom 30.09. – 05.10.2007

klicken zum VergrößernHerbstausfahrt 2007! Um diese durchführen zu können und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, haben sich zwei Menschen schon lange im Vorfeld Gedanken gemacht. Da ist zum einen Peter Mugele. Er lenkt als Vorsitzender nicht nur die Geschicke der Ortsgruppe und repräsentiert sie nach außen, nein – er lässt sich auch noch was einfallen, wohin er seine Schäfchen für ein paar schöne Tage entführen könnte und er plant, testet, organisiert. Und unser stellvertretender Vorsitzender Klaus Ollig, als Wanderführer Meister seines Fachs, hat eine Vielzahl von Stunden geopfert, um mit „Herzblut“ wie Hans es formulierte, ich würde eher sagen mit Gewissenhaftigkeit und Akribie (da brauche ich bloß an die vielen Pfeile im Wanderprogramm zu denken) nach den Vorschlägen von Peter für jeden der fünf Tage zwei Wanderungen auszuarbeiten. Um es vorwegzunehmen: Die Mühen der beiden haben Früchte getragen. 30 Mitglieder haben im Bayerischen Wald eine gelungene, harmonische Freizeit verbracht.

Die Anfahrt am Sonntag verlief zügig ohne Zwischenfälle, d. h. eine Überraschung war es allerdings, als wir beim ersten Zwischenstopp an einer Autobahnraststätte auf ein paar wohlbekannte Gesichter trafen - „abtrünnige“ Albvereinsmitglieder, die zur gleichen Zeit in ungefähr die gleiche Richtung unterwegs waren, um die Stadt Prag kennen zu lernen.

klicken zum VergrößernWir wären kein Wanderverein, wenn wir nicht die Gunst der Stunde genutzt und noch am ersten Tag unsere Gliedmaßen in Bewegung gesetzt hätten. Für eine Auftaktwanderung war die Route sehr hübsch gewählt: Von Kötzting aus zunächst die Besichtigung der Wallfahrtskirche Weißenregen – schließlich waren wir im katholischen Bayern. Bemerkenswert und außergewöhnlich hier die Schiffskanzel. Dann weiter am Ufer des Blaibacher Sees entlang bis zur Staumauer des Höllensteinsees. Am Wasser ist es eigentlich immer idyllisch und wenn dann auch noch die Sonnenstrahlen auf den Wellen tanzen wie eben an jenem Sonntag, ist diese Idylle perfekt! Der Höhenunterschied von 300 m, den wir beim anschließenden Besteigen des Buchbergs bewältigen mussten, war zum Eingewöhnen genau das Richtige. In Wettzell nahm uns dann wieder der Bus auf und brachte uns zu unserem Quartier, dem gepflegten, auf einer Anhöhe am Ortsrand von Lam gelegenen Hotel SonnBichl, das vielen von der Ausfahrt von vor zwei Jahren noch in bester Erinnerung war.

klicken zum VergrößernWie zwei Jahre zuvor stand erneut die Besteigung des Großen Arbers auf dem Programm. Waren einige Teilnehmer im Jahr 2005 bitter enttäuscht worden – vor lauter Nebel, Kälte und Regen nichts gesehen! – so wurde dies in diesem Jahr mehr als wettgemacht! Bei klarem Wetter und weitreichender Sicht erklommen die einen per Seilbahn, die anderen per pedes den Gipfel des höchsten Berges im Bayerischen Wald. An dieser Stelle möchte ich darüber aufklären, dass mein Bericht nur unvollkommen sein kann, weil ich nur für mich sprechen kann. Da täglich zwei Wanderungen angeboten wurden, unterschiedlich in ihrer Länge und im Schwierigkeitsgrad, kann ich nur von jenen erzählen, an denen ich teilgenommen habe. In diesem Fall hatte ich mich für die Besteigung zu Fuß entschieden. Von unserem Ausgangspunkt am Brennes schien der Gipfel zum Greifen nah und der Aufstieg war in der Tat gut zu bewältigen. klicken zum VergrößernUnser Wanderführer Klaus ließ die Sache langsam angehen, immer wieder war Gelegenheit, die herrliche Aussicht zu genießen, am Berghaus Sonnenfels fanden wir Gefallen an einigen Astholz-Figuren und eine kleine Rast wurde eingelegt, bevor wir an der Bergstation der Seilbahn wieder mit den anderen zusammentrafen. Gemeinsam begingen wir den Gipfelrundweg, wobei uns Klaus das Panorama erklärte. Der Weg war leicht abschüssig und forderte uns einen kleinen zweiten Aufstieg zum Gipfel ab. Die Felsmassive auf der Bergkuppe reizten zu weiterem Rumkraxeln. Von hier oben hatte man nicht nur einen fantastischen Rundblick, man konnte auch das Menschengetümmel auf den Wegen unterhalb beobachten. Es wuselte wie in einem Ameisenhaufen, was Hans zu der Bemerkung veranlasste, er komme sich vor wie auf der Königstraße. Wenn die alle zu Fuß hätten heraufkommen müssen!? Aber soviel Sportsgeist unsererseits verlangte eine Belohnung. Und die bekamen wir in Form einer Einkehr an der Arber-Schutzhütte. Das war Relaxen pur!! Wir genossen nicht nur Speis und Trank, nein wir tankten vor allem das Lebenselixier Sonne und ich glaube, wir strahlten mit den weißen Kuppeln der beiden Radartürme um die Wette. Ellen sorgte noch für ein bisschen Aufregung. Ihre Digikamera war ins Klo gefallen! Die hat das aber schadlos überstanden, wie sich anderntags herausstellte. Der steinige Abstieg erforderte dann vom Fußvolk einige Aufmerksamkeit, aber wohlbehalten trafen an der Talstation wieder alle zusammen. Von hier brachte uns der Bus heim in unser Hotel.

klicken zum VergrößernAm nächsten Tag, dem Dienstag, war für die Gruppe 1 der Falkenstein angesagt. Ich hatte mich wieder ziemlich unbekümmert für die größere Tour entschieden. Die ging zunächst über mäßig ansteigende Waldwege recht beschaulich los, zum Teil am plätschernden klaren Höllbach entlang. Nachdem wir über eine Holzbrücke den Bach überquert hatten, erreichten wir, an einem See gelegen, ein hübsches Fleckchen Erde mit Holztischen und –bänken und einer Schutzhütte, der Höllbachschwellhütte. Man kam nicht umhin, hier zu verweilen. Einerseits, weil der Platz dazu einlud, aber andererseits, um Kraft zu schöpfen für das, was nun bevorstand. Denn vor uns lag das Höllbachgespreng, das seinem Namen alle Ehre macht, und das es zu erklimmen galt. Die steil aufragenden Felswände, über die sich der Höllbach in mehreren Wasserfällen ergießt, waren zwar wildromantisch, ja geradezu dämonisch, die Kletterei machte auch Spaß, aber sie brachte wohl nicht nur mich an die Grenze der physischen Belastbarkeit. Doch was für eine Genugtuung, wenn man es dann geschafft hat! Eine zünftige Einkehr im Falkensteinschutzhaus hatten wir uns redlich verdient. Um die andere Gruppe nicht zu lange warten zu lassen, brachen wir ein bisschen abrupt auf. Schnell am Gipfelkreuz noch ein paar Fotos geschossen und dann marsch auf den Rückweg. Der führte uns zunächst über das Hochplateau des Falkenstein, einer trostlosen Wüstenei – abgestorbene Flora weit und breit. Daran schlossen sich die almengleichen, heideartigen Ruckowitzschachten an, ehemalige Weideflächen, von wo aus wir eine ausgezeichnete Sicht zu den Bergen in Richtung Tschechien hatten. Später wurde noch ein Urwald (= Bannwald) durchquert, bevor wir uns am Zwieslerwaldhaus wieder mit der anderen Gruppe vereinten. Die hatte offensichtlich auch ihren Spaß gehabt und gut gelaunt traten wir die Fahrt heimwärts zum Hotel an.

klicken zum VergrößernAm nächsten Morgen im Frühstücksraum nahmen wir es sofort wahr: die sonst so hübsche Aussicht wurde uns durch dicke Nebelschwaden verwehrt. Aber vielleicht verzogen die sich ja noch bis zum Antritt unserer Wanderungen! Denn für diesen Tag war zunächst ein gemeinsamer Besuch der Wallfahrtskirche Heiligen Blut in Neukirchen vorgesehen. Danach trennte sich die Gruppe wieder zu separaten Unternehmungen. Ich hatte auch heute die größere Tour gewählt, denn heftiger als am Vortag konnte es kaum kommen! Neukirchen liegt unterhalb des Hohen Bogens und den zu besteigen war heute unser Ziel. Die Gruppe 1 war im Lauf der Tage sichtlich geschrumpft. Die Intimität einer kleinen Gruppe und eingelullt von weißem Nebel – auch das lässt Stimmung aufkommen! Anders eben! Mir persönlich ist diese Wanderung in liebevoller Erinnerung. Ihr Ablauf ist schnell erzählt: Aufstieg bis zur Diensthütte, wo in etwa die oberste Höhe erreicht war, dann eine Kehre nach links, den Kamm entlang am Eckstein vorbei bis zum Gipfelkreuz, die beiden sonst von überall sichtbaren markanten Türme blieben uns verborgen. Einkehr in einer sehr geräumigen, aber dekorativ gestalteten Schutzhütte. Danach ein ziemlich direkter Abstieg. Wir gelangten auf eine Straße unweit der Talstation der Bergbahn, was zwar so nicht ganz vorgesehen war, sich aber als vorteilhaft erwies - konnte man dorthin doch gut den Bus beordern, der uns in unser Hotel zurückbrachte.

klicken zum VergrößernAm vorletzten Tag wurde dann improvisiert. Wettermäßig! Bei Nieselregen und Nebel war es zu riskant und sinnlos, auf den Luser zu gehen. Wir blieben im Tal und Peter und Klaus fanden, die monumentalen, bizarren Felsengebilde im Großen Pfahl wären es wert, noch einmal (wie zwei Jahre zuvor) bestaunt zu werden. Etliche Tafeln informierten über Entstehungsgeschichte und Abbau des an Quarz reichen Gesteins. Hinunter ging es dann durch Viechtach hindurch, dann eine Fahrstraße entlang, und nachdem wir ein Jugendcamp passiert hatten, steuerten wir die Ortschaft Kollnburg an. Hier wartete bereits unser Busfahrer Stefan mit Kaffee und Kuchen auf uns und kutschierte uns anschließend ins Hotel.

klicken zum VergrößernIch glaube, jetzt ist es an der Zeit, auch mal ein paar Worte über die Abende im Hotel zu verlieren. Kulinarisch wurden wir aufs äußerste verwöhnt. Das Angebot war so gut und reichhaltig – so viel kann man an einem Tag gar nicht laufen, um sich das zu verdienen. Und so manch ein Bärwurz, Blutwurz oder Willy rann die Kehlen hinunter. Mit Gesprächen oder beim Rommé ließ man den Abend gemütlich ausklingen, am Dienstag und Mittwoch spielte sogar noch eine Kapelle auf.

klicken zum VergrößernGesungen wurde übrigens auch. Nicht nur in den beiden Kirchen wurde ein Lied angestimmt, nein, auch morgens im Bus wurde der Tag mit einer oder zwei Weisen aus dem Talibu begrüßt und für unseren Gastwirt Herrn Obermeier gab es zum Schluss ein Abschiedslied.

klicken zum VergrößernAber alles hat ein Ende und mit dem Freitag war dann unser Rückreisetag gekommen. Es hatte sich mal wieder niemand gemeldet, um sein Fehlen anzuzeigen und so konnte der Bus ohne Verzögerung starten. Um sich mit Souvenirs oder Mitbringsel einzudecken, wurden unterwegs noch zwei entsprechende Läden angesteuert und als Tüpfelchen auf dem i gab es einen Abstecher in das Bauernhaus-Museum Wackershofen.

Auf der letzten Etappe der Heimfahrt war es dann still geworden im Bus. Die Gedanken weilten zum Teil wohl schon beim Alltagskram zu Hause oder man ließ das Erlebte Revue passieren. Und man hatte Grund, dankbar zu sein: für die zurückliegende schöne Zeit im allgemeinen und im besonderen unseren beiden Wanderführern Peter Mugele und Klaus Ollig, die diese erst ermöglicht haben. Um unsere Dankbarkeit wenigstens symbolisch zum Ausdruck zu bringen, wurde ein kleiner Geldbetrag gesammelt. Hans übernahm es, ihn zu überreichen und in seiner Laudatio zählte er noch einmal einige der „Höhepunkte“ auf, die uns wohl noch für lange Zeit in lieber Erinnerung bleiben werden.

(Dorothea Göhler)

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