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Zum Gauherbstwandertag in Knittlingen
am 12.10.2008

Im Lauf der Jahre und Jahrzehnte entwickeln sich Rituale. Eines davon ist in unserer Ortsgruppe die alljährliche Wanderung zum Gauherbstwandertag, die im allgemeinen von Werner Brekle und Peter Marx geführt wird. In diesem Jahr war Werner Brekle verhindert und so übernahm dankenswerterweise Klaus Ollig die Führung. Der Ausgangsort war Mühlacker, den man von Ludwigsburg aus mühelos mit dem Regionalexpress der Bahn AG erreicht. Von dort aus verlief unsere Wanderroute am Erlenbach entlang, an Ötisheim vorbei, dann durch Waldgebiet, am Westufer des Aalkistensees entlang, noch mal durch Wald und hinein in den Ort Knittlingen.

Zu unserer Freude hatten sich die Frühnebel schon sehr bald gelichtet, sodass die von herbstlich bunter Farbenpracht gezeichnete und vom Morgentau benetzte liebliche Landschaft des Kraichgaus in der Sonne funkelnd erstrahlte. Begierig sogen wir diese Bilder auf, wohl wissend, dass es mit dieser Pracht für dieses Jahr bald zu Ende sein würde.

klicken zum VergrößernUnterwegs gab unser Wanderführer Klaus - ich möchte ihn eigentlich Wanderprofessor nennen, denn sein fundiertes Wissen verbreitet er auch an der Wanderakademie - einige Erklärungen. Der Damm bei Ötisheim z. B., auf dem wir gerade liefen, diente nicht etwa dem Schutz vor Hochwasser wie man vermuten könnte, sondern war als Wall Teil der Befestigungsanlagen des historischen Ortes. Durch eine Gasse sahen wir auf trutziger Höhe die massiv gebaute Kirche stehen. Unter dem Einfluss der gerade beendeten Nordseereise erklärte Ingrid diese Festungsanhöhe kurzerhand zur Warft. Später dann wurde ein alter Grenzstein in Augenschein genommen. An seiner Seite war ein Bischofsstab eingraviert und die im Rechten Winkel verlaufenden Linien auf der Oberseite wiesen wohl auf die Gemarkung des Klosters Maulbronn hin. Auch der Aalkistensee war in Bezug zum Weltkulturerbe Kloster Maulbronn zu bringen. In dem natürlich aufgestauten See bewahrten die Zisterziensermönche für die Fastenzeit in Kisten Aale auf. Extrem ruhig lag er da, der See, kein Windhauch kräuselte die Wasseroberfläche und ungebrochen spiegelten sich der Himmel und die Uferböschung. Wer geradewegs über ihn hinwegsah, konnte in einiger Entfernung die Klosteranlagen erkennen.

klicken zum VergrößernDer Gauherbstwandertag wird im Wechsel jährlich jeweils von einer anderen Ortsgruppe ausgerichtet. Diesmal hatte sich die OG Knittlingen dazu bereiterklärt, konnte sie auf diese Weise doch gleichzeitig ihr hundertjähriges Bestehen festlich begehen. Als wir eintrafen, war die Halle bereits gut besucht und wir fanden nur noch an den von der Bühne entfernten Enden der Tischreihen Platz. Dank der hervorragenden Organisation der Knittlinger mussten wir aber nicht darben, für Speis und Trank war noch reichlich gesorgt. Während wir uns an den Buffets eindeckten und die Dinge verzehrten, wurden die bei solchen Anlässen üblichen Sonntagsreden gehalten - vom Ortsgruppenleiter, vom Bürgermeister und vom Präsidenten des SAV. Letzterer war eigens gekommen, um zwei verdiente Mitglieder zu ehren, nämlich unseren Gauobmann Dieter Auracher und ein anderes Mitglied der Tammer Ortsgruppe. Leider ging dieser Vorgang in der allgemeinen Unruhe ziemlich unter. Herzerwärmend - wenn auch des Guten zu viel - waren die Darbietungen der Kinder aus fünf Knittlinger Kindergärten.

Auf der Heimfahrt graste unser Bus jeden Winkel der Gegend ab, wir bekamen quasi gratis eine Rundfahrt durch Maulbronn, sodass wir unseren anvisierten Regionalexpress nur noch von hinten sahen. Letztendlich sind wir dennoch gut heimgekommen. Aber jetzt muss ich eine Unterlassungssünde gestehen: keiner der Mitwandernden dachte diesmal daran, unseren Wanderführern einen Dank auszusprechen. Ich glaube, es ist im Sinne aller, wenn ich es an dieser Stelle nachhole. "Danke, lieber Klaus und lieber Peter, für diesen gelungenen und kurzweiligen Wandertag!"

(Dorothea Göhler)