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Rückblick auf die
Wanderung des Schwäb. Albvereins, Ortsgruppe Ludwigsburg, am 9. Mai 2010
„Zum Museumsdorf Beuren“
Am 9. Mai 2010 wurde von der Ortsgruppe Ludwigsburg des Schwäb. Albvereins das "Freilichtmuseumsdorf Beuren", welches im Biosphärengebiet der Schwäb.Alb liegt, besucht.
Abweichend vom vorgesehenen Tagesverlauf wurde von Kirchheim/Teck aus die Wanderung zum Museumsdorf Beuren begonnen. Wanderführervertreter Gustav König begrüßte die Wanderfreunde und führte diese dann von Kirchheim hinaus durchs Gewann Galgenberg, hin zum bekannten Segelflugplatz Hahnweide und weiter, stetig aufwärts, ins große Gebiet des Talwaldes. Auf Höhe gekommen, am Waldrand "Mannsberg" und Waldwiesen entlang, gelbleuchtend mit Butterblumen und weißen Pusteblumen übersäht, erreichte man dann den Rastplatz "Käppele".
Bei sonnigen Wetter reichte der Blick weit hinaus ins Land. Hinüber zu den Höhen um den Breitenberg und Fuchseck, hin zum Teckberg mit seiner Burg, dem Albtrauf entlang mit Bassgeige, Beurener Fels und der Festung Hohenneuffen, und zum Jusiberg.
Nach der Ruhepause ist das "Blaue Dreieck-Wanderzeichen" wieder Wegweiser. Später muss allerdings die Wanderkarte helfen, nach längerem Gehen entlang einer Hauptstraße, den Weg zum Freilichtmuseum Beuren zu finden. Aufwärts durch Wald und Baumwiesen erreichen die Wanderer dann das in einer Talmulde und dem Hang entlang liegende Museumsdorf. Ein stattliches Fachwerkhaus, ein ehemaliges Gasthaus, steht am Eingang des Dorfes. Dort wird im gemütlich mit Fachwerk ausgestattetem Gastraum Mahlzeit gemacht.
Danach ist genügend Zeit den Museumsort zu erkunden. Im nahestehenden Scheuergebäude ist ein alter Krämerladen, reichhaltig ausgestattet, eingebaut. Um einen Dorfplatz steht ein Rathaus samt Lehrerwohnung, Backhaus und Brunnen. Das Leben auf der Alb war karg. Das hatte nicht nur mit dem Klima und seinem schlechten Boden, sondern auch mit dem Wassermangel zu tun. Wasserstellen, sogenannte Hülen, waren Mittelpunkt der Dörfer, um die sich dann die kleinen und manchmal ärmlichen Häuser gruppierten. Eine solche Hüle ist im Ort nachempfunden, zwei Gänse machen darin Lärm. Auf großer Obstbaumwiese steht ein altes Bienenhaus. Eine Imkeraktion unterrichtet über Bienen, Honiggewinnung. Kinder bauen Wildbienenbehausungen. Schaustände zeigen Bienen beim Wabenbau. Die aus verschiednen Albdörfern abgebauten und im Museum wieder aufgerichteten Fachwerk-Häuser zeigen dieses ehemalige Leben eindringlich auf. Ein Ausgedinghaus, dem Altenteil, zeigt, wie für alte Eltern Wohnraum geschaffen wurde. Ein Bauernhof, mit Wohnteil, Scheuer und Stall, mit lebendem Federvieh und Hasenstall, wird mit der Zeit zu einer Schreinerei umgebaut. Zimmerinventar zeigt auf wie man darin einst lebte, die Schreinerwerkstatt ist mit alten Maschinen, Hobelbank und Werkzeug ausgestattet. Einfach und karg ein Armenhaus, um das ein kleines Gärtchen mit lebensnotwendigen Pflanzen angelegt ist. Reicher ausgestattet ein ehemaliges Weberhaus, allerdings sehr ungesund für die Weberleute, welche in feuchten Kellerräumen ihren Arbeitsplatz hatten, um die einfachen Wohnräume im Erdgeschoss nicht noch kleiner zu machen. Das Museum zeigt in eindrücklicher Weise das Leben vergangener Zeit auf, was für uns heute Lebenden manchmal schwer nachvollziehbar ist.
Zu bestimmter Zeit trifft man sich zur Heimfahrt. Doch der Bus kommt nicht! Zeit vergeht. Anscheinend sind die Reiseunterlagen nicht richtig. Dunkle Wolken ziehen auf. Das sonnige Wetter schlägt in Regen um. Schade, denn der Wandergruppe bleibt nichts anderes übrig ins 3 km entfernte Owen unterhalb der Teck zu gehen, um dort dann per Bahn die Rückkehr nach Ludwigsburg antreten zu können. Mit einem Dank an die Wanderführer Uwe Zornow und Gustav König geht ein erlebnisreicher schöner Wandertag zu Ende.
(Wolfgang Staudenmayer)
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