Logo - Schwäbischer Albverein - Ortsgruppe Ludwigsburg
Schwäbischer Albverein - Ortsgruppe Ludwigsburg
 
../whatsnew.htm
 

Rückblick auf die Wanderung
„Durch Stuttgarts Grünes U“
am 08.06.2008

Die Wanderer der OG Ludwigsburg haben schon viele Facetten von Stuttgart kennengelernt: sie sind u. a. den Rösslesweg gegangen und den Knausbiraweg, auch Stuttgarts Westen wurde schon ergründet von der Karlshöhe bis hin zum Bärenschlössle. Diesmal war ein Herzstück von Stuttgart an der Reihe - das „Grüne U“.  Dieses U umfasst das Gelände vom Oberen, Mittleren und Unteren Schlossgarten über den Rosensteinpark bis hin zum Killesberg. Zur IGA* 1993 wurden die einzelnen Parkanlagen miteinander verbunden und zu einem für Fußgänger durchgehenden  u-förmigen Grünstreifen gestaltet.

 

Unter der Führung von Hans Stöhr und Gustav König begannen wir unsere Tour am Schlossplatz. Noch nie hatten wir ihn so menschenleer angetroffen und so konnten wir ihn ungestört mal genauer in Augenschein nehmen. Hans benannte alle Bauten, die den Platz umgeben, auch ihre Erbauer und was es sonst noch Wissenswertes darüber gab. Genauso hielt er es mit den verschiedenen Denkmälern, die auf unserem Weg lagen – angefangen bei der Jubiläumssäule mitten auf dem Schlossplatz mit der Allegorie der Concordia, wie auch beim Schicksalsbrunnen mit den beiden Liebespaaren im Oberen Schlossgarten oder den Standbildern „die Rossbändiger“. Letztere wurden übrigens von dem in Ludwigsburg geborenen Bildhauer Ludwig Hofer erschaffen, der verspottet wurde, da er die Zungen der Pferde vergessen hat. Darüber soll er so betrübt gewesen sein, dass er Selbstmord verübte. Das muss er sich aber lange überlegt haben – er wurde nämlich 86 Jahre alt!

 

Ich denke, es muss nicht erwähnt werden, dass sich im Oberen Schlossgarten das berühmte Stuttgarter Staatstheater mit seinem Großen und Kleinen Haus befindet, sowie im Mittleren Garten das Planetarium. Für all diese Dinge, an denen viele von uns schon hundertmal vorübergegangen sind, nahmen wir uns heute Zeit und vertieften unser Wissen darüber. Im Unteren Schlossgarten in der Nähe eines Kiosks fanden sich dann ein paar rustikale Holztische und –bänke, wo wir uns niederließen. Während Hans per Handy die obligatorische Essensbestellung aufgab, relaxten wir im Halbschatten, bestaunten die weit ausladenden, mächtigen Baumkronen und beobachteten ein Teichhuhn.

 

Dem Unteren Schlossgarten schließt sich dann der weitläufige Rosensteinpark mit dem Naturkundemuseum an. Zu seiner rechten Seite wird er von dem Tierpark Wilhelma begrenzt. Wir kamen an dem Gehege von „Wilbär“ vorbei, vor dem sich auch bereits eine Menschentraube versammelt hatte, aber nein! – Wilbär ließ sich gerade nicht blicken! Ein weiteres naturkundliches Museum, das Löwentormuseum finden wir im Ausgangs –bzw. Eingangsbereich des Rosensteinparks an der Pragstraße.

 

Über eine Seilnetzbrücke gelangen wir in die nächste Grünanlage, dem Leibfriedschen Garten. Dieses ehemalige Privatgrundstück mit den Ruinen der Villa Moser wurde im Zuge der Gestaltung der IGA 1993 und des Grünen U öffentlich zugänglich gemacht. Sein Höhepunkt – und das im wahrsten Sinn des Wortes – ist die Bastion Leibfried, einer kegelförmigen begrünten Erhebung, von deren Kuppe man einen Ausblick über den Pragsattel hat.

 

Eine Brücke führte uns wenig später auf die andere Seite der Gleisanlagen des Nordbahnhofs und schon  waren wir am Egelsee am Fuße des Wartbergs angelangt. Durch Kleingartenanlagen ging es dann weiter hinauf und wir erreichten den Höhenpark Killesberg. Hier fasziniert die kühne Konstruktion des Aussichtsturmes, der zwar schon für die IGA geplant, aber erst  acht Jahre später, nämlich 2001 realisiert wurde. Den galt es natürlich zu besteigen. Doch zuvor genossen wir im Höhenrestaurant eine gute Bewirtung und zum Abschluss schlenderten wir durch die Parkanlagen, am Kinderspielplatz vorbei, und in Richtung Messehallen, in deren Eingangsbereich sich die U-Bahnstation befindet. Zufrieden, mit dem Gefühl, einen ausgefüllten Sonntag erlebt zu haben, kehrten wir heim und nahmen

von Altbekanntem ein paar neue Eindrücke mit nach Hause. 

 

 

Dorothea Göhler

*) Internationale Gartenbauausstellung