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klicken zum VergrößernRückblick auf die Wanderung
"Vom Schlehengäu zum Strohgäu"
am 16. März 2008

"Tiefenbronn - Mühlhausen - NSG Silberberg - Heimsheim - Malmsheim"

Es tut gut aus einer unruhigen Großstadt hinaus zu kommen. In Ruhe, in weite Naturlandschaft, mit Wiesen, Feldern, Wäldern, mit Tälern und sanften Hügeln, frei das Blickfeld, ohne, wenn auch wichtig, die Überlandleitungsmasten in Ballunmgsgebieten. Und das eigentlich fast in unmittelbarer Nähe und mit öffentlichen Verkehtsmitteln relativ gut zu erreichen.

So erreichte man per Bahn Weil der Stadt, mit dem Bus dann den im Grenzbereich des Nordschwarzwaldes und Gäu gelegenen Ort Tiefenbronn, den Ausgangspunkt des Wandertages. Das Wanderführer-Ehepaar Irmi und Norbert Tauscher hatten eine schöne und abwechslungsreiche Wegstrecke festgelegt, welche nicht nur eine ansprechende abwechslungsreiche Landschaft querte, sondern auch durch historisch intressante Orte unterbrochen wurde. So wurde Tiefenbronn bereits im 12. Jh. als "Dieffenbrunnen" erwähnt, wie auch der Nachbarort Mühlhausen und Lehningen. Teilweise dem Kloster Hirsau und später dann der reichsritterschaftlichen Familie derer vonGemmingen gehörend, nahmen nach der Reformation die Familien von Gemmingen und ihre Untertanen eine Sonderstellung ein, sie blieben katholisch. So hat z.B. besonders Tiefenbronn außergewöhnliche sakrale Kunstwerke aufzuweisen.

klicken zum VergrößernSehenswert in der Pfarrkirche ihre sehr bedeutende Ausstattung und dann der Magdalenenaltar vom deutschen Maler Lukas Moser aus dem Jahr 1432. Durch den Ort führt der Weg hinaus, zunächst durch Wald, auf einer Anhöhe dann weiter Blick nach Mülhausen und seiner umgebenden Landschaft. Im Talgrund ist gut zu erkennen der mittelalterlich Teil des Orts mit sehenwerter Alexanderkirche und mit einem von der Familie von Gemmingen am Fluß Würm erbauten Wasserschloss mit imposantem rundem Turm und alter Wehrmauer. Etwas zu Tal dann hinauf und durch auslaufendes neues Wohngebiet erreicht man wieder an Höhe und gelangen in das Naturschutzgebiet Silberberg. Rundblick und Natur im Wechel von Licht und Schatten sind schön. Noch sind die zahlreichen Schlehenhecken am Weg nicht ganz aufgeblüht. Wind und Wetter scheinen hier etwas rauer zu sein, steinige Felder lassen auf mühsame und nicht ganz so ertragreiche Landwirtschaft schließen. An windgeschützer Stelleklicken zum Vergrößern mit Kiefernwald wird gerastet, um dann später auf weichem Pfad über Magerrasen auf dem Gold- und Silberdiestel und andere geschützte Pflanzen zu sehen sind, weiter zu gehen. Dem blau-gelben Wanderzeichen des Schwarzwaldvereins entlang kommt man dann über Felder und Wiesen hinein nach Heimsheim. Der Gemarkung nach gehört Heimsheim zum im Nordschwazwald gelegenen Heckengäu. Auf der Anhöhe steht, massiv und trotzig das fünfgeschossige Steinhaus aus rotem Sandstein. Fenster mit Butzenscheiben lockern das Gebäude auf. Ein angebrachtes Fallgitter an breiter Eingangstür mahnt zur Vorsicht. Die Herren von Stein und von Enzberg, die Schleglerkönige, gaben dem Haus auch den Namen Schleglerschloss. Heimsheim war mehrfach von Brandkatastrophen (1634/1875) betroffen und 1945 durch Bombadierung fast zu 75% zerstört. Weit geht es jetzt durchs sonntäglich ruhige Städtle hinab, überquert den Katzenbach und kommt wieder ansteigend hinein in weites Waldgebiet und weichen Naturwegen. An der sogenannrten Sackpfeifenhütte mitten im Wal wird nochmals ausgiebig Rast gemacht. Später geht es weiter durch Wald um dann am Ende wieder freies Feld zu erreichen mit Blick nach Malmsheim, Ziel und Ende des Wandertages. klicken zum VergrößernJetzt ist man im Strohgäu. In alter Chronik ist zu lesen: " Malmsheim tritt im Jahr 1075 in die Geschichte ein, ist ein ansehnlich regelmäßig gebauter Ort, liegt im Rankbachtal und hat gegen Süden ziemlich hohe und steile, gegen Norden aber sanft ansteigende Gehänge und isr rauhen Winden zugänglich. Die sehr betriebsamen Einwohner sind in günstigen Vermögensumständen, die minder bemittelten sichern sich durch Holzmachen ihr Auskommen und keine Familie ist so unbemittelt, dass sie nicht im Stande wäre eine Kuh zu halten.... Haupterwerb sind Feldbau wie Kartoffeln, Ackerbohnen, Wicken, Klee, Mohn, wie auch Viehzucht. Viel angebauter Hanf wird meist im Ort versponnen und das Gewebe dann verkauft... ". Nun, die Jahrhunderte haben vieles verändert und Altes ist Neuem, auch zum Vorteil der jetzigen Gemeinde, gewichen. Die Wandergruppe findet einen schön gepflegten Ort vor. In einer Gaststätte wird gute Einkehr gemacht.

Bei Dankesworten an die Wanderführer Irmi und Norbert Tauscher, welche den Tag vorbereitet, geführt und viel Wissen über Landschaft und Geschichte an die Teilnehmer weitergeben konnten, passierte der Tag nochmals Revue. Zufrieden kehrte man wieder nach Hause zurück.

(Wolfgang Staudenmayer)