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Rückblick auf die Stadtwanderung
“Zum Ludwigsburger Weihnachtsmarkt“
am 20.12.2009

Mit seiner Stadtwanderung „Zum Ludwigsburger Weihnachtsmarkt“ startete Henning Misgeiski am 4. Advent eine neue Reihe von innerstädtischen Wanderungen, die Einblick in die 300-jährige Geschichte der Stadt Ludwigsburg geben soll und die im Jahr 2010 fortgeführt wird. Trotz frostiger Temperaturen hatte sich ein 14 Mann/Frau/Kind starkes Trüpplein am Schorndorfer Torhaus eingefunden, um an der Entdeckungstour teilzunehmen. Die Torhäuser waren es dann auch sowie die verbliebenen Teilstücke der einstigen Stadtmauer, deren Geschichte uns Henning an diesem Tag vermitteln wollte. Die Route erstreckte sich demnach vom Schorndorfer Torhaus über das Aldinger -, Stuttgarter -, Pflugfelder – bis zum Asperger Torhaus. Von dort aus ging es dann auf den Weihnachtsmarkt.

Selbst bei Leuten wie mir, die eher gegenwarts- und zukunftsbezogen sind, blieb von den Ausführungen Hennings manches im Gedächtnis haften. So z. B. dass die Stadtmauer unter Herzog Carl Eugen dazu diente, den Soldaten die Flucht zu erschweren, oder auch die architektonisch feinen Unterschiede der Torhäuser, die auf den ersten Blick alle gleich aussehen (bis auf das Heilbronner Torhaus – aber das kriegen wir später!). Am Asperger Torhaus, das in einer Senke liegt, machte uns Henning auf die topographische Beschaffenheit Ludwigsburgs aufmerksam. Früher war das ein vom Thälesbach durchzogenes Sumpfgebiet und musste trockengelegt und aufgeschüttet werden, um es als Bauland nutzen zu können. Sogar heute noch müssen bei Neubauten für eine stabile Statik tragende Betonpfeiler in die Erde gerammt werden.

Nebenher allerdings packte Ingrid und mich ein spätjugendlicher Übermut. Wir überlegten, ob wir nicht ein wenig „Klingelputzen“ machen sollten und bei Christel verwirklichten wir dieses Vorhaben. Wie das Opfer Christel mir später berichtete, wäre sie am liebsten mit uns gezogen - angesteckt von unserer guten Laune. Wenn die Temperaturen im Keller sind, muss man sich halt warme, in diesem Fall lustige, Gedanken machen!

Auch das neue moderne Ludwigsburg soll nicht unerwähnt bleiben. Das Pflugfelder Torhaus verschwindet fast vor der imposanten großstädtischen Kulisse der eben erst fertiggestellten „Arena“ und der neuen Hotel- und Bürogebäude. Und mit dem Bau des Bahnhof-Westausgangs wurde ein lange währendes Übel abgeschafft! Im Bahnhofsbereich gibt es jetzt endlich ordentliche, saubere Toiletten!

Mein Fazit also: Ob vergangenheits- oder zukunftsorientiert – ein Rundgang durch Ludwigsburg mit offenen Augen und Ohren lohnt sich allemal!

(Dorothea Göhler)