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RANDECKER MAAR UND SCHOPFLOCHER TORFGRUBE
Eine Wanderung der Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwäbischen Albvereins
am 14. Juni 2009
Es waren sicher unruhige Zeiten als nennenswerter Vulkanismus in Deutschland zunahm. Der Höhepunkt ist beim Randecker Maar vor 17 Millionen Jahren. In heisser Vorratskammer flüssiges Gestein, Magma genannt und 1200 Grad heiss, wird aus den spröden Jura-Ablagerungen gesprengt. Dabei ist "das Randecker Maar" mit 1,2 km Durchmesser von den 350 festgestellten Kratern im Gebiet Nordrand Schwäb. Alb das Größte. Daneben noch das Gebiet des Schopflocher Torfgrube. Weite Teile der Schwäbischen Alb liegen in im Jahr 2008 ausgewiesenen Biosphären-Gebiet Baden-Württemberg. Diese Gegend, der geologisch einzigartigen Naturerscheinung, war Ziel der von Hans Stöhr und Gustav König geplanten und geführten Wanderung.
Mit öffentlichen Verkehrsverbindungen wurde der Ausgangsort "Brucken" unterhalb der "Burg Teck" erreicht. Sonne, stets aufsteigende Wege durch Wiesen und Wald machen den Weg hinauf zum "Sattelbogen" etwas anstrengend. Hell leuchtet "der Gelbe Fels" an den Ausläufern der Teck herab, während auf der Gegenseite im Tal sich die runde Waldkuppe des "Rossbühls" breit macht. Der Sattelboden, ein Einschnitt im Teckwald, macht den Blick frei zur anderen Talseite, zum Naturschutzgebiet "Eichwald" und weiter hinüber bis zum Schurwald. Auf schmalem Waldweg geht es am Trauf entlang weiter zur Aussichtskanzel des "Rauber". Weit schaut man ins Lenninger Tal hinaus, in der Nähe unterbrechen große Kalksteinfelsen die steilabfallenden Waldhänge. Mitten im Wald auf einem Felssporn verbunden mit einer Brücke liegt die "Ruine Diepoldsburg". Im ehemaligen Burghof wird gerastet. Auf der Hochfläche geht es weiter und erreicht dann oberhalb von Ochsenwang "das Randecker Maar". Eine weite Talmulde mit Wiesen, Baumgruppen, Hecken, wechseln sich ab und lassen die geologische Erdgeschichte ahnen, zumal Hinweistafeln diese Geschichte erläutern. Der Zipfelbach ist nach wie vor dabei sich tief in den ehemaligen Kraterrand einzubeissen. Einst wildzerklüftete Landschaft, heute sanfte wellige Wiesenmatten, jedoch auch die Erkenntnis, dass sich unsere Erde nach wie vor ständig verändert und wir es heute zB. schneller und einfach intensiever bemerken wie mannigfach wechselnd auftretende Wetter-Veränderugen, teilweise sogar zu Kathastrophen, sich entwickeln. Ganz in der Nähe ein Denkmal für Dr. med. Salzmann, welcher 1888 Mitbegründer des Schwäb. Albvereins war. Die "Ziegelhütte" wird erreicht.
Dann geht es hinüber "zur Schopflocher Torfgrube". Unterwegs schöner Blick zu den drei Kaiserbergen. Auf Wiesen wird duftendes Heu eingebracht. Beim Otto-Hoffmeister-Haus betreten wir das 1931 vom Schwäb. Albverein gekaufte schützenswerte Hochmoos, um es vor Ausbeutung durch Torfabbau und immer wieder auftretende Brände zu bewahren. Nach dem Ende der Eiszeit, vor etwa 10 000 Jahren, entstand hier in einer flache Mulde auf undurchläßigem Grund ein See. Dieser verlandete und wurde mit Schilf, Seerosen und anderen Pflanzen bedeckt. Torfmoose siedelten sich an, bauten die Pflanzenschicht immer mehr auf, bis sich dann mit der Zeit ein Hochmoor entwickelte. Weit geht es über einen stabilen Bohlenweg durch dieses 35 ha große Naturreservat. Flächen mit Wiesenlabkraut, Wiesenschaumkraut, Wiesenknöterich, Farne, Moose, Wollgräser, Birken, uvm. beleben die Landschaft. Bei näherer Beobachtung wäre sicher auch manche Tierart auszumachen. Mitten drin dann noch echtes Moor, schwankender Boden, Wasser, Röhricht, mit großen Flächen gelb und blau blühender Iris. Ruhe ringsum, erhohlsam, am blauen Himmel zieht ein Habicht seine Kreise. Am Gewann Asch vorbei kommen die Wanderer zu den "Wielandsteinen". Hochragende Felstürme die mit Seil und Haken erklettert werden können. Danach geht es im Hangwald über schmalen Steig tief und steil hinab nach "Oberlenningen".
Nach 4 1/2 Std. Wanderzeit wird dann "Unterlenningen" erreicht. Dort wird erholsame Schlußeinkehr gemacht. Den Wanderführern wurde herzlicher Dank gesagt für den gut vorbereiteten abwechslungs-und erlebnisreichen Wandertag, der auch manch Wissenswertes vermittelte. Recht zufrieden kehrt man heim nach Ludwigsburg.
(Wolfgang Staudenmayer)
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