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Pünktlich am Sonntagmorgen um 7 Uhr 30 stand der Omnibus zur Abfahrt bereit. Über Pforzheim, Karlsruhe und Baden-Baden war das Naturschutzgebiet Taubergießen bald erreicht. Die Wanderführer für die vorgesehene Orchideenwanderung haben uns zwar versetzt, die Wanderführer des Albvereins fanden die Orchideen trotzdem. Knabenkräuter, Ragwurz, Waldvögelein, Leinkraut und weitere seltene Blumen säumten unseren Weg zwischen Rhein und den Fließen des Taubergießens.
.Nach der Mittagspause in Kappel-Grafenhausen ging`s weiter zu unserem Standquartier
dem „Roten Ochsen“ in Schallstadt-Wolfenweiler, wo uns der Wirt schon mit einem Willkommenstrunk erwartete. Er hatte für uns und eine Gruppe aus Österreich einen bunten Abend organisiert, der eigentlich erst am Montag stattfinden sollte, aber König Fußball verlangte seinen Tribut. Das Vorspeisen- und warme Büffet waren köstlich, ganz zu schweigen vom „eiskalten“ Nachtisch, mit dem sich „feuersprühend“ das Hotelpersonal vorstellte. Die Seniorinnen und Senioren sollen dann noch eifrig das Tanzbein geschwungen haben.
Montags war die Stadtführung in Freiburg angesagt. Auf die Freiburger Stadtführerinnen war Verlass. Sie brachten uns die Sehenswürdigkeiten (die „Bächle“, das Alte Kaufhaus, die Stadttore, das Rathaus, die „Zähringer“ und nicht zuletzt das Münster) nahe. Die Zeit war wie im Flug vergangen.
Und weiter ging`s auf den Freiburger Hausberg, den Schauinsland mit seiner unvergleichlichen Aussicht. Eine Rundwanderung, bzw. kleinere Wanderungen wurden unternommen. Sogar der Feldberg zeigte sich am Schluss noch. Im „Gipfeltreff“ gab`s noch Kaffee und Kuchen oder auch anderes.
Und dann am Abend 0:1 für Deutschland. Die vom Wirt befürchtete Randale blieb aus.Die Österreichische Reisegruppe konnte es sich bei ihrer Abfahrt nicht verkneifen, uns eine Botschaft zu hinterlassen „Die bessere Mannschaft hat verloren“.
Nach einer regenreichen Nacht lag Breisach noch im Dunst. Die Aussicht von den Rheinterrassen war etwas verschwommen. Die Besichtigung des St. Stephan-Münsters entschädigte uns dafür. Es thront weithin sichtbar über der Stadt, konnte sie aber vor Belagerungen, Kriegen und Zerstörungen nicht bewahren. Die Breisacher mussten immer wieder die Staatsangehörigkeit wechseln, bis sie schließlich zum Großherzogtum Baden kamen.
Weiter ging die Fahrt in Richtung Kaiserstuhl zur Wanderung durch einen der Bickensohler Lösshohlwege. Der steile grasbewachsene Abstieg war wegen des nächtlichen Regens aalglatt. So mussten die Wanderer noch einen Umweg in Kauf nehmen. Die Mittagspause fand in der Winzerwirtschaft zum Engel statt. Grauburgunder,Badisches Schäufele oder auch anderes schmeckten ausgezeichnet.
Dieser Tag war hauptsächlich dem Thema“ Wein“ gewidmet, den schon die Römer kurz nach Christi Geburt ins Land brachten. Nach Rückkehr zum Hotel erwartete uns der Chef der Winzergenossenschaft Wolfenweiler, Herr Hanser, zu einer Fahrt durch die Weinberge und führte uns in den Weinbau allgemein, u.a auch in die heutige technische Möglichkeiten ein. Die Weinprobe, die auf dem Festplatz in den Weinbergen erfolgen sollte, wurde wegen des unbeständigen Wetters in den Weinkeller des „Ochsen“ verlegt. Gut, dass wir zum Hotel nur über die Strasse mussten.
Am Mittwoch wurde ein Teil des historischen „Bettlerpfads“ von Bollschweil zum St. Gotthardshof- erwandert. Hier sollen um 900 v. Chr. Mönche des Bettelordens zu Freiburg von Zeit zu Zeit ihren Lebensunterhalt erbettelt haben. Eremiten sollen entlang dem Weg gelebt haben.Von einem Handwerkgesellen ist die Rede, der sich im Winter 1870/1871 verirrte und hier erfror. Außerdem soll Karl May, Wildwestschriftsteller, hier gewandert sein und gejagt haben.
Auf der Terrasse des St. Gotthardshofs traf man sich wieder mit Kurzwanderern und Spaziergängern und genoss das gute Essen und den Wein.
Zum Abschluss wurde noch ein Stadtrundgang durch Staufen gemacht. Dort ist der Alchemist Dr. Faust beim Versuch, Gold für die Herren von Staufen zu machen, durch eine Explosion ums Leben gekommen. Die Inschrift an der Fassade des Gasthauses Löwen berichtet:
„Anno 1539 ist im Leuen zu Staufen Doctor Faustus so ein wunderbarlicher Nigromanta (Schwarzkünstler) gewesen elendiglich gestorben und es geht die Sage, der oberste Teufel einer, der Mephistopheles…., habe ihm, nachdem der Pakt von 24 Jahren abgelaufen, das Genick abgebrochen und seine arme Seele der ewigen Verdammnis überantwortet.“
Goethe hat die Geschichte seinem Drama „Faust“ zu Grunde gelegt.
Hier werden auch die guten Schladerer Brände hergestellt. Eine gute Fee hat uns zu einem Versucherle verholfen
Am nächsten Morgen ging`s etwas früher los -durchs Höllental zum Titisee-. Die Langwanderer umrundeten den See, Kurzwanderer und Spaziergänger nutzten die Gelegenheit am See entlang zugehen, eine Rundfahrt mit dem Schiff zu machen oder einfach durch Titisee zu bummeln und zu shoppen oder einzukehren.
Über Menzenschwandt erreichten wir St.Blasien. Dort war Gelegenheit den Dom - ein frühklassizistischer Kuppelbau - dessen Kuppel mit einer Spannweite von 36m immer noch zu den größten Kirchenkuppeln in Europa gehört und die Klosteranlagen zu besichtigen.
Durchs Wiesen- und Münstertal, an Todtmoos und Todtnau vorbei, den Belchen links liegen lassend, ging´s zurück zu unserem Standquartier.
Am Abend erfreuten uns die 4 Schneckentäler Alphornbläser mit ihren Melodien und luden zum Mitsingen ein. Als Deutschland dann noch 3:2 gegen Portugal gewann, war das Glück vollkommen.
Am Freitag hieß es Abschied nehmen .Durch Elz- und Kinzigtal, Wolfach und Bad Rippoldsau fuhren wir nach Freudenstadt. In der Mittagspause reichte es dann noch zu einem Spaziergang über den weltbekannten Marktplatz und einer Besichtigung der „Winkelkirche“.
Voller neuer Eindrücke und Erlebnisse kamen wir nach Ludwigsburg zurück.
(Gisela Aßfalg) |