| Strecke: Altdorf, Eseltritt, Birkensee, Schnapsallee, Ochsensee, Weiler Hütte, Weil im Schönbuch
Der besseren Verkehrsanbindung wegen wurde zu Pfingsten die Wanderung an einem Samstag unternommen. Noch im VVS-Bereich uns bewegend bekamen wir ordentlich was fürs Geld: erst S-Bahn mit Umsteigen, dann Schönbuch-Bähnle, dann auch noch Bus. Aber alles verlief reibungslos wie am Schnürchen. Kein Wunder, denn unser Wanderführerpaar Irmi und Norbert Tauscher hatte mal wieder in gewohnter Weise alles bestens ausgekundschaftet und organisiert.
Nach längerer Regenzeit war bei einsetzender Wärme in den vorangegangenen Tagen die Natur geradezu explodiert. Und so konnten sich 45 Wanderfreunde kaum sattsehen an dem frischen knackigen Grün zunächst in den Gärten, Wiesen und Fluren, später dann im Wald des Naturparks Schönbuch. Die Obstbäume standen noch in voller Blütenpracht und zu dem strahlenden Azurblau des Himmels gesellte sich im Wald auch noch das leuchtende Gelb des Ginsters. Als Naturpark ist der Schönbuch ein bedeutendes Naherholungsgebiet im Mittleren Neckarraum. Er ist die größte zusammenhängende Waldfläche in diesem Gebiet, von verhältnismäßig wenigen Fahrstraßen erschlossen und ein Rückzugsgebiet für selten gewordene Pflanzen und Tiere. Bei Altdorf, unserem Ausgangspunkt, entspringt die Würm, so berichtete uns Norbert bei der Begrüßung. Die erste markante Stelle im Wald war dann der Eseltritt, hier befindet sich im Boden ein Abdruck eines Hufes. Der Wald drum herum ist als Schonwald ausgewiesen und entsprechend urig. Besonders idyllisch war es dann am Birkensee mitten in einem Moor gelegen, über das ein Holzsteg führt. An einem Grillplatz, der sich bezeichnenderweise an der „Schnapseiche“ befindet, wurde eine Vesperpause eingelegt. Hier bedauerten wir fast, dass wir an einem warmen Maientag unterwegs waren. Bei kühlerer Temperatur hätten sich Tauschers nämlich den Spaß erlaubt und einen Schnaps spendiert - zum Aufwärmen sozusagen und um dem Namen gerecht zu werden ;-). Weiter ging’s an dem kleinen verträumten Ochsensee vorbei, später durch ein eingezäuntes Wildgehege und nachdem wir eine Straße überquert hatten, gelangten wir bald zu unserer Schlusseinkehr im Biergarten der Weiler Hütte. Vor uns lagen zwei volle Pfingstfeiertage und entsprechend gelassen und friedvoll war die Stimmung der Leute an den Bänken und Tischen und mit Muße genossen sie in wiedererwachter Natur eine ausgezeichnete Bewirtung, wie man sie von einer Hütte kaum erwartet hätte.
Um zum Verkehrsmittel zu gelangen, das uns wieder in Richtung Heimat beförderte, mussten wir noch ca. eine halbe Stunde laufen. Erwähnen möchte ich noch, dass sich uns beim Austritt aus dem Wald ein ganz bezauberndes Bild bot. Unser Blick glitt von einem grünen saftigen Hang hinüber zu dem im Sonnenlicht auf einer Anhöhe liegenden Ort Weil im Schönbuch. Unterhalb liegt der Bahnhof, den wir schnell erreichten und als wir auf dem Bahnsteig versammelt waren, ergriff Hans Stöhr das Wort und bedankte sich bei Irmi und Norbert für einen gelungenen Wandertag, dem hoffentlich noch etliche folgen werden.
(Dorothea Göhler)
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