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Eigentlich fühle ich mich gar nicht kompetent, von der in der Überschrift genannten Wanderung zu berichten, da mir der Anfang und das Ende fehlen. Als „Anrainer“ des Hungerberges bin ich mit mehreren anderen Wandergefährten erst kurz vor diesem Gelände dazugestoßen. Es war 20 Minuten vor 10, als wir von unserem hohen Standpunkt aus in der Ferne die Gruppe auf dem Fußgängerüberweg die Bottwartalstraße überqueren sahen. Wir beobachteten erwartungsvoll, wie der Tross einem Lindwurm gleich langsam auf uns zukroch, dann zwischen dem schon hochstehenden Mais verschwand, um wenige Meter vor uns wieder aufzutauchen.
Seit anderthalb Stunden waren die Wanderer bereits unterwegs. Die Route hatte in Eglosheim begonnen, hatte durch die Parkanlagen mit See des Schlösschen Monrepos geführt, später am Favoritepark vorbei, nach links in Richtung Hoheneck über die Felder, bis wir auf dem Rappenauer Weg aufeinandertrafen. Weiter ging es über den besagten Hungerberg, dann auf die andere Seite der L 1124 hinauf zum Schlösslesfeld und auf die Ossweiler Höhe. Das alles dürfte für die meisten der mehr als 40 Teilnehmer vertrautes Gebiet auf vertrauten Wegen gewesen sein, außer dem Hungerberg vielleicht, denn der besteht in seiner heutigen Form erst seit knapp zwei Jahren. Wanderführer Heinz Heß gab entsprechende Erläuterungen dazu. Nachdem von dem ehemaligen Steinbruch ein weiteres Abtragen des Gesteins unmöglich geworden war, weil man sonst das nahegelegene Heilbad gefährdet hätte, war die Straßenbaufirma dazu verpflichtet worden, das Gelände zu renaturieren. Jetzt ist daraus ein weitestgehend „natürliches“ Naherholungsgebiet geworden mit einigen Attraktionen wie den geologischen Fenstern, mit Spielplatz, Sitzecken und einer begehbaren Sonnenuhr. (Wer es nicht weiß: Was aussieht wie Stonehenge ist eine Sonnenuhr. Man muss sich in die Mitte stellen und der eigene Schatten weist auf die Uhrzeit.) In die Magerwiesen wurden eigens zur Arterhaltung gefährdete Pflanzen eingesät und ich als Anwohnerin kann bezeugen, dass man zur Blütezeit ein wunderschönes, buntes und wildes Durcheinander antrifft. Enttäuscht mussten wir feststellen, dass von der farbenfrohen Vielfalt zur Zeit nichts zu sehen war, da gerade eine Mahd stattgefunden hatte.
Ziel war – wie alljährlich bei der Morgenwanderung – das Baumstückle unseres Wanderführers Kurt Krautt. Das liegt auf der Ossweiler Höhe und hier durchzulaufen ist wegen ihrer herrlichen Rundumweitsicht immer wieder ein Vergnügen. Trotz meist bedecktem Himmel war die Sonne mittlerweile stechend heiß geworden und in dem Maße wie wir äußerlich feucht vom Schwitzen wurden, trockneten innerlich unsere Kehlen aus. Wie war es da gut, zu wissen, dass auf uns bereits ein bewährtes Team mit köstlich kühlen Durstlöschern auf uns wartete. Hhmmm, tat der erste Schluck gut! Und alle weiteren auch!! Die förderten dann den Appetit und dafür hielten unsere fleißigen Bewirter Elsbeth Krautt, die Tochter Gerlinde mit ihrem Mann sowie Irene Heß leckere Weißwürste mit Brezeln bereit oder nach Geschmack auch Rote mit Brötchen. Anschließend wurde sogar noch Kaffee mit Kuchen oder Hefezopf aufgetischt.
Wie in jedem Jahr nahmen an der Hocketse nicht nur aktive Wanderer teil. Auch einige Nicht(mehr)aktive hatten sich dazugesellt. Gemeinsam wurden unter Gitarrenbegleitung von Heinz Heß und Viktor Scheu zur Auflockerung ein paar Lieder aus dem Talibu geträllert und in gelöster redseliger Stimmung verging die Zeit wie im Fluge. Wie eingangs erwähnt – ich weiß nicht, wann und wie die Fete geendet hat. Als ich sie (leider und umständehalber) verließ, war sie noch fröhlich im Gange.
(Dorothea Göhler)
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