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Rückblick:
"Auf dem Stuttgarter Panoramaweg" am 21.Dezember 2008
Nachdem bereits Teile des Stuttgarter Panoramawegs begangen worden sind begab sich zum Ende des Jahres 2008 die Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwäb. Albvereins auf den noch unbekannten östlichen Teil des Weges.
Vom Hauptbahnhof Stuttgart führte der Weg hinüber zum oberen Schlossgarten, am Staatstheater vorbei hinüber zur anderen Seite der Konrad-Adenauer-Straße und dort entlang hin zum ehemaligen "Wilhelmpalais". Ein klassizistisches Gebäude welches 1840 für die Töchter Marie und Sophie von König Wilhelm I erbaut wurde. Später dann Wohnsitz des Württemberischen Königs Wilhem II, dessen Statue im Vorgarten des Gebäudes zusammen mit seinen zwei Spitzenhunden dargestellt ist und welcher in Ludwigsburg seine letzte Ruhestätte hat. Wir verlassen die verkehrsreiche Hauptstraße und biegen aufwärts gehend in die in sonntäglicher Ruhe liegenden Straßen ein. Ein schmaler Weg führt am Hotel "Wirt am Berg" vorbei. Dazu ist zu vermerken: Württemberg wurde einst Wirtenberc geschrieben. 1806 ärgerte sich Herzog Friedrich, König von Napoleons Gnaden, dass man seinen Namen von einem "Wirt am Berg" ableitete. Er änderte deshalb den Namen seines Landes mit zwei Buchstaben, ein zweites T und ein ü, also auf Württemberg, im schwäbischen aber nach wie vor Wirdeberg ausgesprochen wird.
Entlang der Häuser gehend bemerkt man, dass wenig alte Bausubstanz erhalten ist, wurde doch Stuttgart im letzten Krieg bis zu 60 % zerstört. Wir kommen zum "Eugensplatz". Ein erster Aussichtspunkt am Weg mit schönem Blick zur Stadt hinunter. Allenthalben hat man Schwierigkeiten bei der Draufsicht auf die Stadt, wo Bahnhof mit Turm und hohen Bankhäusern, Stadtgarten, Königsbau, altes und neues Schloss liegen. Beim Aussichtspunkt auch sehenswert der von Königin Olga 1890 gestiftete "Galathea-Brunnen". Zwei wasserspeiende Delphine tragen hochaufragend eine griechische Quellnymphe, nackt und zur Stadt blickend. Damals ein Ärgernis für die Stadtbewohner, wozu die Königin dann vermerkte: No drehet mr halt die Figur om ! Noch heute blickt sie zur Stadt. Weitergehend auf der Haussmannstraße, aufwärts, kommt man an schönen Häusern vorbei.
Immerwieder ist der Blick frei zur Stadt und auf die gegenüberliegende Stadtseite mit Blick hin zum Killesberg, den Kräherwald, zum Birkenkopf, dem Trümmerberg aus Stuttgarts Kriegsschutt, hin nach Degerloch, dem Bopser mit dem Fernsehturm. Später kommt man an der 1919 erbauten ersten "Freien Waldorfschule" vorbei. Dem ersten Gebäude sind mit der Zeit zahlreiche weitere Gebäude in unterschiedlicher Bauweise gefolgt und ist jetzt ein großes Schulzentrum. Auf der Höhe, der "Uhlandshöhe", erreichte man die "Stuttgarter Sternwarte". Von dort wieder anderer Blick ins Land hinaus. Nach Bad Cannstatt, Daimler-Museum und Stadion, ins Neckartal, nach Münster, Fellbach, Rotem Berg mit Grabkapelle, hinab nach Gaisberg und auf die Höhen des Frauenkopfs. Von weitem weht die Fahne von der Villa Reitzenstein. Auf der Uhlandshöhe weitergehend, einst Steinbruchgelände und vom Verschönerungsverein Stuttgart gekauft und als Erholungsgelände aufgewertet, kommt man zum sogenannten "Kanonenhäusle". Bereits 1702 wurde das in einer Waldfläche liegende und noch bewohnte Gebäude als Alarmturm durch abschießen einer Kanone bei Bränden in den umliegenden Ortschaften genutzt.
Talabwärts kommen wir an schönen alten Fachwerkhäusern mit Türmchen und Balkonen vorbei. Dann gehts über Treppen aufwärts zur "Gänsheide, Bubenbad und Albrecht-Goes-Platz". Entlang der "Villa Reitzenstein", heute Amtssitz des Ministerpräsidenten, kommen wir zur "Wieland-Wagner-Höhe" und haben wiederum weiten Blick, jetzt in den südlichen Teil der Stadt. Die Stadt inmitten der Region Mittlerer Neckar gelegen ist eingebettet in bewaldete Höhenzüge, Obst- und Weingärten, und bei den jeweiligen Ausblicken bietet sich dem Auge ein vielgestaltiges Bild. Im Talkessel das Häusermeer des Stadtkerns mit neuen Türmen und Hochhäusern, im Grün der Bergflanken aufgelockerte Wohngebiete, in den Aussenbezirken Siedlungen teilweise in Gärten verborgen, teils in weit sichtbaren Baukomplexen vorwiegend im Norden und Osten der Stadt.
Dann geht es, auf der s.g. "Sünderstaffel“, steil abwärts, hinunter zum Stadtkern. Es ist denkbar dass beim Aufwärtsgehen des Staffelweges mögliche Sünden abgebüßt werden können. Der "Charlottenplatz" ist erreicht. Man kommt zum "Alten Schloss und auf den Stuttgarter Weihnachtsmarkt" kann sich nun jeder noch vergnügen. Wurst, Weck, Glühwein und vieles mehr, munden. Am Treffpunkt, vor dem Weg nach Hause, wird den "Verantwortlichen Anton Ludl und Gustav König" herzlich gedankt für den schönen, sehenswerten und aufschlussreichen Tag auf einem der Stuttgarter Panoramawege.
(Wolfgang Staudenmayer)
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