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Rückblick auf die Gauwanderung
des Stromberg Gau
am 11.04.2010
Mehr als 90 Teilnehmer aus 15 Ortsgruppen des Stromberg Gau folgten am 11.04.2010 dem Aufruf zur Gauwanderung. Ludwigsburg hatte diesmal die Aufgabe übernommen, die Wanderung auszurichten. Man wollte den Mitgliedern aus anderen Ortsgruppen gern ein paar Schokoladenseiten der Barockstadt zeigen und ihnen hierzu den geschichtlichen Hintergrund vermitteln. Dazu eignete sich keiner besser als unser Wanderführer und Wegewart Henning Misgeiski. Seit Jahren schon vertieft er sich in die Geschichte Ludwigsburgs und zum Jubiläumsjahr „300 Jahre Ludwigsburg“ hatte er in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung den „300-Minuten-Weg“ konzipiert.
Der Parkplatz am Monrepos eignete sich gut als Treffpunkt und so begann dort auch die Führung. Die am Nordrand der Stadt gelegene Anlage besteht aus einem Gutshof mit Gastronomie, einem Reitstall, einem Hotel, Golfplatz und natürlich dem Schlösschen Monrepos. Was einst unter Herzog Eberhard Ludwig in Form eines achteckigen Pavillons als Unterstand auf der Jagd für die fürstlichen Herrschaften gedacht war, mauserte sich unter Herzog Friedrich I. zum Schlösschen mit dem Namen Monrepos = meine Ruhe, umgeben von einer großzügigen Parkanlage im englischen Landschaftsstil, deren Mittelpunkt ein künstlich angelegter See ist, auf dessen Insel eine Kirche im gotischen Stil prangt – seit dem 2. Weltkrieg leider nur noch als Ruine. Heute ist Monrepos für die Ludwigsburger ein beliebtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet. Als wir den See umrundeten, waren etliche Hobbyangler gerade damit beschäftigt, ihre Gerätschaften in Stellung zu bringen.
Über die Schlossallee, die gleichzeitig auch ein Stück des Planetenweges ist, von maßstabsgetreu positionierten Stelen gesäumt, die die Gestirne versinnbildlichen, gelangte man zum Favoritepark und dem gleichnamigen Schloss. Ein paar Schritte vom riesigen Residenzschloss entfernt meinte Herzog Eberhard Ludwig einen Aussichtspunkt errichten zu müssen und so entstand mal eben in den Jahren 1717 – 1723 ein weiteres kleines Schloss, Schloss Favorite, das in der Folgezeit auch als Jagd- und Lustschloss diente. Wir hatten zufällig Gelegenheit, einen Blick in das Studio des Nachtcafés zu werfen und waren von seiner fast schäbig zu nennenden Schlichtheit überrascht..
Ab hier machte der Monat April seinem Ruf alle Ehre und Regen- und Hagelschauer setzten ein. Das führte leider dazu, dass die weiteren Sehenswürdigkeiten im Eilverfahren abgehandelt wurden. Ein paar Worte zur Ausgrabungsstätte „Römischer Gutshof“, der seinerzeit an der Straße vom Kastell Cannstatt zum Kastell Benningen errichtet worden war und weiter ging’s auf einem Grünstreifen, der Ludwigsburg von dem Stadtteil Hoheneck trennt, zum Hungerberg. Jahreszeitlich waren wir hier eh zu früh. Dieser renaturierte Steinbruch ist besonders schön, wenn die üppig wuchernden Wildkräuter und Disteln in Blüte stehen und von der geologischen Tafel nahm kaum einer Notiz. Man hatte damit zu tun, seinen Schirm zu bändigen. An der überdachten Zapfstelle der Thermal- und Mineralquellen des Heilbades Hoheneck fand man dann Unterschlupf und legte eine Vesperpause ein, die unser Gauwanderwart Klaus Ollig dazu nutzte, das Wanderbuch zum Eintragen herumzureichen.
Der Weg wurde dann am Neckar entlang fortgesetzt. Man musste nur in Richtung Turmspitze der mittelalterlichen Wolfgangkirche laufen, um an eines der idyllischsten Fleckchen von Ludwigsburg zu gelangen – nach Alt-Hoheneck mit seinem alten Schulhaus, seiner Kelter, besagter Kirche und dem Fachwerkhaus, vor dem ein Brunnen sprudelt und wo Bücher vor dem Eingang gestapelt sind, die gleich erkennen lassen, dass dort ein Antiquariat untergebracht ist. Und über allem thront auf dem Weinberg malerisch die Burgruine Hoheneck.
Diesen Berg galt es noch zu erklimmen, dann hatten wir die Höhe erreicht, auf der wir auf Feldwegen - die Landstraße nach Freiberg überquerend, am respekteinflößenden Umspannwerk vorbei - wieder zur Schlossallee und nach einer Linksabzweigung zu dem Sportheim für unsere Schlusseinkehr gelangten. In der Hoffnung, dass wir unseren Gästen trotz widriger Umstände einen kleinen Eindruck von den schönsten Seiten unserer Stadt vermitteln konnten, wurden diese herzlich verabschiedet. Und vielleicht war ja sogar für die Einheimischen das eine oder andere Neue dabei!
(Dorothea Göhler)
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