| Wanderroute: Stuttgart Marienplatz-Karlshöhe-Blauer Weg-Seilbahn-Waldfriedhof
Dornhalde-Zahnradbahn-Marienplatz-Stuttgarter Weihnachtsmarkt
Wanderstrecke: ca. 10 Km
Wanderführung: Hans Stöhr und Peter Mugele
Berichtschreiberin: Sabine Trölenberg, Kornwestheim
Unseren ersten Halt legten wir, nachdem wir mit einer großen Teilnehmerzahl am Marienplatz angekommen waren, bei der "Else Himmelheber-Staffel" (Else Himmelheber 1905-1944, Widerstandskämpferin) ein. Diese wohnte damals in der Adlerstr. 24.
Hans Stöhr wies uns darauf hin, dass wir am Ende der Wanderung ein Stadtquiz veranstalten werden. Somit hörten alle Teilnehmer besonders aufmerksam zu und zeigten besonderes Interesse an seinen Ausführungen. Einige Wanderer zählten sogar die Treppenstufen dieser Staffel und kamen immerhin auf 238.
Das erste Interesse galt der Namensgebung dieses "Blaustrümpflerwegs". Die Heslacher hatten den Württemberger Herzog Ulrich verraten und mußten deshalb am Sonntag blaue Strümpfe tragen. Unsere Route führte weiter zur Karlshöhe (342 m), wo sich das bekannte Lapidarium
befindet. Die Karlshöhe wurde 1889 von König Karl eingerichtet. Von dort aus bewunderten wir eine traumhafte Aussicht auf die Innenstadt Stuttgart. Am Denkmal von Johann Georg Fischer (dt. Lyriker und Dramatiker, 1816-1897) wurde auch dessen Grab auf dem Pragfriedhof erwähnt.
Die steile Hasenbergsteige brachte uns dann zum imposanten Haus des abstrakten Malers und Bildhauers, Otto Herbert Hajek (1927-2005), von dem auch ein Kunstwerk vor dem Kornwestheimer Rathaus zu finden ist. Vorbei an der "Heslacher Wand", ein Waldgebiet am Ende des "Blauen Weges", ging es dann zum Südheimer Platz zur Seilbahn. Diese brachte uns hoch zum Waldfriedhof auf dem zahlreiche Ehrenbürger begraben sind.
Der Spitzname dieser Seilbahn "Erbschleicherexpress", die 1929 erbaut wurde und 87 Höhenmeter überwindet, brachte uns dann, trotz anhaltendem Regen, unsere gute Laune zurück.
Von der Eugen-Dolmetsch-Straße wanderten wir zum Dornhaldenfriedhof zur Aussichtsplattform bei der Haltestelle Haigst. Dort befindet sich der Santiago-de-Chile-Platz, der erst 2006 eingeweiht wurde. Von dort aus hatten wir erneut eine eindrucksvolle Aussicht auf Stuttgart Mitte. An dieser Haltestelle stiegen wir in die Zahnradbahn, die von der Stuttgarter Bevölkerung liebevoll "Zacke" genannt wird. Sogar Fahrräder können kostenlos, wenn auch nur aufwärts, mitgenommen werden.
Die Zacke führte uns an dem Restaurant Wielandshöhe vorbei. Jedem Feinschmecker läuft bei dem Namen "Vincent Klenk" (geb. 1949) das Wasser im Munde zusammen. Dieser Koch ist in ganz Deutschland durch zahlreiche Fernsehauftritte bekannt. Nachdem wir 210 Höhenmeter mit unserer Zacke überwunden hatten, erreichten wir den Marienplatz.
Von dort aus marschierten wir zu unserer Mittagseinkehr, die der Heslacher Albverein ausrichtete. Dort wurden wir freundlich empfangen und liebevoll bekocht. Nach unserer leiblichen Stärkung fand das versprochene Stadtquiz statt. Wieder einmal zeigten die Wanderfreunde, dass sie nicht nur Ausdauer beim Wandern haben, sondern sich auch in der Stuttgarter Stadtgeschichte sehr gut auskennen. Als "Belohnung" für die richtigen Antworten hatte Hans Stöhr einige kleine Überraschungen vorbereitet.
Unser Abschluss dieses schönen Tages bildete der Besuch des Stuttgarter Weihnachtsmarktes, der bereits 1692, vor 315 Jahren erwähnt wurde. Dieser Weihnachtsmarkt ist einer der schönsten in Deutschland und ist besonders bekannt für die liebevoll geschmückten Holzdächer.
Diese Kulturwanderung vom Albverein Ludwigsburg hat mal wieder gezeigt, wie lohnenswert Ausflüge in die nahe Umgebung sind. Obwohl die meisten von uns schon viele Male Stuttgart besucht haben, durften wir Dank unserer ausgezeichneten Wanderführung viele neue Eindrücke mitnehmen.
(Sabine Trölenberg)
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