| Wanderbericht über die 'Drei Königswanderung' des Schwäbischen Albvereins,
Ortsgruppe Ludwigsburg "Auf dem Weinwanderweg von Besigheim nach Bietigheim"
Wanderroute: Besigheim-Triebstein-Rossert-Brachberger Tal-Hirschberg-Lug-Bietigheim
ca. 13 km, Führung: K. u. I. Ollig, Albverein Ludwigsburg
Nach der Ankunft in Besigheim gab es am Bahnhof eine Ansprache von unseren Wanderführern.
Dabei wurden auch der Nachwuchs, ein junges Mitglied, sowie neue Gäste herzlich begrüßt. Besigheim hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Sie reicht zurück in die alemannisch-fränkische Siedlungszeit. Den Namen nach stammt sie jedoch aus der fränkischen Siedlungszeit. Die beeindruckende Stadtsilhouette mit den schmucken Fachwerkhäusern, zwei stattlichen Wehrtürmen aus der Stauferzeit bieten ein grandioses Bild. Den alemannischen Marktbrunnen mit Schildhalter und badischen Wappen haben wir bereits auf früheren Wanderungen bewundert.
Alle Orte, die auf -heim enden, (z.B. Steinheim, Kornwestheim, Erligheim, Bönnigheim, Bietigheim)wurden von den Franken gegründet. Einige Ansiedlungen in dieser Gegend stammen sogar aus der Römerzeit. Die älteste Urkunde aus dem Jahre 1153 vom Kloster Erstein (Elsaß) belegt, dass 'Curtis Basincheim' in den Besitz von Markgrafen Hermann von Baden überging. Im Jahre 1220 erhielt Besigheim das Marktrecht und wurde zur Stadt erhoben. Die Spurensuche nach einem römischen Gutshof (Villa Rustica) im Waldgebiet Rossert war letztendlich erfolgreich, jedoch waren nur noch spärliche Mauerreste vorhanden. Als 'villa rustica' bezeichnet man ein Landhaus, beziehungsweise Landgut im römischen Reich. Sie war Mittelpunkt eines Latifundiums, d.h. eines landwirtschaftlichen Betriebes, und bestand meist aus einem Hauptgebäude und mehreren, innerhalb eines ummauerten Hofs gelegenen Wirtschafts- und Nebengebäuden. Eine der besonders gut erhaltenen 'villa rustica' findet man in Hechingen-Stein,eine im Lauchertal bei Sigmaringen und eine weitere in der Nähe von Zimmerhof im Landkreis Heilbronn. Unser Wanderführer Klaus Ollig verstand es wieder einmal die Siedlungsgeschichte spannend zu erzählen. Eine der besonderen Qualitäten der Wanderungen des Schwäbischen Albvereins, Ortsgruppe Ludwigsburg besteht vor allem darin, die Wanderfreunde und Wanderfreundinnen nicht nur sicher auf den Wegen zu begleiten, sondern auch darin, das Auge für interessante Dinge (z.B. naturräumliche Gliederungen, Landesgeschichte usw.) zu schulen.
Im Sonnenschein ging es dann weiter auf dem Weinwanderweg durch die Weinberge des Lugs. Eine herrliche Aussicht auf die ehemalige Kammgarnspinnerei und Bietigheim waren eine der vielen Höhepunkte dieser Wanderung. Wir marschierten weiter durch die historische Alstadt von Bietigheim, vorbei an dem Backhäuschen, in dem die Landfrauen zu besonderen Anlässen ihren Zwiebel- und Kartoffelkuchen selber backen. Bietigheim liegt am Zusammenfluss von Metter und Enz. Wie sehr diese Stadt vom Hochwasser gefährdet ist, zeigen uns die Hochwassermarken auf einem Stein im Park der ehemaligen Landesgartenschau.
Der Abschluss bildete ein gut gewähltes Lokal unweit des Viadukts in Bietigheim. Nachdem wir unseren 'Bildungshunger' gestillt hatten, bestand dort die Gelegenheit zur Geselligkeit und zu einem fröhlichen Ausklang. Unsere neuen Gäste fühlten sich sehr wohl und versprachen auf jeden Fall wieder zu kommen. Der Schwäbische Albverein, Ortsgruppe Ludwigsburg würde sich über neue Gäste aufrichtig freuen!
Berichtverfasserin: Sabine Trölenberg, Kornwestheim
Rückblick auf die letztjährigen Dreikönigswanderungen
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