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Rückblick auf die Wanderung "Zu Burgen und zur Burgruine" am 08.03.2009
Von BEILSTEIN hinauf zur BURG HOHENBEILSTEIN, hinab nach Schmidhausen, dem Schmidbach entlang, hinauf nach Gagernberg, weiter zum ANNASEE, hin zur BURG WILDECK und BURGRUINE HELFENBERG, von dort hinab ins Tal zum Söhlbach bei Helfenberg, dann wieder hinauf und am Hang des Sohlbergs entlang zurück nach BEILSTEIN, ging die vierstündige Wanderung der Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwäb. Albvereins am 8. März 2009.
Nach schnee- und regennassen Tagen war die Wandergruppe recht zuversichtlich, einen trockenen Wandertag erleben zu können, als sie von Marbach aus mit dem Bus durchs landschaftlich schöne Bottwartal hin nach Beilstein fuhren und den Ausgangspunkt der Tageswandung erreichte. Das Ehepaar Klaus und Ingrid Ollig hat die Wanderstrecke gut vorbereitet und geführt. Schon bei der Begrüßung der Wanderfreunde und Gäste machte Klaus Ollig auf die schönen Fachwerkhäuser im alten Stadtkern aufmerksam. Der Ort wurde bereits 1245 erwähnt und hat dann zwischen 1250 und 1280 das Stadtrecht erworben. Im 30 jährigen Krieg hat Beilstein schwer gelitten und wurde dann im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1693 von franz.Truppen fast ganz zerstört. Heute stellt sich Beilstein im Ortskern mit schönen Fachwerkhäusern, welche sich steil aufwärts zur Burg Hohenbeilstein ziehen, als gut gepflegte, im Aussenbereich auch schön zu bewohnende Stadt, dar. Auch ist sie Ausgangspunkt für schöne Wanderungen inmitten weiter Rebflächen, Wiesen, Felder und großen Waldungen.
Es geht zunächst steil aufwärts hinauf zur Burg Hohenbeilstein. Die Burg wurde um 1070/80 errichtet. Hat mächtigen Bergfried und Ringmauer, zerfiehl im 16 Jh. zur Ruine, wird 1898 teilweise wieder aufgebaut und lädt jetzt zur Besichtigung ein, zumal eine bekannte Falknerei dort untergebracht ist und mit Flugvorführungen mit Adlern und Geiern eine interessante Schau zeigt. Entlang weiter Rebflächen geht es jetzt hinab nach Schmidhausen, im Ortskern wahrscheinlich älter als Beilstein, dann dem Schmidbach entlang nach Jettenbach, wo am Weg die alte kleine Dorfkelter, 1730 erbaut und jetzt renoviert, zu sehen ist. Die Landstraße nach Löwenstein wird gequert und die Wanderer steigen dann hinauf nach Gagernberg. Unterwegs und dann auf der Hochfläche hat man einen weiten Blick hinein in die Landschaft: hin zum kleinen Ort Maad auf einer Bergkuppe, an Waldrändern und Wiesen liegt noch reichlich Schnee, hin zum Stocksberg, Juxkopf und zu großen Waldgebieten der Löwensteiner Berge. In der Ferne sind die Bergausläufer von Forsthof, Burg Lichtenberg und steilen Rebflächen zu sehen. Weiter sieht man hin zum Stuttgarter Fernsehturm, zum Birkenkopf, zur Solitude, Vaihinger-Uni-Gelände, Gerlinger Heide, auch das GDF-Hochhaus ist auszumachen.
Später kommt man zum Württemberischen Landgraben zwischen Heuchelberg und den Löwensteiner Bergen. Es war eine Grenzbefestigung die von 1537 bis 1803 als Zolleinnahmequelle der damals herrschenden Grafen diente. Ein Graben mit 31 km Länge, 18 m Breite, 3 m Tiefe, mit dichten Schlehensträuchern bepflanzt und teilweise mit spitzen Holzpfählen bewehrt. Nur vier Durchgangstore (bei Nordheim, Lauffen, Talheim und Löwenstein) konnten für den Warenhandel benutzt werden. Durch Wald, am Berg Tauzenbühl gelegen, wurde dann der Annasee, mit viel Wasser und noch zugefroren, erreicht. Der im Sommer belebte Ausflugsort liegt ruhig in winterlicher Stille.
Nach einer Versperpause geht es dann weiter und aus dem Wald kommend, liegt auf einem Bergsporn Burg Wildeck. Ein mächtiger Viereckturm, lange Wehrmauer mit anschließendem Fachwerkhaus, inmitten weiter Weinberge, unbehindertem Blick ins Land, ergibt einen imposanten Anblick. Burg Wildeck hat eine wechselvolle Geschichte. Im 12./13.Jh. erbaut von den Herren Heinriet. 1462 ging die Burg an die Herren zu Neipperg, welche dann 1492 an die Grafen von Löwenstein verkauften. Bemerkenswert auch, dass bei den jeweiligen Veränderungen Land und Leute von Abstadt immer zum Verkauf gehörten. Heute nun ist Burg Wildeck Versuchsgut der Weinbauschule Weinsberg, was beim weiterwandern an sauber geordneten Rebflächen gut zu erkennen ist.
Gegenüberliegend ist auf einer Bergkuppe die Ruine Helfenberg. die in der Stauferzeit 1250 erbaut wurde. Ein Dienstmann Albertus de Helfenberg ist als Besitzer genannnt, als Erben die Herren von Sachsenheim und Sturmfeder. 1456 ging die Burg an Württemberg, wurde im 30 jährigen Krieg zerstört, wieder aufgebaut und war 1746 wieder Ruine. Ein turmartiges Gemäuer mit gotischen Fensterbögen ist von der einst auf langem Bergsporn gelegenen Burg übrig geblieben.
Es geht hinab zum Söhlbach und über nasse Wiesen und Wege wieder aufwärts und dem Hangweg des Fohlenbergs entlang. Unterwegs fällt das riesige Firmengelände der Fa. Bosch ins Auge. Die großen terrassenförmig, angelegten leeren Parkplatzflächen sehen aus wie eine römische Theaterarena. Da ist das schöne Gartenfreizeitgelände am Weg wesentlicher angenehmer. Ein Wanderehepaar welches dort ein Baumgrundstück hat überrascht die Wanderfreunde mit einem kleinen "Geistlichen" welcher gerne angenommen wird, hat das Wetter doch umgeschlagen in etwas Regen und frischem Wind. Später hat man freien Blick ins Talbecken von Beilstein, hinüber ins Bottwartal, umrahmt vom bewaldeten Wunnenstein, Köchersberg und Hohenbeilstein. Wir sind am Ziel unserer Wanderung.
Mit einer guten Einkehr und einem herzlichen Dankeschön an die Wanderführer Klaus und Ingrid Ollig wird der Tag beendet, wobei noch lobenswert vermerkt werden kann, dass Klaus Ollig während der Wanderung vieles über die Landschaft und seiner Geschichte den Wanderfreunden vermittelte.
(Wolfgang Staudenmayer)
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