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Strecke: Neuffen/Balzholz-Hohenneuffen-Hochholz-Maloch-Kniebrech-Segelfluggelände-Deckelesfels-Karlslinde-Neuffen
ca. 15 km
Kaum jemand der Wandergruppe hatte sich wahrscheinlich schlau gemacht, was der Titel " Zur Wiege des Landes" beinhaltet. Die Burg Hohenneuffen, weithin sichtbar, ist mächtigste Burgruine der Schwäb. Alb, 743m hochgelegen und wurde, wie die meisten Höhenburgen Schwabens, in der 2. Hälfte des 11. Jh. erbaut. Auch liegt sie in einem Gebiet das bereits 2200 v.Ch. in der Jungsteinzeit besiedelt war. Die Burg war über 200 Jahre Mittelpunkt der Herrschaft Neuffen und nachweisbar seit 1198 im Besitz der Edelfreien von Neuffen. Die Festung galt auf Grund ihrer Lage als uneinnehmbar, wurde später dann aber doch nach 14 monatiger Belagerung übergeben. In der wechselvollen Geschichte werden u.a. Namen aufgezeigt wie der Minnesänger Gottfried von Neuffen, Graf Eberhard I , Friedrich Wilhelm I der Soldatenkönig und Kronprinz Friedrich der Große, wie auch Herzog Karl Eugen, welcher die Burg , wie den Hohen Asperg, zum Landesgefängnis machte, aufgezeigt.
1733 regiert Herzog Karl Alexander, welcher zusammen mit seinem Finanzminister Süß Oppenheimer, die Festung nach franz. Vorbild umbauen ließ. Der Herzog verstarb vor der Vollendung, Oppenheimer wurde auf der Festung inhaftiert und in Stuttgart zum Tode verurteilt. Die Geldmittel wurden gestrichen und 1801 wurde die Festung aufgehoben. Bedeutend war dann wieder der 2. August 1948. Eine Drei-Länder-Konferenz zwischen Württemberg, Baden und Südwürttemberg-Hohenzollern erarbeiteten einen Staatsvertrag, welcher am 25. April 1952 zur Gründung des Südweststaates führte. All dies, wie auch die nähere Umgebung mit Blick zum Höhenrücken Bassgeige, zur Teck, zum Hohenstaufen, dem Hörnle und Jusiberg und zu Tal mit seinen Ortschaften inmitten weiter blühender Obstbaumwiesen, vermittelten die Wanderführer Peter Mugele und Heinz Heß auf einem der ehemaligen Festungswällen der interessierten Wandergruppe.
Man war von Neuffen/Balzholz aus, stetig bergan, durch den Hangwald rund um die Festung, später vorbei an den mächtigen Ringmauern hinauf zu den hochgelegenen sonnigen, Festungswällen gewandert. Der Blick zu den umgebenden Hangwäldern mit sichtbaren kantigen Kalksteinfelsen zeigte bereits den Weiterweg für die Wandergruppe auf. So ging es nach der Rast wieder hinab zum Sattel, um dann immer dem Trauf entlang auf weichen Waldwegen weiter zu wandern. Von Felsvorsprüngen hatte man oft herrliche Ausblicke ins Tal.
Ein geologischer Pfad, dem Gustav-Ströhmfeld-Weg, gibt auf informativen Tafeln Einblick in die Vielfalt der Schwäb. Alb und des davorliegenden Schichtstufenlandes. Bei der Schanz im Wald Kohlhaus handelt es sich nicht um eine keltische Viereckschanze, sondern um eine "Redoute", ein Ausblick, des im 18.Jh. unbewaldeten Vorfeldes zum Hohenneuffen hin. An felsgesäumter steil abstürzender Schlucht vorbei wird eine flache kreisförmige Mulde, "Molach" genannt, erreicht. Die Molach ist sozusagen die etwas um das zehnfache verkleinerte Miniaturausgabe des Randecker Maars. Wieder etwas bergan, entlang den Abhängen des Barnbergs, wird der Ausläufer des "Heidengrabens", Schutzwall aus der Hallstattzeit, erreicht, um später auf die Hochfläche das Segelfluggeländes im Bereich "Kniebrech" zu kommen.
Ein Abstecher zum "Deckelesfelsen", ein weit ausladendes Felsgestein mit Blick hinunter nach Dettingen lohnt. Zunächst am Waldrand durch Felder, dann durch den Wald "Kniebrech", wird die Karlslinde, welche 1871 zu Ehren König Karls gepflanzt worden ist, erreicht. Auch hier weite Sicht über die Neckarlandschaft hinweg bis zum Schönbuch und Schwarzwald. In der Nähe von Neuffen am Nordhang, hat ein Steinbruch tiefe Wunden in die Landschaft gerissen. Dann geht es steil abwärts, steinig, beschwerlich, bis dann am Waldende durch Wiesen-und Gartenlandschaft hinab, eine gemütliche Einkehr gehalten werden konnte. Den Wanderführern wurde herzlich für Vorbereitung und guter Wegführung gedankt. Der sonnige Frühlings-und Wandertag ist zu Ende.
(Wolfgang Staudenmayer) |