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klicken zum VergrößernRückblick auf die Wanderung
"Von den Fildern zum Neckar"
am 09.11.2008

53 Wanderfreunde kamen zusammen, so viel, wie schon lange nicht mehr. Das mag zum einen an der moderaten Abfahrtszeit, zum anderen aber auch daran gelegen haben, dass die Wanderung sich auf 12 km, d. h. auf ca. 3 Stunden Laufzeit beschränkte. Die Hin- und Rückfahrt war jeweils eine logistische Meisterleistung, denn es ging um Sekunden, um die jeweiligen Anschlüsse nicht zu verpassen. Nur in Nellingen - zwischen U-Bahn von Stuttgart und Bus nach Denkendorf - war eine Viertelstunde Zeit, die Norbert Tauscher, der zusammen mit seiner Frau Irmi die Wanderung führte, dazu nutzte, die Begrüßungsansprache zu halten.

klicken zum VergrößernIn Denkendorf konnten wir dann also gleich losmarschieren und über eine Treppe erreichten wir schon fast die Höhe, die wir im Wesentlichen die ganze Zeit beibehielten. Schon im höher gelegenen Teil von Denkendorf hatten wir Sicht auf die Bergkette der Schwäbischen Alb. Diese sollten wir immer mal wieder im Blickfeld haben und geduldig nannte uns Norbert die Namen der einzelnen Berge vom Hohenneuffen über die Teck bis zum Hohenstaufen und dem Stuifen. Die Wälder waren zu dieser Jahreszeit bereits sehr licht geworden, das hatte aber den Vorteil, dass die uns sehr willkommenen Sonnenstrahlen durch dringen konnten. Ab und zu muss es in den Wipfeln wohl einen Windstoß gegeben haben, denn wie Konfetti regnete es Blätter auf uns herab und wie in Kindertagen freuten wir uns über das Rascheln des Laubes unter unseren Schritten. Später auf den Fildern erlaubten die abgeernteten Äcker eine herrlich weite Rundumsicht. klicken zum VergrößernBei den Rothöfen tollten auf ihren Koppeln ausgelassen Pferde und es war eine Freude, diesen edlen Tieren zuzusehen. Auf dem Plochinger Kopf kamen wir wieder in ein Waldgebiet, an einer Schutzhütte wurde die zweite Rast gemacht und hier nahm Norbert die Gelegenheit wahr, uns einiges über Plochingen zu erzählen. Von hier aus waren es noch 50 Minuten zu laufen, bei Austritt aus dem Wald lag uns das Neckartal zu Füßen, ein gemäßigter Abstieg, Überqueren der B 10 und des Neckars und wir hatten unser Ziel - die Stadt Plochingen - erreicht.

Plochingen wurdevermutlich im 3. oder 4. Jahrhundert gegründet, erstmals im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt, erlebte bis zum 30jährigen Krieg eine Blütezeit unter den Staufern und anderen Adelsgeschlechtern. Danach verarmte der Ort, wurde auch noch von verheerenden Unwettern heimgesucht und nahm erst im 19. Jahrhundert durch Industrialisierung und Anbindung an das Eisenbahnnetz wieder einen Aufschwung. klicken zum VergrößernHeute scheint Plochingen eine wohlhabende Stadt zu sein, konnte sie es sich doch leisten, die Fassade eines ihrer Häuser von dem Wiener Friedensreich Hundertwasser künstlerisch gestalten zu lassen und als Pendant dazu entwarf der Künstler Tomi Ungerer eine öffentliche Bedüfnisanstalt, genannt "les toilettes", die meines Erachtens besser in einem Vergnügungspark Platz gefunden hätte. Na ja, über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Unsere Einkehr hielten wir im geschichtsträchtigen "Brauhaus zum Waldhorn". Nicht nur, dass hier schon so bedeutende Persönlichkeiten wie Leopold und W. A. Mozart, Kaiser Franz I. klicken zum Vergrößernund Walter Scheel logiert hatten - nein, auch die Gründungsversammlung des Schwäbischen Albvereins im Jahre 1888 hatte hier stattgefunden. Aber das Haus kann nicht nur mit Historie aufwarten, sondern auch mit ausgezeichneter Bewirtung. Gestärkt und zufrieden traten wir den Heimweg an, gelangten wohlbehalten nach Ludwigsburg und verabschiedeten uns von Tauschers mit herzlichen Dankesworten für einen mal wieder rundum gelungenen Wandertag.

(Dorothea Göhler)