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Rückblick auf die Wanderung
Wochenendwanderung zum NFH "Hahnenschnabel" in Heidenheim 2./3. 02.2008

Wochenendwanderung zum NFH "Hahnenschnabel" in HeidenheimDie "13" kann unmöglich eine Unglückszahl sein nachdem sich Samstagvormittag trotz schlechter Wettervorhersage 13 frohgemute Wandersleut' am Bahnhof einfanden. Mit den bewährten Wanderführern Werner Brekle und Klaus Ollig starteten wir ins erste der beiden jährlichen Übernachtungswanderungen auf die Schwäbische Alb. Nach Umsteigen in Stuttgart und Aalen hieß Werner uns am Bahnhof Obercochen herzlich willkommen. Am Ortsausgang kamen wir an den "Schwarzen Kocher" und nach ein paar Mäandern an seine Quelle. Aus Karstgestein heraus vereinigen sich mehrere Wasseraustritte in einem stillen Teich, der den Kocherursprung bildet. Wir wollten weiter nach Königsbronn und passierten die Europäische Wasserscheide zwischen Rhein und Donau, oder weiter gegriffen zwischen Atlantik und Schwarzem Meer. Auf den Hängen und besonders den Baumwipfeln lag frischer Schnee wie Puderzucker, dem die Sonne zu hellem Glanz verhalf. Für die Beschaffenheit der naturbelassenen Wege waren die Temperaturen weniger geeignet; nicht kalt genug für Frost und nicht warm genug, sie auszutrocknen. Unsere Stiefel sahen oft dementsprechend aus. An der Waldschänke "Ziegelhütte" lud die Außenbestuhlung im hellen Sonnenschein unbedingt zum Verweilen ein, und das erste Bier oder Viertele war hochwillkommen. Wochenendwanderung zum NFH "Hahnenschnabel" in HeidenheimEines der Wahrzeichen der Alb wurde uns hier auch präsentiert: auf eingezäunter Weide sprangen zwischen ausgewachsenen Schafen schon die ersten Frühlingslämmer herum. Königsbronn war das nächste Etappenziel, wo wir an den Quelltopf der Brenz kamen. Hier findet man heute noch ein ehemaliges Wasser- und Hammerwerk, ermöglicht 1772 von Herzog Carl. Das war der, unter dem Schiller in der Carlsschule in Stuttgart ziemlich gelitten hat. An einem "gekrönten" Brunnen und der schön renovierten Renaissance-Rathausfassade vorbei ließen wir den Ort hinter uns. Der Himmel zog sich kurz mal zu und ließ ein paar Schneeflocken fallen, hatte aber gegen die Sonne doch keine Chance. Nach einer abermaligen Apfelpause auf einem sommers sicher vielbesuchten Grillplatz erreichten wir gegen 17.00 Uhr das Naturfreundehaus "Hahnenschnabel" hoch über Heidenheim. In der wunderbar warmen Gaststube mit der schönen Fossilienwand trafen wir zunächst noch zahlreiche Kaffeegäste. Als wir uns nach dem Bezug der Zimmer aber zur Essensbestellung wieder versammelten und später während des leckeren Abendessens waren wir fast unter uns. Ohnehin die einzigen Übernachtungsgäste - wollte nicht so recht Kappemabendstimmung aufkommen. Vom 17,5 km-Weg waren einige recht "geschafft" und Ingrid O., eine der sonst immer Fittesten, war "stimmlos" wegen Erkältung. Als aber ein Akkordeon herbeigezaubert wurde - laut Wirt eigens auf Anfrage angeschafft - und Dieter anfing zu spielen und Ernst eine Schnapsrunde auf seinen morgigen Geburtstag spendierte, für die sich laut singend bedankt wurde, kam doch langsam Stimmung auf. Wir hatten in diversen Kostümen mit vielfachen humorigen Textbeiträgen, Liedern und Tanz dann doch noch viel Spaß. Am Sonntagmorgen wurden allgemein die Betten dieses schönen Hauses gelobt und das Frühstück konnte sich auch sehen lassen. Wir genossen einen perfekten Sonnenaufgang und brachten Ernst ein Geburtstagsständchen. Draußen nahm uns die sonnige Kälte in Empfang und durchs Heidenheimer Industriegebiet erklommen wir auf der andern Talseite am Steinbruch vorbei die ausgedehnten Wachholderheiden, ein anderes Wahrzeichen der Alb. In dieser Gegend brachte die Förderung und Verhüttung von Bohnerzen seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert viele Bewohner in Lohn und Brot. Wochenendwanderung zum NFH "Hahnenschnabel" in HeidenheimEine Infotafel beschreibt die Wagnersgrube, deren Überreste sich für uns nur noch in zugefrorenen Teichen darstellten. In der "Traube" in Oggenhausen ließen wir uns ein gutes Mittagessen schmecken und wissen jetzt auch, was "Älbler Knöpfle" sind, nämlich Hefeknödel aus dem Salzwasser. Ein weiteres Mal genossen wir einen langen ebenen Weg durch Wachholderheiden, die immer wieder mit Waldstücken abwechselten. Baumschnitt von Streuobstwiesen wartete an den Wegrändern auf seinen Abtransport und in den kahlen Wäldern war viel Holzeinschlag zu bemerken. An der "Saumahdhütte" und einem weiteren sonnigen Grillplatz war noch einmal Apfelpause angesagt, ehe wir Giengen an der Brenz erreichten. Über der hochgelegenen Altstadt grüßt die Kirche mit den zweierlei Tümen, einer für die Glocken und einer für den Türmer, dessen Hauptaufgabe die Feuerwache war. In der unteren Stadt beherrscht die Firma Steiff mit dem runden Museum und dem Wohnhaus der Margarete Steiff das Bild. Der Bahnhof lag auf unserm Weg am andern Ende der Stadt, wo Hans S.die Wartezeit nutzte für den Ausdruck unserer Begeisterung und für herzliche Dankesworte an die Wanderführer. Vom Zug aus erkannten wir einiges wieder was wir zu Fuß schon gesehen hatten. Mit abermaligem Umsteigen in Aalen und Stuttgart erreichten wir wohlbehalten Ludwigsburg und trennten uns mit gegenseitigen guten Wünschen in der Hoffnung, das dies wegen rückläufiger Teilnehmerzahlen nicht die letzte "Faschingswanderung" war.

(Gisela Seltmann)

Rückblicke auf die Hüttenwanderungen der vergangenen Jahre