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Rückblick auf die Wanderung
"Durch das Zaber- und Michelbachtal"
am 22.03.2009
Strecke: Güglingen, Zabertal, Michelbachtal, Güglingen
Eine stattliche Gruppe von mehr als 50 Leuten hatte mal wieder einen Drang nach Bewegung an frischer Luft und Lust auf Geselligkeit und fand sich deshalb rechtzeitig am Sonntagmorgen auf dem Bahnhof ein. Wer spät kam, schaffte es gar nicht, jeden einzelnen Wanderfreund mit Handschlag zu begrüßen. Bis nach Lauffen am Neckar mit Bahn und dann weiter mit Bus ging es nach Güglingen, dem Ausgangspunkt und Zielort der Rundwanderung. Kaum waren wir aus dem Bus gestiegen, wurden die Kameras gezückt, denn Motive gab es gleich vielerlei: die Plastik mit dem Namen "Persil-Einigkeit", d. h. fünf sonnenanbetende Frauenbüsten mit weißen Krägen und verschränkten Armen - wahrhaft geballte Frauenpower J, dann ein geschmückter Osterbrunnen, das Rathaus, die Mauritiuskirche. Auf dem Vorplatz dieser Kirche wurden wir von unserem Wanderführer Gustav König begrüßt, der seinem Bedauern Ausdruck gab, dass für eine Führung im ortsansässigen Römermuseum keine Zeit eingeplant war. Eine Kostprobe von römischen Relikten hatte uns netterweise die Busfahrerin gegeben, die uns an einer derzeitigen Ausgrabungsstätte vorbeikutschierte.
Die Wanderung selbst führte uns durch den Ort Pfaffenhofen, dann auf ebenen Wegen durch das beschauliche, kaum besiedelte Zabertal, zur Linken den bewaldeten Stromberg im Visier, zur Rechten waren es kleine Weinberge. Vor Zaberfeld machten wir dann eine Kehre in Richtung Nordost, nun ging es ein wenig aufwärts in den Wald. Unter uns sahen wir einen namenlosen See liegen. Wir beschrieben einen Halbkreis, sodass wir durch das Michelbachtal wieder in den Ort Güglingen gelangten. Wir hatten zunächst einen klaren, sonnigen Tag erwischt, der allerdings von eisigen Windböen durchsetzt war. Er erweckte jedoch den Eindruck, dass die Natur bereits in Lauerstellung auf den Frühling verharrte. Während einer kleinen Pause bezog sich jedoch der Himmel, aus war es mit der Sonne und es wurde empfindlich kühler.
Nun freuten wir uns auf die Schlusseinkehr in einem Sportheim in Güglingen. Doch damit hatte es zunächst keine Eile, wir mussten noch auf unseren Einlass warten. Deshalb hatten wir genügend Zeit und Muße, einen kunterbunten Vorgarten mit Schneeglöckchen, Primeln, Krokussen und den sprießenden Blattspitzen von Narzissen und Tulpen zu begutachten. Weiter schlenderten wir ins Zentrum hinein, das an diesem Tag wegen eines verkaufsoffenen Sonntags außergewöhnlich belebt war. Nun nahmen wir die Gelegenheit wahr, die Mauritiuskirche von innen zu besichtigen. Sie ist sehr eigenwillig gestaltet, mit modernen Fresken, die teilweise an den kubistischen Stil von Picasso erinnern. An der linken Wand hängt zudem eine große Tafel aneinandergereihter moderner Gemälde. Auch sonst gibt sich die Stadt Güglingen der Kunst sehr aufgeschlossen. Im Zentrum finden sich etliche Skulpturen, die den Betrachter herausfordern, ihre Bedeutung zu ergründen und die neben den historischen Gebäuden einen Besuch von Güglingen lohnenswert machen.
Als wir nach der Einkehr auf dem Weg zum Bus ein drittes und letztes Mal den Ortskern passierten, erbeuteten einige an einem Info-Center für "Intelligentes Wohnen" einen Topf Stiefmütterchen, den sie wie eine Siegestrophäe auf dem Heimweg vor sich hertrugen. Zuvor hatte Peter Mugele in seiner Laudatio den Wanderführern Gustav König und Hans Stöhr gedankt, dass sie uns in eine Gegend geführt hatten, in die wir nicht häufig gelangen, denn normalerweise sei am Stromberg die Grenze. So gesehen hatten wir uns auch im übertragenen Sinn frischen Wind um die Nase wehen lassen und erfrischt und bereichert begaben wir uns auf den Nachhauseweg.
(Dorothea Göhler)
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