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klicken zum VergrößernRückblick auf die
Wanderung des Schwäb. Albvereins, Ortsgruppe Ludwigsburg, am 25.April 2010
"Vom Predigtplatz zur Möttlinger Heide"

Weil der Stadt - Predigtplatz/West - Simmotzheim - Möttlinger Heide - Merklingen

Beim Ausgangsort der ca. 4 stündigen Wanderung, in Weil der Stadt, wurde die große Wandergruppe vom Wanderführerehepaar Tauscher herzlich begrüßt und über den Tagesverlauf informiert. So ist Weil der Stadt vermutlich im 6. Jhdt. n.Chr. als dörfliche Siedlung auf einem römischen Landsitz errichtet worden, 1075 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt zwischen 1223 und 1242 das Stadtrecht und wurde bereits 1275 zur Reichsstadt erklärt. 1373 wurde die Gerichtsbarkeit und das Zollrecht verliehen.

Beim Gang durch die Altstadt mit schönen Fachwerkhäusern erreicht man den Marktplatz mit Rathaus und großem Keplerdenkmal und kommt dann hinaus in blühende Landschaft. Es ist ein sonnig warmer Frühjahrstag, reich blühende Obstbaumwiesen, frisches Wiesengrün mit gelb leuchtenden Schlüsselblumen und Löwenzahn, lila Wiesenschaumkraut, dunkelblaue Vergissmeinnichtpolster und am Waldrand weisblühende Anemone, erfreuen. Der Blick geht in die nähere grüne und blühende Landschaft des Hecken- und Schlehengäus und so wird der stetig ansteigende Wanderweg hin zum lichtgrünen Wald nicht beschwerlich. Auf der Höhe angekommen wird lichter Mischwald durchwandert und später eine im Wald befindliche Lichtung mit mächtigem Lindenbaum und ein Steinrondell mit einem Holzkreuz, erreicht. Die Wanderer sind am ersten Rastplatz dem sogenannten westlichen "Predigtplatz" im großen Waldgebiet "Hönig" angekommen.

klicken zum VergrößernDer Wanderführer gibt beredt Auskunft über den Platz. Aus alter Tradition heraus wird nämlich am Himmelfahrtstag immer eine Prozession der Kath. Kirchengemeinde, mit Musikkapelle und Kirchenchor, zum Predigtplatz unternommen. Beim Gang durch die Fluren wird um gutes Gedeihen der Feldfrüchte gebetet und am Predigtplatz angekommen ein Gottesdienst gefeiert. Anschließend wird gevespert. Wer auf Tradition wert legt, hat Schinkenwurst und Wein dabei. Deshalb auch der etwas spöttische Beinamen "Schinkenprozession". Trotzdem ist der Gang durch Flur und Feld guter Brauch sich nicht nur allein auf menschliches Tun zu verlassen. Wie weit dieser Brauch an Jahren zurückgeht ist nicht belegt, weil beim großen Brand von Weil der Stadt 1648 die meisten Unterlagen der Stadtgeschichte verloren gegangen sind.

Beim Weitergehen, über naturbelassenen Wandersteig abwärts, wird der Waldrand erreicht und kommt hinab ins in weiter Talmulde liegende Simmozheim. Schön anzublicken die ringsum an den Hängen blühenden Obstbaumwiesen. Gegenüber vom Ort ist das Gebiet der Möttlinger Heide zu erkennen. Blühende Weißdorn- und Schlehenhecken, hohe Kiefernbäume, Wacholderbüsche, grenzen die weiten Magerwiesenflächen ab. Im Talgrund fließt der Talackerbach gen Weil der Stadt welches im Hintergrund auszumachen ist. Simmozheim wurde erstmals 985 urkundlich erwähnt. Bekannt auch durch die im Jahr 1699 aufgenommenen Glaubensflüchtlinge der Waldenser.

Im Außenbereich des Orts geht es nun steil aufwärts auf weites Ackerland. Seitwärts liegt der Ort Möttlingen, dahinter die ersten Schwarzwaldhöhen.

klicken zum VergrößernAm Trauf entlang erreicht man dann ein weites Naherholungsgebiet inmitten der Möttlinger Heide. Radlergruppen, viele Familien mit ihren Kindern und dann auch unsere Wandergruppe beleben die weite Rasenfläche. Es wird Rast gemacht. Bratwurstduft, Grillfeuerrauch liegt in der Luft. Ein schöner Ort auszuruhen und dem vielseitigen Treiben ringsum zuzuschauenn und sich etwas zu erholen, bis dann zur letzten Wegstrecke hinab nach Merklingen aufgebrochen wird. Am Parkplatz Köpfle, aus dem Wald kommend, dann am Hang entlang inmitten blühender Obstbaumwiesen und schöner Freizeitgärten, geht es talwärts. Ein sonniger, an Eindrücken reicher, wunderschöner Wandertag geht zu Ende.

Eine gute Schlußeinkehr stimmt zufrieden. So wird auch herzlicher Dank an die Wanderführer, dem Ehepaar Tauscher gesagt, ist es doch allgemein bekannt, dass immer eine sehr gute Beschreibung der jeweilig durchwanderten Landschaft den Wanderfreunden vermittelt wird und schöne Wanderstrecke vorbereitet ist. Vor der Heimfahrt ist noch Gelegenheit die im alten Ortskern von Merklingen befindliche ehemalige "Kirchenburg", zu besichtigen. 1796 - 1800 wurden die mächtigen Befestigungen der Kirchenburg "Stadt" genannt, größtenteils beseitigt, ein Kirche mit entsprechenden umgebenden Fachwerk-Wohngebäuden, ein Torturm und teilweise der ehemals umgebende Wassergraben ist erhalten.

(Wolfgang Staudenmayer)