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Rückblick auf die Wanderung
"Vom Sulmtal in den Mainhardter Wald"
am 13. April 2008

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Strecke: Eschenau - Paradies - Zigeunerforle - Bunzich - Bernbachtal - Steinknickle - Neuhütten - Hasenhof - Wüstenrot

ca.18 km, ca.5,5 Std.

Wenn sich auch die Bahnfahrt nach Heilbronn und weiter nach Eschennau im Sulmtal, Ausgangsort des Wandertages, stark verzögert hat, war das Wanderführer-Ehepaar Irene und Heinz Hess bei der Begrüßung der Wandergruppe guten Mutes die Verspätung im Laufe des Tages wieder einzuholen. So ging es an reich blühenden farbenfrohen Blumen in Vorgärten im Neubaugebiet Eschenau zum alten Ortsteil mit seinem Schloss aus der Renaissancezeit. Es wurde vom Planer des Stuttgarter Schlosses, Leopold Retti, 1745 im Stil des Rokoko umgebaut. Kirche und alte Kelter aus der Zeit vor dem 30 jähr. Krieg, sind ebenfalls sehenswert.

klicken zum VergrößernAus dem Ort kommend ist der Blick frei auf die Landschaft und die weiten steilen Weinbauhänge dem sogenannten "Paradies" mit den darüberliegenden großen Waldflächen. Eschnauer Paradies heißen auch die guten Weine der Obersulmer Teilgemeinde. Der Wettergott hatte nach kalten und ausgiebigen Regentagen für sonniges Wetter gesorgt. So war, aufsteigend auf dem Köberleweg und zur Höhe gekommen, von einem Ausichtspunkt der Blick frei und weit hinein ins Sulmtal. Da ist die Breitenauer-Seenlandschaft, der weite Talkessel mit landwirtschaftlich genutzem Land, blühende Obstbaumwiesen inmitten den verstreut liegenden Ortschaften. Am Waldhorizont das hochgelegende Löwenstein, draußen im Tal der Blick hinein ins Heilbronner Becken, über den steilen Rebflächen an den Ausläufern des Hohenloher Landes gerade noch am Horizont zu erkennen die Höhen des Katzenbuckels im Odenwald.

klicken zum VergrößernSchön das Weiterwandern auf dem Höhenrücken des Hungerberges. Ein Panoramaweg entlang des lichten Waldrandes bietet immer wieder prachtvolle Ausblicke. So wird der schöne Grill-und Rastplatz "Zigeunerforle" erreicht. Am Platz ist eine zerzauste Kiefer (im früheren Sprachgebrauch auch Forche genannt, deshalb Forle?) als Naturdenkmal zu bewundern. Über Ackerland, am nahegelegenen Friedrichshof vorbei, geht es nach der Rast hinein in die Höhen und Tiefen des großen Bunzicher Waldgebiets. Ganz in der Nähe liegt auch das ehemalige Frauenkloster Lichtenstern das heute als Pflegeheim dient. Der Chor der Kirche ist Frühgotisch, andere Bauteile im Renaissance-Stil. Eine Buckelquader-Klostermauer ist noch erhalten, wie auch Reste eines Kreuzgangs. Manches ist vom sachkundigen Wanderführer Heinz Hess zu erfahren.

Im Wald sind die Waldpfade durch Holzeinschläge und nasses Wetter sehr aufgeweicht. So weicht man hin und wieder auf laubbedeckten Waldboden aus. Manchmal sind die Abstiege zu Tal abenteuerlich. Dann auch wieder die Anstiege auf die Höhen. Bäche, an Wasser reich, werden überquert. So auch der Bernbach ein rasch fließendes Gewässer, welches später in die Brettach mündet, das auf wasserumspülten Steinen übersprungen werden mußte. Dankbar wird Hilfe starker Arme angenommen. Dann wieder steil aufwärts zur Höhe. Bei solch abwechslungsreicher Wegführung wird es der Wandergruppe nicht langweilig.

klicken zum VergrößernDie Wanderführer, sehr gute Kenner des Gebiets führen aber sicher durch das weite Waldgebiet. Wieder in einem Talgrund angekommen geht es dann auf stetig ansteigender Waldstrasse weiter in Richtung Steinknickle. Leider hat es angefangen zu regnen. Schirm und Regenschutz sind gefragt. Bald sind aber die Regenwolken verschwunden und der Blick ins Tal ist wieder frei, hinein in hell leuchtende Waldgebiete in verschiedenen Grünfarben. Dann ist das Steinknickle erreicht. Ein schöner Spiel-und Grillplatz lädt zur Rast ein. Vom SAV- Aussichtsturm, ganz aus Holz (1935 vom SAV von Neuhütten übernommen, 1956 abgebrochen wegen großer Zerstörung im Krieg, 1957 wieder aufgebaut) hat man herrlichen Rundblick. Weinsberger Weibertreu, den Juxkopf und Stocksberg, das weinfrohe Unterland, zum Schwäb.Wald hin die Hohe Brach und die Schwäb. Alb sind zu erkennen. Auch das Wanderziel Wüstenrot ist bereits in der Ferne auszumachen. Ganz in der Nähe liegt Neuhütten (1658 aus einer Glashütte hervorgegangen) das später, jetzt auf dem Georg-Fahrbach-Wanderweg, verlassen wird. Im Weiler Hasenhof, dessen Wiesen im Talgrund des Rotbachs Naturschutzgebiet sind, wo Ende Mai das satte gelb der Trollblumen, später Farbtupfer von Lichtnelke und Knabenkräuter leuchten, wird die B39, von Mainhardt kommend, überquert. Der Weihenbronner Wald muß noch durchwandert werden, dann ist Wüstenrot erreicht. Im Restaurant Schönblick wird Schlußeinkehr gemacht. Wüstenrot, 1247 urkundlich erwähnt, liegt in der reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft zwischen Brettach-und Lautertal im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

klicken zum VergrößernDie erste deutsche Bausparkasse wurde in Wüstenrot ins Leben gerufen. Das eingerichtete Bausparmuseum befindet sich in dem Haus, das der Bausparkassengründer Georg Kropp mit seiner Familie ab 1920 bewohnte. Von hier aus nahm die Bausparkasse GdF ihre Arbeit auf und von hier aus ging der berühmt gewordene Aufruf "Jeder Familie ihr Eigenheim" aus. Nach guter Einkehr, nach herzlichem Dank an das Wanderführer-Ehepaar Irene und Heinz Hess, welche kenntnisreich, umsichtig und interessant den Wandertag gestaltet hatten, kehrte man nach Ludwigsburg zurück. Schön auf der Fahrt über Löwenstein nach Heilbronn im Abendsonnenlicht nochmals die Landschaft des Sulmtals zu erleben.

(Wolfgang Staudenmayer)