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"Zum Kloster Maulbronn und zur Eppinger Linie"
am 31.05.2009
Stecke: Bretten - Großvillars - Bernhardsweiher - Hohenklingen - Kloster Maulbronn - Eppinger Linie - Sternschanze - Mühlacker
Knapp 20 Wanderfreunde wagten sich an die Herausforderung, die große, 7-stündige Wanderstrecke anzugehen, die traditionsgemäß einmal jährlich zu Pfingsten auf dem Plan steht. Die beste Voraussetzung für diese Leistung schaffte schon mal das Wetter. Bei überwiegend Sonne, aber kühlen Temperaturen ließ es sich unbeschwert laufen, außerdem enthielt die Strecke kaum Steigungen, sodass wir uns sogar noch gegen Ende der 25 km einigermaßen fit fühlten.
Die Wanderroute war von unseren Wanderführern Klaus und Ingrid Ollig bestens ausgewählt, führte sie uns doch nicht nur durch eine anmutige Landschaft, gelegen in der Schnittstelle Kraichgau/Stromberggebiet, sie enthielt auch noch manche Sehenswürdigkeit. Gleich zu Beginn in Bretten blitzten beim Schlendern durch die Altstadt die Fotoapparate auf, um die mittelalterlichen Fachwerkhäuser und vor allem die neugotische Kirche im Bild festzuhalten, die Melanchthon - einem Sohn der Stadt und Mitstreiter von Martin Luther - gewidmet ist. Im Ort Großvillars erfuhren wir, dass er eine Niederlassung von Waldensern ist, die als Glaubensflüchtlinge aus dem französischen Savoyen mit ausdrücklicher Genehmigung von Herzog Eberhard Ludwig im Jahr 1699 hier eine neue Heimat gefunden haben. Bemerkenswert ist die Bauweise ihrer Häuser. Und nicht zuletzt ist die "Eppinger Linie" im Stromberg von Bedeutung. Im pfälzischen Erbfolgekrieg war sie in Fronarbeit erfolgreich als Wehrwall gegen die Franzosen errichtet worden und wurde wegen vermeintlicher Unbezwingbarkeit nie angegriffen. Zahlreiche Tafeln und Rekonstruktionen informieren darüber.
Doch neben kulturell und historisch Wissenswertem gab es auch noch so manches Beglückende fürs Auge und Gemüt. In Großvillars waren wir von einer Vielzahl üppig blühender Rosenstauden ebenso entzückt wie von einem Teppich aus aparten Seerosen auf dem von Wald eingerahmten Bernhardsweiher und auf einem Zierteich in Hohenklingen. Ein gutgelaunter Wanderführer gab noch einige Anekdoten zum Besten wie z. B. dass die Nonnen von Knittlingen und die Mönche von Maulbronn durch einen Tunnel zueinanderfanden, da der Weg über den Stromberg gar zu beschwerlich gewesen wäre. Eine exquisite Vesperpause war uns auf dem Horn oberhalb von Oberderdingen vergönnt. Von einer mit Bänken und Infotafeln in Edelstahl luxuriös ausgestatteten Aussichtsplattform reichte unser Blick weit über den Kraichgau bis zum Steinsberg, uns als Ausflugsziel des vergangenen Jahres in guter Erinnerung. Selbst die Konturen des Odenwaldes waren erkennbar. Doch das Tüpfelchen auf dem i war der Aufenthalt in dem altehrwürdigen Maulbronn. Umgeben von der malerischen Kulisse der Klosteraußenanlagen war das Relaxen bei Cappuccino und Apfelstrudel vom Feinsten und Genuss pur. Das Kloster selbst war aber an diesem Tag nicht unser Ziel. Für dieses Weltkulturerbe sollte man sich gesondert Zeit nehmen.
Auf dem Sauberg unweit der Sternenschanze (Bestandteil der Verteidigungsanlagen Eppinger Linie) stärkten wir uns ein letztes Mal. Wer wollte, konnte den Wachturm, eine sogenannte Chartaque besteigen und hinunter auf Mühlacker mit seinen Sendemasten blicken, bevor wir den Abstieg hinunter zum Bahnhof antraten. Hier stand schon der Zug bereit. Ein wenig in Hektik kamen wir am Abend in Ludwigsburg an, da wir für Dankesworte keine Zeit gefunden hatten, unseren Dank aber unbedingt unseren Wanderführern Klaus und Ingrid zum Ausdruck bringen wollten. Auf dem Bahnsteig, leider zwischen Tür und Angel, fand Hans dann doch noch die richtigen Worte. Auf seine Frage an die Teilnehmer, ob Wanderungen dieser Größenordnung weiterhin im Angebot stehen sollen, schnellten unverzüglich alle Hände hoch. Klaus und Ingrid dürfen es als ihren ganz persönlichen Erfolg verbuchen, dass wir uns auf die Herausforderung im nächsten Jahr freuen.
(Dorothea Göhler)
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