| "Zwischen Kreuzbach und Enztal" Wanderung am 19.Februar 2008
Wieder hat die Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwäb. Albvereins zur Wanderung eingeladen. Es war ein kalter aber sonnenheller Tag. Zwischen Kreuzbachtal und Enztal- von Nussdorf über das Gewann Biegel, weiter nach Aurich und hinein nach Vaihingen a.d. Enz- sollte gewandert werden. Mit Bahn und Bus wurde der Ausgangsort Nussdorf erreicht. Das Wanderführer-Ehepaar Irmi und Norbert Tauscher konnte eine zahlreiche Wandergruppe begrüßen und zu Beginn auch etwas über die Geschichte des Orts sagen.
Weithin sichtbar liegt Nussdorf auf einem Höhenrücken inmitten weitem fruchtbarem landwirtschaftlichem Gebiet. Das gut erhaltene Schloss mit seiner exponierten Lage prägt das Ortsbild. Leider wurde der ehemals mittelalterliche Ort zu Ende des Krieges im April 1945 durch einen unsinnigen Verteidigungsbefehl fast total zerstört. Mit dem Wiederaufbau ist die Gemeinde neben der immernoch stark landwirtschaftlichen Nutzung seiner Gemarkung, auch zu einem beliebten Wohnort für die in der Umgebung arbeiteten Menschen geworden. Durch den Ort hinaus kommt man in weitflächige, hügelige Landschaft.
Bei einem Aussichtsplatz im Gewann Biegel war bei klarer Sicht der Blick frei hinüber ins Heckengäu, zu den Wäldern und Höhen des Strombergs, ganz in der Nähe zu den Radiosendemasten bei Mühlacker und auch schon das Ziel Vaihingen mit seiner weit sichtbaren, hochliegenden Schlossanlage. Weiter geht es durch Feld und Flur. Gerne wurde wahrgenommen, dass inzwischen die Sonne an Wärme zugenommen hat und so machte die Gruppe nach einiger Zeit am Sonnenberg, mit Wald und großen Wochenendgrundstücken, Pause . Später geht es dann am Rande des Bürgerwaldes entlang weit hinab nach Aurich. Der Kreuzbach wurde überquert und wieder die Ortshöhe erreicht. Aurich, um 1150 erstmals urkundlich genannt, gehörte lange Zeit verschiedenen Adelsfamilien. Im 14.Jh. kaufte sich Württemberg ein. Der alte Ort liegt im Tal des Kreuzbachs, dessen Forellen früher ein herzoglich-württembergischer Seemeister zu bewachen hatte. Auf der Höhe weiter, den Blick jetzt hin zur sich weit ausbreiteten Stadt Vaihingen, gelangte man über Felder und Wiesen dann hinunter zum Enztal und am Fluss entlang hinein zum Zentrum der großen Kreisstadt. Wanderführer Norbert unterrichtet über die wechselvolle Geschichte der Stadt, welche im Jahr 779 bereits in einem Güterverzeichnis des Klosters Fulda erwähnt wird. Mächtige Fürstengeschlechter, Grafen, Klöster und die strebsamen Bürger machten Vaihingen und seine Teilorte zu aufblühenden Gemeinden an den Handelsstraßen dieser Zeit.
Wahrzeichen der Stadt ist Schloss Kaltenstein, das heute ein Jugenddorf des CVJM beherbergt. Die Burg der einst mächtigen Grafen von Vaihingen besteht mindestens seit 1113. Sie ermöglichte die alte Fernverbindung von der Donau übers Neckartal hin zur Rheinebene zu kontrollieren. Von der Stadtbefestigung sind noch Teile der Stadtmauern erhalten und vor allem der dicke Pulverturm und der schlanke Haspelturm, welcher ehemals als Gefängnis diente. Die wechselvolle Stadtgeschichte beinhaltet auch 1547 den Schmalkaldischen Krieg mit spanischer Besatzung, wie 1692/93 den Pfälzischen Erbfolgekrieg, wo Franzosen die Stadt plünderten und niederbrannten. Brände im Jahr 1617/18 und 1784 schädigten die Stadt ebenfalls schwer. Immerwieder wurde aber auf alten Fundamenten neu aufgebaut. So kommt man an großen alten Weinkellergebäuden vorbei hin zu Rathaus und Marktplatz. Schönes, abwechslungsreiches Fachwerkgebälk schmückt die Häuser. Nach guter Einkehr und mit dem Dank an die Wanderführer für gut geplante , geführte und abwechslungsreiche schöne Wanderung, klingt der Tag aus. Zufrieden keht man heim und freut sich auf die nächste Ausfahrt.
(Wolfgang Staudenmayer)
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