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klicken zum VergrößernRückblick auf die Dreikönigswanderung
"Auf den Spuren der Römer, Dichter und Naturschützer"
am 06.01.2009

Ein richtiger, frostiger Winter war eingekehrt und hatte vorher das Land mit einer dünnen Schneedecke überzogen. Das verschaffte uns am Dreikönigstag das seltene Vergnügen, durch Neuschnee stapfen zu dürfen. Die Führung der Auftaktwanderung ins Jahr 2009 hatten Klaus und Ingrid Ollig übernommen. In Freiberg konnte Klaus nicht nur einige Gäste begrüßen, nein - echter Nachwuchs war heute mit von der Partie, drei Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren, und Hut ab vor dem kleinen Marvin! Er hat sich wacker gehalten.

klicken zum VergrößernUm dem in der Überschrift genannten Motto der Wanderung gerecht zu werden, machte Klaus schon bald nach Verlassen des Ortes den ersten Halt, um eine seiner zahlreichen Erklärungen abzugeben. Wir bewegten uns auf dem HW 10, der von Pforzheim nach Lorch führt und die Eisenbahntrasse neben uns soll künftig bis nach Backnang ausgebaut werden, sodass es möglich sein wird, von Ludwigsburg aus Backnang nicht in einem großen Bogen über Stuttgart, sondern ohne Umsteigen über Marbach zu erreichen. Später, als wir die Fahrstraße, die von Freiberg nach Benningen führt, überquert hatten, kamen die alten Römer zur Sprache. Die hatten nämlich just die gleiche Strecke benützt, um vom Kastell in Cannstatt in das Kastell nach Benningen zu gelangen. Später allerdings wurde das römische Gebiet nach Nordost ausgedehnt - der Verlauf des Limes zeugt noch heute davon - und das Kastell nach Murrhardt verlegt, bevor die "bösen" Franken und Alemannen sich dieser Gegend bemächtigten. An exponierter Stelle vom Weinberghöhenweg aus oberhalb des Neckars hatte man einen umfassenden Blick auf die andere Seite des Flusses. Hier berichtete uns Klaus von den Interessenkonflikten der Stadt Ludwigsburg einerseits, die sich mit dem Neubaugebiet Neckarterrassen am Rand Neckarweihingens in Richtung Nordost ausdehnen will, und der Stadt Marbach andererseits, der daran gelegen ist, dass der Stromversorger EnBW seinen Technologiepark in entgegengesetzte Richtung erweitern kann. Der bezeichnende Ausdruck "Filbinger-Finger" für den weithin sichtbaren und als Orientierungspunkt dienlichen hohen Schlot des Kraftwerks, den Klaus bei dieser Gelegenheit gebrauchte, hat sich sofort bei mir eingeprägt. Später, nachdem wir den Neckar überquert hatten und in Marbach die Steige zur Schillerhöhe ein paar Schritte hinaufgegangen waren, gab es noch mal etwas Wissenswertes. Wir blickten auf einen Torbogen, einen Eisensteg, der früher einmal einen Kanal überbrückte, und jenseits der Fahrstraße auf einen Backsteinbau mit Türmchen. Hierbei handelt es sich um die erste Kraftwerkanlage in Marbach, die um 1900 erbaut wurde und heute unter Denkmalschutz steht. Einst war an dieser Stelle wohl der Zugang zu Marbach, und mehrere Mühlen hatten sich an dem künstlich geschaffenen Wassergraben angesiedelt.

klicken zum VergrößernAn der Rückseite des Musentempels der deutschen Dichter und Denker - dem Schiller-Nationalmuseum - wurde eine kleine Rast eingelegt. Soviel zum Stichwort Dichter. Klaus sparte sich in diesem Fall Erklärungen, da man davon ausgehen kann, dass darüber alle Bescheid wissen. Gleichzeitig hatten wir von hier aus eine ausgezeichnete Sicht auf das Neckartal und drüber hinaus.

Der weitere Weg führte uns über den Eichgraben, Marbachs Stadtteil Hörnle streifend nach Poppenweiler. Dort wartete am Ortsrand eine nette Überraschung auf uns. Eine Gruppe von Schulkindern machte sich einen Spaß daraus, heiße und kalte Getränke wohlfeil zu bieten. Da konnten wir nicht ,nein' sagen und die findige Idee wurde mit einem guten Umsatz zur Aufbesserung des Taschengeldes belohnt.

klicken zum VergrößernWir hatten den größten Teil unserer Wanderroute zurückgelegt - blieb nur noch, den Begriff Naturschützer unterzubringen. Dieser fand seine Bedeutung an der Bergstirne - einem Hang über dem Neckar zwischen Poppenweiler und Neckarweihingen gelegen. Dieses Fleckchen Erde wird von Mitgliedern der OG Ludwigsburg gepflegt, d. h. es wird von Müll gesäubert und vor Verbuschung bewahrt in der Hoffnung, dass sich Magerrasen und Wiesenblumen ausbreiten. Klaus wies auf die nächste Aktion am 24. Januar hin und lud zum Mitmachen ein. Das Heranwachsen der prophezeiten Orchideen könne er nicht versprechen, aber ein deftiges Vesper für die Mitarbeiter allemal.

klicken zum VergrößernIm Radsportheim in Neckarweihingen wartete bereits ein gedeckter Tisch auf uns und nach dem Marsch in der Kälte jetzt den Speisen und Getränken zuzusprechen tat richtig gut. Nach den wohlverdienten Dankesworten an unser Wanderführerpaar Klaus und Ingrid Ollig, gesprochen von unserem Vorsitzenden Peter Mugele, traten wir frohgemut unseren Heimweg an. Unser Wanderjahr hatte bestens angefangen und ein Blick in unser Jahresprogramm verspricht zahlreiche weitere Wandertouren, die eindrucksvolle Erlebnisse erahnen lassen, auf die wir uns schon jetzt freuen dürfen.

 

Dorothea Göhler

Rückblick auf die letztjährigen Dreikönigswanderungen