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Rückblick auf die Wanderung
"Zur Comburg und nach Schwaebisch Hall"
am 23.11.2008
Die Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwaeb. Albvereins wanderte am 23. Nov. 2009 von Michelbach an der Bilz, nahe Schwaebisch Hall, hinauf zum 510 m hohen Bergsporn Einkorn, hinab nach Hessental, weiter zur Comburg und dann dem Kocher entlang nach Schwaebisch Hall.
Eine kleine Wandergruppe war bereit, die von den Wanderfuehrern Anton Ludl und Hans Stoehr geplante und vorbereitete Tour mitzugehen. Mancher Naturfreund wurde anscheinend vom ueberraschenden Wintereinbruch abgehalten sich in winterlich kalter Landschaft zu bewegen. Um es vorweg zu sagen: Die Teilnehmer haben einen schoenen Wandertag erlebt, welcher auch vom kulturellen Angebot her interessant gestaltet worden war, was dann auch beim Dank an die Wanderfuehrer bei der Schlusseinkehr zum Ausdruck kam.
Von Michelbach an der Bilz ging es ueber Wiesen und Feld gemaechlich aufwaerts in das große Waldgebiet der Limpurger Berge. Eine leichte Schneedecke ueberzog die Landschaft und trotz des etwas grauen Wetters hatte man guten Ausblick ins Tal. Spaeter, auf der Hoehe angekommen, ging es auf ebener Waldstrasse und weichem Waldpfad bequem, dem Wanderzeichen Roter Balken, dem HW 3 (Main-Neckar-Rhein-Weg), entlang hin zum aussichtsreichen Bergsporn Einkorn. Das Wetter hellte sich auf und man hatte einen herrlichen Blick hinab auf Wiesen, Felder, Ortschaften, hinueber zur Comburg und Schwaebisch Hall. Schoen die Farben, verschiedenes gruen und braun, unter der leicht verschneiten Landschaft. Es ist einer der schoensten Ausflugsziele der Region Schwaebisch Hall. Die Weitlaeufigkeit des gesamten Gelaendes mit Wiesen und Spielplatz ist ein Eldorado fuer alle Besucher, zumal ein historisches Gasthaus und Hotel mit schattigem Biergarten zur Einkehr einlaedt. Dazu bietet ein hoher Aussichtsturm, aus barocker Kirchenruine aufragend, weiteren großartigen Blick ueber das Hohenloher Land.
Die Einkehr mit Gluehwein und Kuchen und einem Aufstieg zum Turm laesst die Wanderpause rasch vergehen. Dann geht es im Wald steil bergab, hinunter zum Bahnhof Hessental. Auf einer Kastanienallee gehend schaut man nochmals zurueck zum Einkorn -Turm, der aus winterlichem Wald ragt. Danach, im Talgrund, ist dann auch der Blick frei zum auf einem Huegel liegenden massiven Bauwerk der Comburg. Auf breiter Eingangsstrasse kommt man zum schmiedeisernen schoenen Eingangstor der Comburg. Einst Schloss, dann Benediktienerabtei, spaeter Chorherrenstift, hat sie eine wechselvolle Geschichte und liegt wie eine Gralsburg ueber dem Kocher. In vielen Jahrhunderten wurde daran gebaut. Wehrgaenge und hohe Mauern umschließen die vorhandenen Gebaeude. Im Zentrum der Anlage der schoen gestaltede 8 eckige Eingangsbau. Von hier steigt man zur romanischen Nikolauskirche auf. Stille ist im einfachen Kreuzgang. Ringsum weitere Gebaeude aus allen Stilepochen. Leider ist die Kirche geschlossen welche bekannte Kunstschaetze birgt wie z.B. einen romanischen Radleuchter und ein kostbares Altarantipendium.
Die burgartige Anlage wird auf dem Bildersteig verlassen, hinunter zum Kocher. Durchs ehemalige Gartenschaugelaende, am ehemaligen juedischem Friedhof vorbei, gelangt hinein zur verwinkelten mittelalterlich gepflegten Stadt Schwaebisch Hall. Ueber einer alten Steinbruecke bauen sich hohe schoene Fachwerkhaeuser auf. Farbige Schnitzereien an Tueren, Balken und Fenstern sind Zeugen wohlhabender Buerger der alten Salzsiederstadt. Wir stehen vor dem im Stil eines Adelpalastes erbauten Rathaus aus barocker Zeit, staunen ueber die gewaltig hohe und steile Aufgangstreppe hinauf zur hochgelegenen St. Michaelskirche. Auf diesen Treppen Theater zu spielen muss herrlich sein, aber der steilen und engen Stufen wegen auch gefaehrlich. Schnaufend kam man oben an und keiner rief: "Jedermann" oder " Sein oder nicht Sein ist hier die Frage....". Im gewaltigen gotischen Kirchenraum kam man wieder zur Ruhe. Gewaltig die Saeulen welche das praechtige gotische Gewoelbe tragen, da ist der kostbare Fluegelaltar, die Kanzel, die Grabmaeler, schaurig der Blick ins Beinhaus. Bei der Reformation ist es einem ev. Geistlichen gelungen die Inneneinrichtung weitgehenst zu erhalten, deshalb heute noch die gute Ausstattung des ehemals kath. Kirchenraums. Vor der Kirche von oben herab letzter Blick in die Altstadt, hinab zum Kocher. Ein Besuch der Stadt zu anderer Jahreszeit lohnt sich. Spaeter wird gute Schlusseinkehr im Brauerei-Ausschank ’"Zum Loewen" gemacht. Essen und Getraenk munden, man sitzt lustig beisammen und kehrt zu gegebener Zeit wieder nach Ludwigsburg zurueck. Ein schoener, erlebnisreicher winterlicher Wandertag ist zu Ende, den man dann einmal in sommerlichen Tagen wiederholen moechte.
(Wolfgang Staudenmayer)
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